Smart City

Mitwirken an der Stadt der Zukunft

Smart, klimaneutral und voller Lebensqualität: Das zeichnet eine Smart City aus. Um das zu erreichen, ist eine sektorenübergreifende Denkweise wichtig. Minol (www.minol.de) erklärt, worauf es bei der Gestaltung von Quartieren ankommt.

Die Entscheidung der Europäischen Union bis 2050 klimaneutral zu sein, hat bereits zu sehr vielen Veränderungen im Energie-, Verkehrs- und Gebäudesektor geführt. Doch die aktuellen Zahlen zum Ausstoß von Treibhausgasen zeigen, dass der Weg zum klimaneutralen Kontinent noch weit ist: Bereits bis 2030 müssen die Emissionen in allen Sektoren um mindestens 65 Prozent reduziert werden. Der Gebäudesektor ist laut Umweltbundesamt mit einem Anteil von rund 35 Prozent des Endenergieverbrauches der größte CO2-Verursacher in Deutschland. Endenergie ergibt sich aus der Primärenergie abzüglich aller Energieaufwendungen bis zur endgültigen Bereitstellung beim Endverbraucher. Der Anteil des Gebäudesektors an den CO2-Emissionen beträgt gleichzeitig etwa 30 Prozent.

Zwar schüttet jeder Sektor eine andere Menge an Treibhausgasen aus, dennoch wird bei Diskussionen rund um Klimaneutralität immer wieder eines deutlich: Alle Sektoren müssen gemeinsam an der Zielerreichung arbeiten. Ein guter Ausgangspunkt, um das Zusammenspiel der unterschiedlichen Sektoren darzustellen und Pilotprojekte für eine bessere Zusammenarbeit zu testen, sind Quartiere. Das Ziel ist, in Zukunft Städte in Quartieren zu planen, denn ganze Städte sind zu groß und zu komplex, um sie zu vernetzen. Aber Vernetzung ist wichtig, um Ressourcen besser nutzen zu können. Quartiere eignen sich perfekt, um den Fokus weg vom einzelnen Gebäude und hin zu einem vernetzen System zu lenken. Nachhaltige Quartiere zeigen, wie eine gute Zusammenarbeit der unterschiedlichen Sektoren gelingt und was sie bewirken kann.

CO2-neutrales Wohnen im Quartier

Gemessen an den Gesamtemissionen in Deutschland (2022 rund 756 Millionen Tonnen) verursacht der Gebäudesektor circa 225 Millionen Tonnen CO2. Rund die Hälfte davon, ca. 113 Mio. Tonnen, entfällt wiederum auf den Energieverbrauch im Zusammenhang mit der Nutzung der Gebäude. Der weitaus größte Anteil von ca. 76 Prozent wird für Raumwärme verbraucht. Inklusive Warmwassererzeugung steigt der Anteil auf rund 90 Prozent. Laut der Publikation „Klimaneutraler Gebäudebestand 2050“ des Umweltbundesamtes heißt klimaneutral, dass die Gebäude nur noch einen sehr geringen Energiebedarf aufweisen und der verbleibende Energiebedarf zum überwiegenden Teil durch erneuerbare Energien gedeckt wird.

Doch jeden Bereich einzeln zu betrachten ist für den notwendigen Wandel nicht ausreichend. Nur ein Zusammenspiel aus energetischer Sanierung, zukunftsfähiger Wärmeplanung, Nutzung selbst erzeugter erneuerbarer Energien oder auch der Integration von Mobilitätskonzepten kann klimaneutrales Wohnen ermöglichen. Kurz: Energiewende, Mobilitätswende und Wärmewende müssen zusammengebracht werden. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten für die Immobilienwirtschaft und zusätzliche Geschäftsmodelle eröffnen sich.

Gesetze verpflichten

Der Gebäudesektor ist ein entscheidender Faktor für die Energiewende in der Wohnungswirtschaft. Dabei spielen insbesondere die fünf Bereiche Metering, Smart Building, Wärmeplanung, Elektromobilität und dezentrale Energieerzeugung eine Rolle. Ergänzt wird dies durch die Planung von Grünanlagen, um entstehende Emissionen am besten direkt vor Ort auszugleichen. Bauträger, Planer und Quartiersmanager sind aufgrund von Gesetzen bereits verpflichtet, gewisse Maßnahmen zu ergreifen: So muss beispielsweise die Messtechnik im Submetering digitalisiert werden, um den Anforderungen der aktuellen Heizkostenverordnung (HKVO) zu entsprechen. Das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) verpflichtet dazu, Ladestationen für E-Fahrzeuge einzuplanen. In mehreren Bundesländern kommen Verordnungen hinzu, die eine stufenweise Installation von Photovoltaikanlagen zur Pflicht machen. Die Liegenschaften und Quartiere der Zukunft erfordern also bereits bei der Planung und auch im Betrieb eine 360-Grad-Betrachtung und ein entsprechendes Know-how in diesen Disziplinen.

