Ladestationen mit Mieterstrom kombinieren: Energiewende und Klimaschutz funktioniert nur ganzheitlich umgesetzt

Nach dem vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzentwurf zum Aufbau einer gebäudeintegrierten Lade- und Leitungsinfrastruktur für die Elektromobilität (GEIG) wäre eine verstärkte Forderung zur dezentralen Energieversorgung bei Neubauten und Sanierungen eine logische und dringend nötige Konsequenz. Auch der 52 Gigawatt-Förderdeckel für neue Solarstromanlagen muss dringend abgeschafft werden. „Wir brauchen mehr und nicht weniger erneuerbare Energien. Diese Entwicklung gilt es, politisch konsequent zu unterstützen und dabei keine Spielchen zu treiben“, sagt Florian Henle, Geschäftsführer des Ökoenergieversorgers Polarstern (www.polarstern-energie.de). Schließlich haben sie einen maßgeblichen Einfluss darauf, wie klimafreundlich die Energieversorgung von Geräten und Anlagentechnik tatsächlich ist. „Wer A sagt muss auch B sagen“, fordert er.

Forderung nach PV-Anlagen ist eine logische Konsequenz

Mit den Förderungen von Wärmepumpen und Elektroautos steigt ihre Verbreitung und in der Folge der Strombedarf der Gebäude. Ihn zu decken, ohne die Netze zu überlasten, helfen dezentrale Solarstromanlagen. „Einerseits wird die Verbreitung strombetriebener Anlagen und Geräte gefördert, andererseits unterbleiben Maßnahmen, die ihre klimafreundliche Energieversorgung konsequent unterstützen“, beklagt Florian Henle.

Das Potenzial dezentraler Stromversorgung ist groß. Die Mieterstromförderung hat bisher noch nicht gegriffen und Maßnahmen, die das ändern sollen, sind seit einem halben Jahr überfällig. Dabei rechnet sich die Mieterstromversorgung gerade bei integrierten Konzepten mit Wärmeversorgung und/oder Ladestationen einmal mehr.

PV-Anlagen und Ladestationen im Mieterstrom verbinden

Ziel erfolgreicher Mieterstrom- und allgemein der gebäudenahen Solarstromerzeugung ist ein hoher Direktverbrauch. Die Einnahmen aus der EEG-Vergütung sinken bzw. sie entfallen angesichts der Förderlücke bald komplett. Gleichzeitig ist selbst erzeugter Strom seit längerem schon spürbar günstiger als Strom aus dem öffentlichen Netz.

Wie stark der Einfluss von Ladestationen auf den Direktverbrauch ist, hängt von der Anzahl der Ladestationen und den Elektroautos der Bewohner ab sowie von ihren Ladezeiten.

Sollen Ladestationen in den Gebäuden mit Photovoltaikstrom versorgt werden, wird das idealerweise direkt beim Neubau bzw. bei der Sanierung berücksichtigt. Es beeinflusst maßgeblich die Planung der erforderlichen Netzanschlussleistung. Auch ist ein Lastmanagement wichtig, um eine faire Stromversorgung der Bewohner und der Ladestationen mit dem erzeugten Solarstrom zu gewährleisten. Ein typischer Ansatz ist, dass zunächst die Haushalte den Solarstrom nutzen. Wird mehr Strom erzeugt als diese direkt benötigen, werden die Ladestationen mit dem Überschussstrom versorgt.

Die Attraktivität von Ladestationen im Mieterstrom steigt zusätzlich, wenn bidirektionales Laden möglich ist. Dann können die Elektroautos der Bewohner als Speicher genutzt werden und Überschussstrom aus der lokalen Stromerzeugung abnehmen und umgekehrt bei Bedarf einspeisen. Das würde die Stromautarkie der Bewohner unterstützen und die Stromkosten weiter senken.

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