Flachdachsanierung

Bei der Dachsanierung eines Wohnblocks in Ostsachsen konnten die Bauherren eine 15-jährige Garantiezusage durch eine Versicherung absichern, die beginnend ab dem 6. Jahr Mängel an der Dachhaut übernimmt – sowohl für das Material als auch für die handwerkliche Ausführung.

Dieser Plattenbau der WBS Type aus der DDR-Zeit stand in Bernstadt in Ostsachsen aufgrund von Undichtigkeiten zur Sanierung an. Zur Erarbeitung eines Sanierungskonzepts wurde bei einer Dachbegehung der Zustand und die Art der vorhandenen Dachhaut überprüft.

Nach der Wende war die ursprüngliche Dachabdichtung mit einer silberfarbenen Bitumenbeschichtung über­­arbeitet worden. Durch Klebeversuche auf der vorhandenen Abdichtung und den damit verbundenen Abrissversuchen wurden die Haftfestigkeit dieses Anstrichs zum Untergrund und die Verbindung zur neuen Abdichtung überprüft. Die Untersuchung im Labor auf Verträglichkeit der Stoffe untereinander ergab ein positives Ergebnis.

Die innen liegende Entwässerungsrinne, 80 cm tief in die Konstruktion eingebettet, wurde zur Vereinfachung mit einer Holzkonstruktion geschlossen. Diese neue Rinne gestaltete man gleich so, dass ein Gefälle zu den Gullys entstand. Ebenso war vorgesehen, die Dachrandprofile an den Längsseiten sowie an der stirnseitigen Attika zu erneuern. Lichtkuppeln ersetzten die Dachausstiege, um Schwachstellen zu vermeiden.

 

Arbeitsschritte

Nach dem Abstoßen der Beulen und Blasen und dem Beseitigen der Falten erfolgte das Vorstreichen der Fläche mit einem mit speziellen Haftzusätzen versehenen Haftgrund. Als erste Lage kam eine spezielle Sa­nierungsbahn zum Einsatz (Fa. Kebulin). Durch die unterseitige Rillen­prägung, verbunden mit der punktweisen Ver­legung, wird somit ein möglichst großer Entspannungsraum (Dampfdruckausgleich) für eingeschlossene Restfeuchte ge­­schaffen. Ein hochreißfester Träger aus Glasgewebe und einer hochwertigen Polymerbitumen-Deckmasse schaffen bereits mit der ersten Lage die Basis für eine insgesamt hochwertige und langlebige Abdichtung. Die zweite Lage, ebenfalls eine hochwertige Polymerbitumen-Schweißbahn mit einer Trägerkombination aus einem Glasgewebe und eine Polyestergewebe, die vollflächig aufgeschweißt wurde, vervollständigen die Abdichtung. In der neuen Kehle wurde eine spezielle Kehlbahn eingesetzt. Zur Vermeidung von Kopfstössen wurden alle Bahnen in Fixlängen geliefert, was die Sicherheit der Abdichtung unterstützte.

 

Ausblick

Neben dem ausführlichen Sanierungsvorschlag und der Aussicht auf eine langfristige und somit wirtschaftliche Dachhaut bekamen die Bauherren eine 15-jährige Garantiezusage, die durch eine namhafte deutsche Versicherung abgesichert ist. Beginnend ab dem 6. Jahr, wenn die gesetzliche Gewährleistungsfrist des Handwerkers abgelaufen ist, übernimmt die Versicherung Mängel an der Dachhaut und das sowohl für das Material als auch für die handwerkliche Ausführung.

 

 

Nach der Wende war die ursprüngliche Dachabdichtung mit einer silberfarbenen Bitumenbeschichtung überarbeitet worden. Durch Klebe- und Abrissversuche musste die Haftfestigkeit dieses Anstrichs zum Untergrund und die Verbindung zur neuen Abdichtung überprüft werden.

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