Baukonjunktur in NRW: Öffentlicher Bau und Wohnungsbau stützen – Wirtschaftshochbau weiter unter Druck
06.01.2026Die Baukonjunktur in Nordrhein-Westfalen zeigt im Oktober 2025 ein uneinheitliches Bild. Während Wohnungsbau, öffentlicher Bau und der Straßenbau für Stabilität sorgen, bleibt der Wirtschaftshochbau deutlich unter Druck. Der Auftragseingang im nordrhein-westfälischen Bauhauptgewerbe lag im Oktober 2025 nominal um 5,7 Prozent unter dem Vorjahresmonat, preisbereinigt entspricht dies einem realen Minus von 7,9 Prozent. Gleichzeitig stieg der baugewerbliche Umsatz nominal um 8,5 Prozent, real ergibt sich ein Plus von 6 Prozent.
„Unsere Unternehmen arbeiten bestehende Projekte weiter zügig ab – insgesamt fehlt es aber weiterhin an neuen Aufträgen“, erklärt Prof. Beate Wiemann, Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbands NRW (www.bauindustrie-nrw.de).
Wohnungsbau, öffentlicher Bau und Straßenbau tragen
Stabilisierend wirken insbesondere der Wohnungsbau (Umsatz +10,4 %, Auftragseingang +2,1 %) sowie der öffentliche Bau (Umsatz +10,8 %, Auftragseingang -1,6 %). Auch der Straßenbau entwickelte sich besser als erwartet (Umsatz +16,2 %, Auftragseingang +1,6 %) und setzte damit ein positives Signal – trotz der angespannten Haushaltslage.
Diese Entwicklung bestätigt sich auch im Zeitraum Januar bis Oktober 2025. Über die ersten zehn Monate des Jahres legten die Umsätze im Bauhauptgewerbe real zu, getragen vor allem vom Wohnungsbau und vom öffentlichen Bau. Der Straßenbau entwickelte sich im Jahresverlauf robuster als in den Vorjahren.
Wirtschaftshochbau belastet Gesamtentwicklung
Deutlich negativ bleibt dagegen der Wirtschaftshochbau (Auftragseingang -11,7 %, Umsatz +5,9 %). Auch im bisherigen Jahresverlauf bleibt dieses Segment deutlich hinter den anderen Sparten zurück. Der Wirtschaftshochbau macht in Nordrhein-Westfalen rund 25 Prozent des gesamten Bauvolumens aus und ist üblicherweise die stärkste Säule der Bauwirtschaft im Land.
„Dass ausgerechnet der Wirtschaftshochbau so schwach bleibt, ist für NRW besonders problematisch“, betont Wiemann. „Hier zeigt sich die anhaltende Investitionszurückhaltung der Unternehmen sehr deutlich.“
Beschäftigung bleibt stabil
Trotz der schwächeren Auftragseingänge bleibt die Beschäftigung im Bauhauptgewerbe in Nordrhein-Westfalen stabil und liegt leicht über dem Vorjahresniveau. Die Unternehmen halten damit weiterhin an ihren Fachkräften fest.
