Energiedienstleister sorgt für Anschluss: Nachhaltige Wärme für 160 Wohnungen

Fernwärme für den Hamburger Stadtteil Rothenburgsort.
Foto: enercity AG

Fernwärme für den Hamburger Stadtteil Rothenburgsort.
Foto: enercity AG
enercity erweitert sein in der Hamburger „HafenCity Ost“ gestartetes Fernwärmenetz nach Rothenburgsort. Seit Jahresanfang versorgt der Energiedienstleister (www.enercity-contracting.de) über seine Tochter enercity Contracting Nord GmbH über 160 Wohnungen in einer Wohnanlage am Billhorner Mühlenweg mit Industriewärme. Diese Wärme ist nahezu CO2-frei, da sie hauptsächlich aus Abwärme des nahe gelegenen Kupferproduzenten Aurubis besteht. Weitere Gebäude im Hamburger Stadtteil werden schrittweise an das ausgebaute Wärmenetz angeschlossen. enercity investiert rund 11 Mio. Euro in das Zukunftsvorhaben.

Rothenburgsort liegt in direkter Nachbarschaft zur Hamburger „HafenCity Ost“. Bereits seit 2018 beliefert dort enercity Kunden mit umweltfreundlicher Industriewärme. Die mehr als 4.600 Wohnungen im zentrumsnahen Wohngebiet werden aktuell überwiegend mittels Öl- und Gasheizungsanlagen wärmeversorgt. Das will enercity ändern, zumal in dem wachsenden Stadtteil zahlreiche Neubauvorhaben in Planung sind. Die Erschließung des bereits bebauten Bestandgebiets mit Fernwärme ist Ausgangsbasis für eine fast klimaneutrale Wärmeversorgung.

Bewohner, Betriebe und öffentliche Einrichtungen in Rothenburgsort können zukünftig  klimafreundliche, nahezu CO2-freie Industriewärme beziehen. Für die Menschen stellt das große Werksgelände der Aurubis AG auf der Südseite der Norderelbe seit Jahrzehnten einen vertrauten Anblick dar. Mit dem Anschluss an die Fernwärme gibt es nunmehr im Bereich der Energieversorgung auch eine direkte Verbindung zwischen dem Wärmeerzeuger und dem benachbarten Stadtteil. Diese Partnerschaft ist ebenfalls für Jahrzehnte angelegt und bedeutet nichts anderes als die Wende hin zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung.

Aufgrund der überwiegenden Nutzung industrieller Abwärme von Aurubis ist die Wärme nahezu frei von Kohlendioxid. Sie hat daher einen niedrigen Primärenergiefaktor von 0,21 − während Gaskessel nur einen Wert von 1,1 aufweisen. Durch Ablösung ihrer alten Heizungsanlage erfüllen Gebäudeeigentümer nicht nur die Anforderungen des neuen Gebäudeenergiegesetztes, sondern auch die ambitionierten Vorgaben des Hamburgischen Klimaschutzgesetzes hinsichtlich des Einsatzes von erneuerbaren Energien für die Wärmeversorgung von Bestandsgebäuden. 

Diesen Vorteil hatte auch die Baugenossenschaft freier Gewerkschafter eG (BGFG) erkannt. Als erster Vertragspartner in Rothenburgsort hatte sich die Genossenschaft bereits im Sommer 2019 entschlossen, künftig ihre Wärme bei enercity zu beziehen. Bis 2027 baut die BGFG mehrere Mehrfamilienhäuser. Der Anschluss der ersten Gebäude an das Wärmenetz ist für  2021 geplant. 

Nach dem Auftakt am Billhorner Mühlenweg übernimmt enercity im ersten Quartal 2021 auch die Wärmeversorgung von acht Gebäuden der Wohnungsgesellschaft SiTREA mit rund 180 Wohnungen. Leif Steffen, Geschäftsführer der SiTREA-Gruppe,ein engagierter Befürworter der klimafreundlichen Fernwärmeversorgung zeigt sich erfreut: „Im Moment beziehen wir unsere Wärme durch vier Ölkesselanlagen mit einem Jahresverbrauch von ca. 210.000 Litern Öl. Diese fallen mit dem Anschluss an das Wärmenetz weg. Unsere Mieter profitieren von ökologisch nachhaltiger und gleichzeitig preisstabiler Fernwärme.“ Neben diversen Wohngebäuden wird enercity in Zukunft auch die Wärmeversorgung von öffentlichen Gebäuden übernehmen. Dazu zählen zwei Schulen und eine Kita an der Marckmannstraße.

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