Gebäudetechnik

Wohngesunde Luft in Innenräumen

Rund 90% unserer Zeit verbringen wir in geschlossenen Räumen – Zuhause, bei der Arbeit oder beim Einkaufen. Aus diesem Grund bildet gerade in Innenräumen frische Luft die Grundlage für ein gesundes Leben. Mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung wird zuverlässig Frischluft zu- und verbrauchte Luft abgeführt. Ein weiterer Aspekt: ausreichende Luftfeuchtigkeit.

Fast jeder kennt die Auswirkungen von „schlechter“ Luft: Müdigkeit, Konzentrationsschwächen, Kopfschmerzen, Atemnot bis hin zu Allergien. Umso verwunderlicher ist es, dass Luft in der öffentlichen Wahrnehmung einen vergleichsweise geringen Stellenwert einnimmt. Allerdings: Schon allein aufgrund rechtlicher Vorgaben kommen Bauherren um den Einbau zentraler oder dezentraler Lüftungssysteme bei Neubauten und immer häufiger auch bei Sanierungen nicht herum. Denn der erforderliche Mindestluftwechsel in Gebäuden muss laut DIN 1946 Teil 6 ebenso sichergestellt werden, wie eine nutzerunabhängige Frischluftzufuhr und ein zuverlässiger Feuchtigkeitstransport nach außen. Handlungsgrundlage ist die Energieeinsparverordnung (EnEV), die eine luftdichte Bauweise für Wohngebäude vorschreibt.

Feuchtigkeit und Schimmel schädigen Bausubstanz

Die „Schwachstelle Mensch“ ist ein nicht zu berechnender Faktor: Denn „falsches“ Lüftungsverhalten der Bewohner führt dazu, dass feuchte Luft im Wohnraum verbleibt. Und Feuchtigkeit entsteht quasi andauernd: Durch Atmung und Aktivitäten wie Kochen, Waschen oder Duschen bleiben Feuchtigkeit und CO2 zurück, die abtransportiert werden müssen. Eine 4-köpfige Familie produziert beispielsweise 10 l Feuchtigkeit am Tag.

Eine dichte Bauweise kann bei unkontrollierter, nutzerabhängiger Lüftung zu einer verstärkten Schimmelbildung beitragen, da der „natürliche“ Luftaustausch nicht mehr stattfindet und die verbrauchte, feuchte Luft nicht mehr durch Undichtigkeiten an Fenstern und anderen Bauteilanschlüssen der Gebäudehülle entweichen kann und im Raum verbleibt. Das kann Schäden an der Bausubstanz herbeiführen, die nur mit großem finanziellem Aufwand zu beheben sind und im schlimmsten Falle mit Mietminderungen oder -ausfällen einhergehen.

Schimmel kann auch durch an Kältebrücken kondensierte Feuchtigkeit verursacht werden. Er ist für Asthma-, Atemwegserkrankungen oder Allergien verantwortlich. Auch Müdigkeit, Konzentrationsschwächen oder Kopfschmerzen können durch Schimmel und/oder eine zu hohe CO2-Ansammlung in der Luft entstehen.

Erste Anzeichen für Schimmelbefall sind modriger Geruch und dunkle Flecken an Wänden oder Decken. Dringender Handlungsbedarf besteht dann, wenn der Schimmel bereits „blüht“ und mit bloßem Auge zu erkennen ist. Dann ist nicht nur der Mensch gefährdet; auch die Bausubstanz wird angegriffen und nachhaltig geschädigt.

Schimmel kann nur durch einen regelmäßigen Luftaustausch vorgebeugt werden. Dieser muss entweder manuell oder mechanisch erfolgen. Eine richtige Alternative ist die manuelle Fensterlüftung leider nicht: Denn niemand kann sicherstellen, dass genügend Frischluft zu- und die verbrauchte Abluft abgeführt wird. Experten empfehlen regelmäßiges Stoßlüften, jede Stunde ein paar Minuten querlüften, tags wie nachts. Das ist kaum umsetzbar. Außerdem geht dabei wertvolle Heizenergie unkontrolliert verloren. Wirkliche Sicherheit schafft nur ein mechanisches Lüftungskonzept.

Feuchtigkeitsabtransport und Frischluftzufuhr mit Wohnraumlüftung

Die Pluggit GmbH hat im Frühjahr ihr Sortiment komplettiert und bietet neben zentralen nun auch dezentrale Lüftungssysteme an. Alle Wohnraumlüftungen sind ventilatorgestützt und arbeiten mit einem hocheffizienten Wärmetauscher, der die kältere Zuluft mit warmer Abluft vorwärmt. Die Systeme sind zudem universell für alle Grundrisse und Wohnformen sowie für Neu- bzw. Bestandsbauten geeignet. Die benötigte Frischluftmenge wird – nach vorheriger Analyse und Berechnung – den einzelnen Wohnräumen zu- und gleichzeitig die verbrauchte Abluft abgeführt. Somit ist eine manuelle Fensterlüftung nicht mehr notwendig. Zudem wird durch das integrierte Wärmerückgewinnungssystem die kältere Zuluft mit der wärmeren Abluft aufgewärmt – Einsparpotenziale von bis zu 50% der Heizkosten stecken in dieser Systematik.

