Nachhaltige Zukunft mit Cradle to Cradle

Der Immobiliendienstleister Drees & Sommer greift Themen auf, die die Branche bewegen.

Was manche noch als Modeerscheinung abtun, ist für immer mehr Unternehmen ein fester Bestandteil der Zukunft. Denn inzwischen setzen Firmen verschiedenster Branchen das von Wissenschaftlern, Instituten und Wirtschaftsverbänden vorangetriebene Cradle to Cradle-Konzept, kurz C2C, in die Praxis um. Hierzu gehören unter anderem Hersteller von Textilien, Möbeln, Elektronikhersteller sowie Chemie- und Kosmetikunternehmen. Dazu zählen aber auch immer mehr Vertreter der Bau- und Immobilienbranche. Und das ist gut so, denn Cradle to Cradle bringt Gebäude und Städte auf eine neue Qualitätsstufe.

Das übergeordnete Ziel des Ansatzes ist es, kreislauffähige Produkte und Immobilien zu realisieren. Untrennbare Materialschichten, gesundheitsschädliche Substanzen und das sogenannte Downcycling von Baustoffen gehören damit der Vergangenheit an. Gebäude werden so gestaltet und die Auswahl der Produkte so getroffen, dass ihr Wert über verschiedene Nutzungs- und Renovierungszyklen hinweg erhalten bleibt. Dadurch lässt sich ein ökologischer und ökonomischer Zusatznutzen erzeugen.

Zahl der C2C-zertifizierten Bauprodukte wächst

Dass Cradle to Cradle längst kein Nischenthema mehr ist, zeigt auch die steigende Anzahl der Hersteller, die auf kreislauffähige und gesundheitlich unbedenkliche Materialien setzt und Produkte mit dem Cradle to Cradle®-Zertifikat auszeichnen lässt. So wurden beispielsweise im Rahmen der Weltleitmesse BAU 2019 über 30 solcher Zertifikate an verschiedene Bauproduktehersteller vergeben. Unter den ausgezeichneten Produkten finden sich System- und Glastrennwände, Bodenbeläge, Isolierungsprofile und Deckensysteme.

Die Zertifizierung erfolgt dabei über das unabhängige C2CPII-Institut, als General Assessor fungiert die EPEA GmbH – Part of Drees & Sommer. Die Experten untersuchen die Rezepturen sowie die chemische Zusammensetzung der Stoffe und führen wissenschaftliche Analysen durch. Neben der Materialgesundheit und Recyclingfähigkeit spielen bei einer C2C-Zertifizierung auch der Umgang mit Wasser und Energie sowie Sozialstandards eine entscheidende Rolle. Die Verwendung solcher nachhaltigen und zertifizierten Produkte fördern Datenbanken und Plattformen wie Building Material Scout. Dort werden alle materialbezogenen Informationen zu Produkten und Baustoffen gesammelt, strukturiert und Bauherren, Architekten, Planern und Baufirmen zur Verfügung gestellt.

Vorbilder für C2C-Gebäude

Auch im Bereich der Bauprojekte gibt es bereits Vorreiter, die dem C2C-Prinzip folgen. So wurde das neue Verwaltungsgebäude der RAG-Stiftung und der RAG Aktiengesellschaft auf dem Welterbe Zollverein in Essen im Sinne von Cradle to Cradle realisiert. Beim Neubau wurde beispielsweise eine sortenrein trennbare Aluminium-Glas-Fassade verwendet, bei der nichts miteinander verklebt, sondern ausschließlich gesteckt und geschraubt ist. Der spätere Rückbau und die Wiederverwendung der verbauten Materialien wurden hier auch bereits in der Planungsphase mitbedacht.

Ein ähnliches Ziel verfolgt auch die kleine schwäbische Gemeinde Straubenhardt. Auf dem rund 6.000 Quadratmeter großem Areal plant sie den Neubau des zentralen Feuerwehrhauses in nachhaltiger Bauweise. Neben Nutzung erneuerbarer Energiequellen, den gebäudeintegrierten Wasserkreisläufen und einem Gründach werden beim Neubau Cradle to Cradle-Baumaterialien eingesetzt.

Diese Beispielprojekte zeigen, dass Cradle to Cradle nicht nur theoretisch funktioniert, sondern sich auch in der Praxis bereits bewährt. Um enkelfähige Gebäude und Städte zu schaffen, bedarf es jedoch eines viel größeren Einsatzes und einer flächendeckenden Anwendung des C2C-Konzepts. Nur dann können wir sicher sein, dass wir unsere Umwelt und die Zukunft langfristig und positiv verändern.

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