Sanierungsprodukte

Wohnimmobilien systematisch sanieren

Eine energetische Sanierung oder nachträgliche Trittschalldämmung sind eine gute Möglichkeit, den Wert einer Immobilie zu steigern, den Energieverbrauch zu senken und den Mieterkomfort zu erhöhen. Bei der Planung ihrer Vorhaben können Wohnungsunternehmen aus speziell für diesen Zweck entwickelten Lösungen wählen.

Der Paragraf 535 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches verpflichtet Vermieter, die vermietete Immobilie im vertragsgemäßen Zustand zu übergeben und dafür zu sorgen, dass dieser Zustand während der Mietzeit erhalten bleibt. Dazu gehören die Beseitigung von Schäden – sofern nicht mutwillig vom Mieter verursacht – ebenso wie regelmäßige Renovierungsmaßnahmen zur Instandhaltung des Objektes: vom Austausch einer abgenutzten Badewanne, über die Sanierung abgeplatzter Fliesen auf dem Balkon bis hin zum neuen Fassadenanstrich. Nicht verpflichtend für Eigentümer, dafür aber auf lange Sicht eine sinnvolle Investition sind zudem Modernisierungsmaßnahmen, die den Energiebedarf der Mieter senken und den Wert einer Immobilie erhöhen. Auf dem Markt ist inzwischen eine Vielzahl spezieller Produkte und Systeme eigens für die Sanierung erhältlich. Einige möchten wir Ihnen hier vorstellen.

Wärmedämmung als Schlüssel zur Energiewende

Eine energetische Sanierung der Gebäudehülle ist sinnvoll, insbesondere vor dem Hintergrund der angestrebten „Niedertemperatur-readiness“. Denn als Voraussetzung für den Einsatz von Wärmepumpen, die mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden, braucht es eine bestmögliche Wärmeverteilung und -nutzung, bei der möglichst wenig Wärme durch die Außenwände verloren geht.

Ist bereits ein Wärmedämm-Verbundsystem vorhanden, sollte zunächst dessen Funktionalität überprüft werden. Häufig lassen sich selbst schadhafte Alt-Systeme ertüchtigen und mit einer Aufdopplung auf das aktuelle Niveau anheben. Dieses Verfahren, das Saint-Gobain Weber seit vielen Jahren erfolgreich unter dem Namen weber.therm retec anbietet, ist gegenüber einer konventionellen Sanierung mit Rückbau und Erneuerung der Altfassade rund 65 % günstiger.

Wer dagegen neu dämmt, sollte die Herausforderungen der Zukunft im Blick haben. In Zeiten von Rohstoffverknappung und „Urban Mining“ ist der Einsatz recyclingfähiger Baustoffe ein wichtiger Schlüssel zur Klimaneutralität. Als erster Hersteller hat Saint-Gobain Weber (www.de.weber) ein vollständig rückbaubares und recyclingfähiges WDV-System entwickelt: weber.therm circle. Hat das vollmineralische WDVS seine Lebensdauer erreicht, lassen sich alle Bestandteile sortenrein rückbauen und recyceln. 

Die Fassade – das Aushängeschild eines Gebäudes

Die Fassade eines Gebäudes ist das gesamte Jahr Wind und Wetter ausgesetzt und zählt daher zu den Gebäudeteilen, die regelmäßig in Stand gehalten werden sollten. Je nach Region muss ein Fassadenanstrich in der Regel alle 10 bis 30 Jahre erneuert werden, um einen zuverlässigen Schutz vor Witterungseinflüssen zu gewährleisten. Neben einer sorgfältig ausgeführten Arbeit vom Fachbetrieb, kann auch die eingesetzte Farbe zu einer langanhaltend schönen Fassade und längeren Sanierungsintervallen beitragen. Grundsätzlich empfiehlt sich eine Fassadenfarbe auf Silikonharz-Basis. weber.ton reno AquaBalance etwa verhindert die Ansiedlung von Algen und Pilzen an der Fassade ohne den Einsatz der sonst üblichen umweltschädlichen Biozide. So trägt der Renovationsanstrich nicht nur zu einem langfristigen Funktionserhalt bei, sondern schont gleichzeitig die Umwelt.

Witterungsschutz für Balkone

Vor allem in städtischen Gebäuden sind Wohnungen mit Balkonen deutlich besser zu vermieten. Aber selbst Beton ist langfristig nicht gegen Umwelteinflüsse resistent. Zunehmende Karbonatisierung und mangelnde Betonüberdeckung lässt die Stahlkonstruktionen korrodieren und führt zu Abplatzungen. Bei der standardisierten Betonsanierung werden vier Arbeitsschritte mit vier unterschiedlichen Produkten ausgeführt. Inzwischen gibt es aber auch Systeme, die verschiedene Funktionen kombinieren und so Arbeitsabläufe deutlich vereinfachen. Das Betonsanierungssystem weber.rep duo etwa besteht lediglich aus zwei leicht anwendbaren Produkten für den klassischen Einsatz im Bereich von Betonbauteilen. weber.rep KB duo ist Korrosionsschutz und Haftbrücke in einem, weber.rep R4 duo wird als Betonersatzmörtel und Feinspachtel in einem eingesetzt. Das geprüfte System entspricht der höchsten europäischen Anforderungsklasse der EN- 1504-3, Klasse R4.

