Energie

Flatrate Warmmiete

Hohe Bauqualität und effiziente Bewirtschaftung zeichnen zwei Mehrfamilienhäuser in der Maybacher Heide in Recklinghausen aus. Die Besonderheit: Der Bauherr garantiert seinen Mietern über Jahre hinweg konstante Heizkosten.

Rund 2 km vom Zentrum Recklinghausens entfernt liegt das 27 ha große Wohn-, Freizeit- und Sportgebiet Maybacher Heide im Stadtteil Hillerheide. Neben dem naturnahen Wohnen zeichnet es sich vor allem durch seine hervorragende Infrastruktur aus: Kindergärten, Schulen und weitere Einrichtungen sind mit öffentlichen Verkehrsmittel auf kurzen Wegen zu erreichen. Darüber hinaus liegen das Naherholungsgebiet Hohenhorst sowie das Stadtteilzentrum in unmittelbarer Umgebung.

Inmitten der Maybacher Heide ließ der Bauherr Dr. Wolfgang Höper unter Mitwirkung des Architekturbüros Schierbaum aus Herne zwei modern ausgestattete Gebäudekomplexe errichten, deren äußere Gestaltung Elemente des Bauhauses aufgreifen. Die beiden 4-geschossigen, quaderförmigen Gebäude weisen insgesamt 22 Wohneinheiten mit 75 bis 100 m2 Wohnfläche auf. Die 2,5- bis 3,5-Zimmer-Wohnungen verfügen über durchdachte Grundrisse mit lichtdurchfluteten Räumen und punkten durch ihre komfortable Ausstattung. Als Beispiel seien hier die ebenerdigen Duschen sowie barrierefreie Balkone bzw. Terrassen genannt. Dazu kommen 3-fach-Verglasung und Fußbodenheizung. Verbunden sind die beiden Teile der Wohnanlage durch eine unterirdische Tiefgarage, die bequem per Aufzug zu erreichen ist. Errichtet wurden die Gebäude in Massivbauweise nach KfW-70-Standard. Die Effizienzhäuser mit ca. 2.000 m2 Wohnfläche verfügen damit über einen Heizwärmebedarf von ≤ 45 kWh/(m2/a). Die Heizlast des Gebäudes wurde nach DIN EN 12831 berechnet.

Die hohe Bauqualität und die effiziente Bewirtschaftung der Anlage führen dazu, dass der Bauherr seinen Mietern über Jahre hinweg konstante Heizkosten garantieren kann. Aus diesem Grund entschied sich Dr. Höper, die Kosten der Wärme- und Warmwassererzeugung bereits pauschal mit der Miete zu erheben. So erhalten die Bewohner keine separaten Heizkosten-Abrechnungen mehr – Überraschungen in Form von Nachzahlungen sind damit ausgeschlossen. Der Grundmietpreis beläuft sich auf 8 €/m2. Hier sind die anfallenden Stromkosten für den Betrieb der Wärmepumpen bereits inbegriffen. Dass dieses Konzept gut ankommt, beweist die starke Nachfrage für die komfortablen Wohneinheiten. Bereits drei Monate vor Fertigstellung waren alle Wohnungen vermietet.

Wesentliche Voraussetzung für dieses Mietkonzept ist eine von fossilen Energieträgern wie Gas oder Öl unabhängige Versorgung – und die Vermeidung der damit verbundenen steten Preissteigerungen. Deshalb setzte der Investor konsequent auf den Einsatz erneuerbarer Energien. In Abstimmung mit dem ­Heizungsfachbetrieb Appenzeller Sanitär-, Heizungs- und Elektrotechnik GmbH aus Recklinghausen entschied man sich für die Installation von je zwei Luft/Wasser-Wärmepumpen pro Gebäudekomplex. Zum Einsatz kamen die Inverter-Wärmepumpen der Baureihe CMF 180 Duo von Remko. Diese eignen sich besonders für Niedrigenergiehäuser, in denen nur geringe Vorlauftemperaturen benötigt werden.

Die Heizungsanlage

Die Luft/Wasser-Wärmepumpen in Split-Ausführung ermöglichen sowohl das Heizen als auch die Warmwasserbereitung. Aufgrund der eingesetzten Invertertechnologie arbeiten sie besonders energieeffizient, weil sich die Verdichterdrehzahl stufenlos dem jeweiligen Heizbedarf anpasst. Da als Energiequelle auf die Außenluft zurückgegriffen wird, ist das Gerät bis zu einer Außenlufttemperatur von -18°C einsatzbereit. Die Außenmodule – zwei pro Wärmepumpe – konnten aufgrund der Split-Ausführung auf den Flachdächern der beiden Gebäude installiert werden. Geräuschbelästigungen während des Betriebs sind ausgeschlossen, u. a. wegen der Aufstellung des Außenmoduls auf Schwingungsdämpfern und durch die entfernte Positionierung. Der Schalldruckpegel pro Außenmodul beläuft sich im Freifeld bei einem Abstand von 5 m auf 43,5 dB(A). Bei vier nebeneinanderstehenden Modulen erhöht sich dieser Wert um 6,0 dB.

