Grüner wohnen

Nachhaltigkeit und Ökologie sind Begriffe, die viele Unternehmen inzwischen oft und gerne in ihren Richtlinien ­verwenden. Bei den Stadtwerken Bamberg sind sie aber auch tatsächlich gelebte Philosophie.

Jüngstes Beispiel: die abgeschlossene energetische Sanierung zweier Wohnhäuser an der Ecke Gasfabrikstraße/Magazinstraße in Bamberg, die zehn Mitarbeiterwohnungen beherbergen. Mit der Sanierung verfolgten die Stadtwerke Bamberg zum einen die Modernisierung und Aufwertung ihrer Wohnhäuser, zum anderen die Schaffung eines optischen Blickfangs in geringer Entfernung zum Gelände der Landesgartenschau, die Tausende Besucher anlockte. Außerdem bilden beide Wohnobjekte den nördlichen Abschluss des Stadtwerke-Quartiers mit der Firmenzentrale im Mittelpunkt.

Zahlreiche Sanierungsmaßnahmen bei fortlaufender Bewohnung

Frank Nickel und Jochen Wachter vom gleichnamigen Büro Nickel und Wachter Architekten, Bamberg, planten hierfür in Kooperation mit Stadtwerke-Architekt Ralf Göller zahlreiche Sanierungsmaßnahmen, wie z.B. die Dämmung von Dach und Außenwänden nach aktuellen Anforderungen, den Austausch alter gegen hoch isolierende Fenster, moderne Zuluftsysteme für alle Wohneinheiten sowie die Erneuerung der gesamten Heizungsanlage unter Einsatz von Fernwärme aus dem Bamberger Müllheizkraftwerk. Eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten: Die Maßnahmen mussten bei fortlaufender Bewohnung durch die Mitarbeiter behutsam erfolgen.

Holzanbauten aus langlebiger ­Thermo‑Pappel

Was dem Betrachter nach abgeschlossener Sanierung ins Auge fällt, sind vor allem die drei neuen Anbauten, die unter ökologischen Aspekten in Holzbauweise errichtet wurden. Sie beherbergen für jede Wohnung neue Bäder, nachdem die vorhandenen Nass­räume den räumlichen Anforderungen nicht mehr genügten. Trotz ihrer privaten Nutzung wenden sich die Holzbaukörper dem öffentlichen Raum zu. Die Fassaden aus Thermo-Pappel setzen sich als Leistenschirme vor großen Fensteröffnungen fort und bieten Transparenz und Intimität ­gleichermaßen. Ebenfalls augenfällig: Hölzerne Fensterhülsen wechseln sich mit ­weißen Putzfaschen ab, um Tiefe und Rhythmik in der ehemaligen 1950er-Jahre-Fassade zu erzeugen. Die Entscheidung für einen Fassadenanstrich in Steingrau fiel aus Rücksichtnahme auf das industriell geprägte Umfeld. ­Zahlreiche neu gepflanzte Bäume und Hecken bringen zusätzliche Qualität in die Außenräume.

Ökologie und Klimaschutz vor Ort

Die Installation von ca. 320 m² Photovoltaik-Modulen auf beiden Wohnhaus-Dächern und der Garagen-Dachfläche spiegelt die Verantwortung der Stadtwerke Bamberg gegenüber der Umwelt wider. Mit der Einsparung von Energie durch Modernisierung sowie der Nutzung vorhandener Abwärme und Sonnenenergie leistet das Unternehmen außerdem einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz vor Ort.

Die Sanierungsmaßnahmen mussten bei fortlaufender Bewohnung durch die Mitarbeiter behutsam erfolgen.

Die Entscheidung für einen Fassadenanstrich in Steingrau fiel aus Rücksichtnahme auf das ­industriell geprägte Umfeld

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