An Balkonen kommt es häufig durch Frost- und Wassereinwirkungen zu rissigen und abplatzenden Fliesenbelägen. Um diese Schäden zu beseitigen, ist nach Rückbau des geschädigten Altbelags zunächst eine gründliche Prüfung und Vorbereitung des Untergrunds entscheidend. So muss bei Unebenheit der Boden erst ausgeglichen werden. Um ein Gefälle zur funktionstüchtigen Entwässerung zu errichten, kommt ein schnellabbindender Estrichmörtel, wie zum Beispiel weber.plan 816, zum Einsatz. Soll der Balkon mit Fliesen belegt werden, empfiehlt sich ein Klebemörtel, der resistent gegen Feuchtigkeit und Frost ist. Zur Herstellung von Verbundabdichtungen unter keramischen Belägen sowie als hochwertiger Fliesenkleber ist das multifunktionale Dicht-, Entkopplungs- und Klebesystem weber.xerm 844 ideal für den Einsatz auf Balkonen geeignet. 

Kellersanierung – vom Nutz- zum Wohlfühlraum

Häufig werden Keller als Abstellplatz für Autoreifen oder Werkzeug genutzt, weil die Räumlichkeiten aufgrund von Feuchtigkeit, Salzausblühungen oder mürbem und abfallendem Putz an Boden und Wand kaum eine andere Nutzung zulassen. Eine fachgerechte Sanierung ist für viele Eigentümer allein aus Gründen des Werterhalts eine sinnvolle Investition. Hinzukommt, dass fachmännisch sanierte Keller zusätzlichen Wohnraum bedeuten können.

Nachdem Art und Zustand des Kellermauerwerks fachmännisch geprüft wurden, können mithilfe des WTA-Merkblatts 4-6 „Nachträgliches Abdichten erdberührter Bauteile“ die notwendigen Sanierungsmaßnahmen festgelegt werden. Wird der Schaden etwa durch eine mangelnde oder fehlerhafte Querschnittsabdichtung verursacht, hat sich als gängiges Verfahren eine nachträglich von innen eingebrachte Horizontalsperre etabliert. Genutzt werden hier silanbasierte Injektionscremes, wie beispielsweise weber.tec 946. Diese stoppt den kapillaren Wassertransport und verhindert eine weitere Durchfeuchtung der Wand oberhalb der Injektionszone. Die zuvor von Altputz befreite Kellerwand wird anschließend mithilfe systemkompatibler Produkte, wie dem einlagigen, schnellabbindenden Sanierputz weber.san 958, in Stand gesetzt.

Ist eine Sanierung des Bodens erforderlich, empfiehlt sich eine Abdichtungslösung, die möglichst dünnschichtig realisierbar ist, da niedrige Raumhöhen keine hohen Sanierungsaufbauten zulassen. Ein ideales Material ist zum Beispiel der mineralische, selbstverlaufende und schnellabbindene Bodendichtspachtel weber.tec 932. Er dichtet ab und egalisiert in nur einem Arbeitsschritt, eignet sich für Aufbauhöhen von 5 bis 30 mm und stellt durch seine spannungsarme Aushärtung geringe Anforderungen an den Untergrund. Die fertige Fläche kann direkt genutzt werden.

Trittschalldämmung für ein Mehr an Komfort

Geräusche von Schritten oder das Rücken von Möbeln aus Nachbarwohnungen werden häufig als störend empfunden. Eine Trittschalldämmung kann Abhilfe schaffen, den Wohnkomfort und damit auch den Wert einer Immobilie steigern. Die DIN-Norm 4109 „Schallschutz im Hochbau“ legt die Anforderungen an die Tritt- und Luftschalldämmung von Gebäuden fest. Der vorgegebene Richtwert von £ 50 dB kann bei heute gängigen Massivdecken nur in Verbindung mit einem schwimmenden Estrich wirtschaftlich erfüllt werden. Bei der Modernisierung von Bestandsbauten soll zudem in der Regel die Raumhöhe weitestgehend erhalten bleiben. Daher sind Systeme, die eine möglichst geringe Aufbauhöhe bei gleichzeitig hoher Trittschallminderung gewährleisten, ideal geeignet. So lässt sich mit dem weber.floor Trittschalldämmsystem bei einer Gesamtaufbauhöhe ab 28 mm bereits eine Trittschallminderung von bis zu 21 Dezibel erreichen.

Abgestimmte Maßnahmen sparen Zeit und Geld

Unabhängig von Art und Nutzung einer Immobilie gilt: Um Aufwand und Kosten gering zu halten, empfiehlt es sich, verschiedene Sanierungsmaßnahmen zu kombinieren. Stehen beispielsweise ohnehin Arbeiten an der Fassade an und es wird ein Gerüst gestellt, macht es gegebenenfalls Sinn, die Balkone in Stand zu setzen. Werden Feuchtigkeitsschäden im Keller festgestellt, sollte auch der Kellerboden in Augenschein genommen und gegebenenfalls saniert werden.

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