Fast ein Viertel der Wohnungssuchenden findet keine Wohnung

24 Prozent der Mieterinnen und Mieter, die in Deutschland eine neue Wohnung suchen, brechen die Suche erfolglos ab. Das ist ein Ergebnis des „Servicemonitors Wohnen 2023“ von Analyse & Konzepte immo.consult. Dafür befragte das Beratungsunternehmen rund 1.000 repräsentativ ausgewählte Mieterinnen und Mieter aus ganz Deutschland – unter anderem zu ihrer Umzugsneigung und ihren Erfahrungen auf dem Wohnungsmarkt.

15 Prozent der Befragten möchten auf jeden Fall innerhalb der nächsten zwei Jahre umziehen, 21 Prozent wahrscheinlich. Mit der stärksten Fluktuation müssen städtische und kommunale Umzugsunternehmen rechnen: 25 Prozent derjenigen, die dort aktuell wohnen, möchten auf jeden Fall innerhalb der nächsten zwei Jahre die Wohnung wechseln. Die häufigsten Gründe für einen Umzug sind die Wohnungsgröße, Altersgründe, negative Veränderungen des Wohnumfelds sowie finanzielle Gründe.  

Herausforderung Wohnungssuche

30 Prozent aller befragten Mieterinnen und Mieter haben in den letzten 12 Monaten aktiv nach einer neuen Wohnung gesucht. Doch 35 Prozent von ihnen hatten dabei große Schwierigkeiten. Fast jeder Vierte (24 Prozent) gab die Suche ergebnislos auf. Unproblematisch verlief die Suche nur für 18 Prozent der Mieterinnen und Mieter. 

Die Herausforderungen bei der Wohnungssuche betreffen Menschen aller Einkommensstufen. Am häufigsten mussten allerdings diejenigen ihre Suche aufgeben, die über ein Haushaltsnettoeinkommen von 1.500 bis 1.999 Euro verfügen, gefolgt von den Haushalten, deren Einkommen unter 1.500 Euro liegt. 

Zu Kompromissen bereit

Um doch eine neue Wohnung zu bekommen, würden 34 Prozent der Befragten eine höhere Miete in Kauf nehmen. 24 Prozent würden Abstriche bei der Wohnungsgröße machen und 19 Prozent bei der Ausstattung. Kleinere Zimmer wären für 16 Prozent der Wohnungssuchenden akzeptabel. Mit einem ungünstigen Grundriss ­– beispielsweise mit Durchgangszimmern – oder schlechten energetischen Eigenschaften der Wohnung würden sich hingegen nur 7 Prozent der Wohnungssuchenden zufrieden geben. 

„Der Servicemonitor Wohnen zeigt deutlich die Auswirkungen des Nachfrageüberschusses bei Mietwohnungen: Fast ein Viertel der Wohnungssuchenden in Deutschland findet trotz aktiver Suche keine Wohnung mehr. Dabei sind die Menschen bereit, Kompromisse zu machen“, fasst Michael Deeg, Geschäftsführer der Analyse & Konzepte immo.consult GmbH, zusammen. „Kompaktere Grundrisse und einfache Ausstattungen sind für die Menschen durchaus akzeptabel. Dies könnte ein Ansatz sein, um trotz steigender Kosten bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“

Die Vollversion mit 100 Seiten und einem Tabellenband mit Auswertungen für rund 50 Untergruppen kostet 490 Euro inkl. MwSt. Weitere Informationen und Download unter www.analyse-konzepte.de/servicemonitorwohnen2023

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