Große Unterschiede in der regionalen Fernwärme: In diesen Bundesländern funktioniert die Wärmewende

Die Bedeutung der Fernwärme nimmt im Zuge der kommunalen Wärmeplanung und der Energiewende rasant zu. Immer mehr Städte und Gemeinden setzen auf den Ausbau effizienter Wärmenetze, um fossile Brennstoffe zu reduzieren und die Wärmewende voranzutreiben. Bestandsgebäude spielen dabei eine entscheidende Rolle, da sie aufgrund ihres hohen Energieverbrauchs und Sanierungsbedarfs den größten Hebel für Energieeinsparung und CO₂-Reduktion bieten. Doch ihre technische Anschlussfähigkeit an das Fernwärmenetz ist in vielen Fällen unklar. Genau hier setzt der Fernwärme-Check von myWarm (www.mywarm.com) an und evaluiert mit realen Messdaten, inwieweit ein Gebäude die technischen Voraussetzungen für einen Fernwärmeanschluss erfüllt und ob Anpassungen bei bestehenden Anlagen notwendig sind. Da der Ausbau der Fernwärme in Deutschland regional sehr unterschiedlich verläuft, wird die Effizienz von Neuanschlüssen und bestehenden Anbindungen zunehmend zu einem zentralen Erfolgsfaktor der Wärmewende.

Fernwärme im regionalen Vergleich: Große Unterschiede, viel Handlungsbedarf

Aktuelle Daten des WWF zeigen deutliche regionale Unterschiede. Nordrhein-Westfalen verfügt mit rund 5.000 Kilometern über das größte Wärmenetz in Deutschland, gefolgt von Bayern mit etwa 2.400 Kilometern und Berlin mit rund 2.000 Kilometern. In Stadtstaaten und den ostdeutschen Bundesländern ist die Anschlussquote besonders hoch: Mecklenburg-Vorpommern erreicht mit 38,1 Prozent den Spitzenwert, dicht gefolgt von Berlin mit 37,6 Prozent und Hamburg mit 32,1 Prozent. In diesen Regionen liegt der Fokus auf der Dekarbonisierung bestehender Netze, etwa durch den Einsatz von Geothermie, Solarthermie oder Wärmepumpen, da man hier das höchste Einsparpotential hat. Andere Regionen wie Rheinland-Pfalz, das Saarland oder Niedersachsen profitieren stärker von einem zielgerichteten Ausbau der Fernwärme.

Trotz vereinzelter Erfolge bleibt der Handlungsdruck hoch, denn die Fernwärme ist nicht ausreichend optimiert. In Nordrhein-Westfalen entstehen jährlich über acht Millionen Tonnen CO₂ durch die Fernwärmeversorgung, in Bayern, Berlin und Baden-Württemberg jeweils zwischen drei und vier Millionen Tonnen. Beim Emissionsfaktor weist Bremen mit 470 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde den höchsten Wert in Deutschland auf. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 316 Gramm.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Optimierung bestehender Heizsysteme an Bedeutung. Stefan Fröb, Vertriebsleiter bei myWarm, erklärt: „Je besser das Heizsystem in Gebäuden eingestellt ist, desto effizienter kann die Fernwärmeversorgung erfolgen. Hier setzen wir mit dem myWarm Fernwärme-Check an und schaffen Transparenz für Eigentümer, Planer und Betreiber von Liegenschaften“.

Thematisch passende Artikel:

Experten der Landesenergieagentur beraten zum Fernwärme-Ausbau

Mit dem Know-how des E-Werks Mittelbaden baut das baden-württembergische Offenburg seit 2016 sein Fernwärmenetz aus. Die Stadt will weg von den vielen Einzelheizungen und bis 2050 eine...

mehr

Danfoss: Ohne Fernwärme keine nachhaltige Energieinfrastruktur

Auf dem Weg zu einem CO2-neutralen Gebäudesektor führt nach Einschätzung von Danfoss kein Weg an der Fernwärme vorbei. Auch zur wirtschaftlichen Erholung nach der Pandemiekrise kann die...

mehr
Ausgabe 04/2024

Wärmewende kalt erwischt?

Kennen Sie die Ballade von der Unzulänglichkeit des menschlichen Planens von Berthold Brecht? Da heißt es: „Ja, mach nur einen Plan! Sei nur ein großes Licht! Und mach noch`nen zweiten Plan, Gehen...

mehr