Studie der Humboldt-Universität Berlin zu deutschem Lüftungsverhalten

Vorsicht, Schimmel!

Mehr als 41 % der Bevölkerung sahen sich schon einmal mit dem Problem der Schimmelbildung in der eigenen Wohnung konfrontiert. Dies ergab eine repräsentative Studie der Berliner Humboldt-Universität im Auftrag des Dachfensterherstellers Velux.

Da regelmäßiges Lüften eine Möglichkeit ist, das Risiko der Schimmelbildung in Wohnräumen zu vermeiden, untersuchte die Studie auch Lüftungsvorlieben und -verhalten der Deutschen. Dabei stellte sich heraus: Bei selbstständiger Lüftung können Empfehlungen zur Häufigkeit in erster Linie aufgrund von Abwesenheit gar nicht eingehalten werden. Zudem findet eine ausschließliche Lösung über Lüftungsanlagen kaum Akzeptanz, während die Fensterlüftung über automatische Lösungen auf Interesse stößt.

Die Gründe für die Schimmelbildung in Wohnräumen sieht die Mehrheit (54,8 %) der Befragten in mangelnder Lüftung. Dies ist sowohl bei Mietern als auch bei Eigentümern vor der Nennung von Baumängeln die meistgenannte Ursache.

Experten empfehlen, mindestens dreimal pro Tag in genutzten Wohnräumen zu lüften – bei Neubauten in Massivbauweise in den ersten zwei Jahren sogar bis zu fünf Mal. Die Befragung zeigt jedoch, dass zwei Drittel der Deutschen in der kalten Jahreszeit höchstens zwei Mal am Tag in Wohn- oder Schlafzimmer lüften. Was sind die Gründe dafür? Gut zwei Drittel der Befragten geben an, dass ihre Abwesenheit sie am Lüften hindert – sie also beispielweise beruflich bedingt einfach nicht zu Hause sind. Aber auch die Tatsache, dass sie bisher keine Probleme mit Schimmel hatten (45,3 %), Sorgen vor Auskühlung der Wohnung (40,8 %), Bequemlichkeit (31,1 %) und Energie sparen (28,9 %) finden sich unter den fünf häufigsten Antworten.

Dem Problem der Abwesenheit und Bequemlichkeit ließe sich mit automatisierten Fenstern begegnen. So gibt es etwa von Velux elektrische oder stromkostenneutral solarbetriebene Dachfenster, die sich zu vorher festgelegten Zeitpunkten von alleine öffnen und wieder schließen. Eine weiterentwickelte Lösung öffnet und schließt Fenster autark bei Überschreiten von durch Sensoren ermittelten Luftfeuchtigkeits-Messwerten.

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