Wohngesundheit ist aber mehr, als die Vermeidung von Feuchtigkeit und Schimmel. Auch zu trockene Luft beeinträchtigt in hohem Maße das Wohlbefinden der Bewohner – und das so subtil, dass die wenigsten Menschen sie als Ursache für ihr mögliches Unbehagen ausmachen.

Wichtiger Faktor ist die relative Luftfeuchte. Sie sagt aus, wie viel Wasser im Vergleich zur maximal aufnehmbaren Wassermenge tatsächlich in der Luft enthalten ist. Dabei kann warme Luft viel mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Daher ist die Luft im Winter, wenn es kälter ist, auch trockener. Durch das Lüften wird diese Außenluft eingebracht und erwärmt. Mit der Folge, dass die relative Luftfeuchte entsprechend sinkt.

Ab einer Raumtemperatur von 21°C und einer Luftfeuchte unter 30% spricht man von zu trockener Luft. Je kälter es draußen wird und je höher die Heiztemperatur eingestellt ist, desto trockener wird die Luft in geschlossenen Räumen. Die leidvollen Folgen sind gerötete, trockene Augen, Hautreizungen oder ein Kratzen im Hals. Gesundheitliche Einschränkungen sind aber nur ein Teil der Problematik. Auch der Wohnraum kann schwere Blessuren davon tragen, weil kostspielige Schäden an Holztüren, Holzfußböden und Antiquitäten entstehen.

Heißwasserdampf-Zuluftbefeuchter misst Feuchtigkeit in der Luft

Trockene Luft beseitigt man am komfor­­tabelsten mit einer Kombination aus Wohn­­raumlüftung und einem ergänzenden Heißwasserdampf-Zuluftbefeuchter.

Das Gerät AeroFresh misst über integrierte Fühler regelmäßig die Abluftfeuchte und regelt dementsprechend die hygienisch einwandfreie Heißdampfzufuhr in der Zuluft. Die eingebrachte elektrische Energie zur Dampferzeugung geht nicht verloren, sondern wird der Zuluft zugeführt, heizt diese zusätzlich auf und wird dann in den Wohnraum geleitet. Die feuchte Luft wird wärmer empfunden – was dazu führt, dass die Raumtemperatur um etwa 2°C gesenkt werden kann. So wird auch noch Energie gespart. Ein optimales Wohlfühlklima wird bei 21°C und einer relativen Feuchtigkeit zwischen 30 und 50% erlebt. Ist die gewünschte Raumfeuchte erreicht, schaltet sich das Gerät automatisch ab.

Ein entscheidendes Plus für mehr Wohngesundheit kann ein Luftaufbereiter sein. Solche Geräte sogen für dauerhaft hygienisch einwandfreie Luft: Störende Gerüche, schädliche Bakterien, Schimmelpilze, Viren und Pollen werden deutlich reduziert.  Diese Technologie eignet sich für den Einsatz im privaten Haushalt ebenso wie in Hotels, Seniorenwohnanlagen oder zum Beispiel in privaten Kliniken und Arztpraxen. Eben überall dort, wo hygienisch reine Luftqualität gewünscht oder gefordert ist.

Nachhaltige Entkeimung wissenschaftlich bestätigt

PluggVoxx nutzt natürliche Prozesse für die Luftaufbereitung: Nach einem „reinigenden Gewitter“ spürt man wieder klare und saubere Luft. Genau dieses Phänomen macht sich das Gerät zunutze. Der Prozess verläuft in zwei Stufen: Die Photooxidation ermöglicht die Inaktivierung von Keimen. Als treibende Kraft für diese Reaktion wird energiereiches, kurzwelliges UVC-Licht eingesetzt. Hierbei schädigt die Photooxidation die Zellstruktur von Viren, Schimmelsporen und Bakterien nachhaltig. Als zweite Stufe bewirkt eine spezielle Ionisationstechnik die Anreicherung der Luft mit aktiviertem Sauerstoff, der für eine natürliche, gesundheitsfördernde Luftionenkonzentration sorgt. Es kommt zu einer nachhaltigen Entkeimung der Raumluft und von Oberflächen. Zudem bewirkt der natürliche Oxidationsprozess eine effiziente Geruchsneutralisation. So wirkt die aktivierte Luft als natürliches Reinigungsmittel in der Raumluft. Laborversuche und Gutachten bestätigen die schnelle Inaktivierung der Keime und die dauerhafte drastische Absenkung ihrer Anzahl in der Raumluft. Eine Luftströmungssonde und ein integrierter Luftqualitätssensor regeln automatisch die Intensität des Gerätebetriebs.

In geschlossenen Räumen entscheidet also das richtige Maß: Hier braucht man frische Luft und ausreichend, aber nicht zu viel Luftfeuchtigkeit zum wohngesunden Leben.

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