Sowohl bei der Installation auf Dächern als auch anderen freien Flächen ist auf eine erhöhte Aufstellung zum Schutz vor Schnee oder sich ansammelndem Laub zu achten. Nur so ist ganzjährig ein freies Ansaugen und Ausblasen der Außenluft möglich. Darüber hinaus sind Blitzableiter zu installieren, um die Anlage vor Blitzeinschlag zu schützen. Des Weiteren stören die Module mit den Maßen 1.420 mm Höhe, 940 mm Breite und 330 mm Tiefe nicht die Optik des architektonisch modern gestalteten Wohnkomplexes. Die kompakte Bauweise resultiert daraus, dass lediglich Verdichter, Verdampfer und Expansionsventil untergebracht sind.

Die Heizleistung der eingesetzten Inverter-Wärmepumpen beläuft sich auf 6,2 bis 35,4 kW, sodass pro Gebäude maximal 70,8 kW zur Verfügung stehen. Der COP (Coefficient of Performance ) liegt bei bis zu 4,9. Die Wärmepumpen im Objekt auf der Maybacher Heide wurden monoenergetisch ausgeführt. Bei Bedarf schaltet sich eine Elektro-Zusatzheizung ein, was aber lediglich an wenigen Tagen im Jahr bei sehr kalten Außentemperaturen erforderlich sein wird.

Die wandhängenden Innenmodule wurden in jeweils zwei Kellerräumen installiert. Dabei war von Vorteil, dass die Abmessungen mit 800 mm Höhe, 550 mm Breite und 550 mm Tiefe eine einfache Einbringung ermöglichen. Alle Komponenten sind bereits in einem Gehäuse untergebracht: Umwälzpumpe, Armaturen sowie der Wärmepumpenmanager. Daher lassen sich die Bauteile mit geringem Aufwand montieren. Die Regelungseinheit Multitalent steuert die Wärmepumpe vollautomatisch. Darüber hinaus regelt sie alle Sicherheitsfunktionen.

Weitere Komponenten

Generell ist bei der Wärmepumpe aus dieser Baureihe ein externer Pufferspeicher erforderlich, um ein gutes Regelverhalten und ein Mindestwasservolumen für die Abtauenergie zu garantieren. Diese wird für die Abtaufunktion benötigt, die durch die Umkehrung des Kreislaufs realisiert wird. Zum Einsatz kam auf der Maybacher Heide der Multifunktionspufferspeicher MPS 1000. Er eignet sich als Pufferspeicher für die Speicherung von Heizwasser aller Warmwasser-Zentralheizungen.

So installierte der Heizungsfachbetrieb Ap­­penzeller jeweils zwei Multifunktionsspeicher als Pufferspeicher für die Warmwasserbereitung sowie einen als Pufferspeicher für die Heizungsanlage. Das Fassungsvermögen be­­läuft sich jeweils auf 1.000 l. Ummantelt sind sie mit Polyester-Vlies, das die Wärmeverluste gegenüber dem zuvor verwendeten Weichschaum um 38 % reduziert. Darunter befindet sich Qualitätsstahl DIN EN 10025 / 10111.

Hydraulische Anbindung

Wie die hydraulische Anbindung der Heizungsanlage aufgebaut sein sollte, um eine sichere und effiziente Betriebsweise zu garantieren, verdeutlichte der Hersteller Remko dank seines Hydraulikkonfigurators besonders anschaulich: Für jedes der beiden Innenmodule stehen zwei Außenmodule zur Ver­fügung. Während die erste Wärmepumpe inklusive des zwischengeschalteten Pufferspeichers primär für die Wärmeversorgung eingesetzt wird, garantiert die zweite Wärmepumpe in Verbindung mit den beiden Brauchwasserspeichern die Warmwasserbereitung. Sollte der Bedarf an Wärme oder Warmwasser einmal besonders hoch sein, so lassen sich beide Wärmepumpen auch parallel auf die Pufferspeicher betreiben. Diese Hydraulik wurde in beiden Gebäuden entsprechend umgesetzt. Die weitere bauseitige Anlagenhydraulik wurde durch einen externen Fachplaner geplant. Hierfür sind in jeder Wohnung Übergabestationen für die Fußbodenheizung und Warmwasserversorgung eingebaut worden.

Fazit

Bauherr und Investor der Wohnanlage auf der Maybacher Heide Dr. Höper ist mit dem Resultat zufrieden: „Die innovative Heizungstechnik ermöglicht uns einen problemlosen Betrieb und eine preisgünstige Warm-Vermietung der Wohnanlage. Aufgrund der guten Erfahrungen mit den Anlagen sowie dem technischen Service werden wir beim nächsten Bauabschnitt auf jeden Fall wieder Wärmepumpen von Remko einsetzen.“

Der Grundmietpreis beträgt 8 €/m2
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