Vorsätze: Knapp die Hälfte der Deutschen will 2026 heizen wie zuvor
06.01.2026
Gestiegene Energiekosten.
Quelle: ista
Wenn Deutsche Energie einsparen, dann vor allem aus Kostengründen: Für 69 Prozent ist der Wunsch Geld zu sparen der Hauptgrund für einen niedrigeren Energieverbrauch im Haushalt. Dennoch plant knapp die Hälfte der Deutschen (47 Prozent), 2026 genauso viel Energie zu verbrauchen wie 2025. Nur gut jeder dritte Deutsche will den Energieverbrauch im Haushalt senken – 27 Prozent etwas, 7 Prozent sogar deutlich. Kein Wunder: Mehr als jeder Dritte (38 Prozent) rechnet mit gleichbleibenden Heizkosten, jeder Zehnte sogar mit sinkenden Ausgaben. Nur rund ein Drittel erwartet höhere Kosten. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov Mitte Dezember unter mehr als 2.000 Befragten für ista durchgeführt hat.
Heizkosten 2025.
Quelle: ista
„Nach dem Preissprung 2024 gilt: Das Verhalten entscheidet jetzt die Rechnung“, sagt Hagen Lessing, CEO von ista. „Nur wer sein Heizverhalten ganzheitlich anpasst, kann den Kostensteigerungen insgesamt entgegenwirken. Transparenz ist die entscheidende Grundlage.“
Mangelnde Transparenz verursacht Fehlanreize
Neujahresvorsätze Energiesparen.
Quelle: ista
Wenn Deutsche Energie sparen wollen, dann vor allem aus finanziellen Gründen: 69 Prozent nennen Kosteneinsparungen als Hauptmotiv. Umwelt- und Klimaschutz spielen nur für rund jeden Fünften die entscheidende Rolle. Das zeigt: Energiesparen ist für viele weniger ein Vorsatz aus Überzeugung als eine Reaktion auf steigende Lebenshaltungskosten. Denn: Dreiviertel der Befragten geben an, dass gestiegene Energiekosten sich bei den Lebenshaltungskosten (deutlich) bemerkbar machen. Gleichzeitig fehlt vielen das Gefühl für die tatsächliche Höhe ihrer Heizkosten. Rund 40 Prozent der Befragten geben an, von ihrer letzten Heizkostenabrechnung überrascht worden zu sein – bei knapp einem Viertel (24 Prozent) fiel sie höher, bei 15 Prozent niedriger aus als erwartet. Dennoch rechnet eine Mehrheit damit, dass die Kosten in der nächsten Abrechnung nicht weiter steigen werden (38 Prozent). Jeder Dritte denkt, dass sie höher ausfallen wird, jeder Zehnte, dass sie geringer ausfällt als die jeweils letzte.
CO₂-Abgabe noch weithin unbekannt
Ein zusätzlicher Kostentreiber bleibt für viele weitgehend abstrakt: die CO₂-Abgabe. Seit 2023 wird sie unter Vermietern und Mietern aufgeteilt. Für mehr als jeden dritten befragten Verbraucher spielen sie bei den Sparbemühungen jedoch keine Rolle – 38 Prozent kennen ihre CO₂-Kosten gar nicht, obwohl sie in der Heizkostenabrechnung ausgewiesen werden. „Die CO₂-Bepreisung soll Lenkungswirkung entfalten – das kann sie aber nur, wenn Verbraucher sie auch wahrnehmen und verstehen“, so Lessing. „Aktuell verpufft dieser Effekt bei vielen.“
Ein zentrales Problem bleibt die zeitliche Verzögerung: Heizkosten werden oft erst Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums abgerechnet. Die Folge: Viele Haushalte treffen ihre Entscheidungen ohne aktuelle Kosteninformation. Dabei zeigt die Umfrage ein klares Potenzial: 37 Prozent der Befragten geben an, dass sie mit einer tagesaktuellen Information über ihren Wärmeverbrauch sparsamer heizen würden. Bereits heute erhalten viele Mieter mit fernauslesbaren Zählern monatliche Verbrauchsinformationen – technisch wären sogar noch häufigere Updates möglich. „Wer erst ein Jahr später erfährt, was das eigene Heizverhalten gekostet hat, kann kaum gegensteuern“, sagt Lessing. „Mehr Transparenz bedeutet mehr Kontrolle – und ist der Schlüssel, um Energie und Kosten wirksam zu senken.“
