„Politik kann sich nicht länger auf Schockstarre berufen“: ZIA mahnt „überfällige Kehrtwende“ beim Wohnungsbau an

Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind einmal mehr alarmierend. Von Januar bis Oktober 2023 sank die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 26,7 Prozent. „Die Politik muss endlich den Routine-Modus verlassen. Denn angesichts eines Abwärtstrends, der seit vielen Monaten andauert, wird man sich nicht ernsthaft auf Schockstarre berufen können“, kommentiert Dr. Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA, www.zia-deutschland.de).  

Es brauche einen „sofortigen politischen Kraftakt, damit Deutschland nicht auf einem Kerngebiet des gesellschaftlichen Zusammenhalts eine riskante Zuspitzung erlebt“. Ein Rückgang von 79.300 genehmigten Wohnungen auf 218.100 in der Zeit von Januar bis Oktober bedeute eine Enttäuschung für fast 80.000 Suchende zusätzlich, die allein oder im Team der Gemeinschaft nicht fanden, „was sie so dringend brauchen“. Die Entscheiderinnen und Entscheider in „Bund, Ländern und Kommunen“ müssten den Weg frei machen für die „überfällige Kehrtwende“, drängt Mattner. 

Der ZIA erwartet, dass bis 2025 etwa 750.000 Wohnungen fehlen. Bis 2027 könnten es laut ZIA-Taxierung bis zu 830.000 Wohnungen sein.

Kernpunkte der ZIA-Forderungen:

• Ein großvolumiges „KfW-Kreditprogramm Wohnen“ mit einem Zinssatz von höchstens zwei Prozent für Neubauten ab Standard EH 55

und

• temporäres Aussetzen kommunaler Abschöpfungsmodelle bei Projektentwicklungen sowie ein Aussetzen der Grunderwerbsteuer, und zwar auch für Mietwohnungen.

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