Metering und Smart Buildings

Um Verbrauchsdaten von Wasser und Energie jederzeit im Blick zu haben und die Grundlage für ein intelligentes Energiemanagement zu schaffen, braucht es fernauslesbare Messtechnik, wie LoRaWAN und Smart Meter Gateways. So können Verwalter und Mieter selbst mehr zur Energieeffizienz von Immobilien beitragen. Genau dafür ebnen HKVO und das Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende (GNDEW) den Weg. Die Verordnungen und Gesetze verpflichten Immobilieneigentümer und -verwalter, die Infrastruktur für die Digitalisierung des Immobiliensektors zur Verfügung zu stellen. So wird der Weg für nachhaltige Quartiere geschaffen, für Siedlungskonzepte, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit fördern. Dabei werden die Bedürfnisse der Bewohner erfüllt, während gleichzeitig Umweltauswirkungen minimiert und Ressourcen effizient genutzt werden. Das zeigt: Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind untrennbar miteinander verbunden.

Elektromobilität

Damit auch der Verkehrssektor die Ziele erreichen kann, sind Ladestationen in den Liegenschaften essenziell. Die Anzahl der Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen steigt. Bis zum Jahr 2030 sollen bis zu zehn Millionen E-Fahrzeuge zugelassen sein. Wer mehreren Haushalten eine solche Infrastruktur bereitstellt und sie betreibt, muss sich für eine Hardware und eine Abrechnungsmethode entscheiden. Außerdem müssen die Stationen stets gewartet werden, um einen sicheren Betrieb zu garantieren. Die Lösung Minol Drive – powered by GP JOULE CONNECT bietet Beratung, technische Planung, Hardwareauswahl und Installation der Ladeinfrastruktur vor Ort, zusätzlich individuelle Servicepakete zu Betrieb und Wartung der Ladeinfrastruktur und zur Abrechnung der Ladevorgänge. Außerdem gibt es ein intelligentes und dynamisches Energie- und Lastmanagement, verschiedene Sharing-Konzepte und für die Nutzer ein deutschlandweites Ladenetz mit einer eigenen Ladekarte. Schließlich soll nicht nur der Anteil der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sinken, sondern auch die Anzahl der Fahrzeuge insgesamt. Statt Flächen für Straßen zu nutzen, können darauf Erholungsräume wie Parks mit Grünflächen entstehen.

Erneuerbare Energien

Der Immobilienwert steigt, wenn eine dezentrale Energieerzeugung unmittelbar beim Verbraucher fester Bestandteil ist. Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) spielen dort eine große Rolle. Im Idealfall decken die PV-Anlagen auf den Gebäudedächern einen Teil des Strombedarfes. Bei vermieteten Immobilien sind deshalb Mieterstrommodelle immer gefragter. Zudem können Ladestationen mit E-Fahrzeugen als zusätzliche Speichermöglichkeit für den erzeugten Strom genutzt werden. Auch der Strombedarf von Wärmepumpen lässt sich damit teilweise abdecken. So können Bewohner sich dezentral mit selbst erzeugter Energie versorgen und sind damit unabhängig von anderen Energieerzeugern. Minol Solar – powered by EINHUNDERT beinhaltet alle Services von der Analyse der Dachflächen über die Installation der PV-Anlagen und die Messtechnik bis zur Abrechnung.

Kommunale Wärmeplanung

Auch im Bereich Wärmeversorgung ergibt es Sinn, nicht jedes Gebäude isoliert zu betrachten, sondern ein übergreifendes Konzept zu erarbeiten. Genau das ist das Ziel der kommunalen Wärmeplanung. Dabei übernehmen Kommunen die langfristige und strategische Planung der Wärmeversorgung. Sie besitzen die relevanten Informationen für die kommunale Wärmeplanung. Dazu gehören Kenntnisse und Daten zum aktuellen und zukünftigen Gebäudebestand. Außerdem besitzt die Kommune meist die notwendige Infrastruktur bzw. ist sie maßgeblich für die Freigabe von Bauanträgen verantwortlich.

Zukunft gestalten

Weg von paralleler Infrastruktur hin zu Schnittstellen: Dieser Grundsatz gilt bei der zukunftsgerechten Gestaltung von Quartieren. Sie sind der optimale Ort, um Pilotprojekte zu testen und Klimaschutz ganzheitlich umzusetzen. Das Ziel der Klimaneutralität lässt sich so einfacher erreichen, denn gebündelte Ressourcen führen zu mehr Effizienz. Zudem können Städte, Kommunen und Dienstleister so auch die Immobilienwirtschaft besser bei der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen unterstützen. Gemeinsam gestalten sie die Zukunft.

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