Photovoltaikanlage

Fast grenzenlos skalierbar

Eine dachintegrierte Photovoltaikanlage ist eine optisch hochwertige Lösung für Gebäude mit höheren ästhetischen Ansprüchen. Dies gilt auch für den Mehrfamilienhausbereich, doch dort sind sie zu Unrecht noch selten zu sehen.

Das Dach eines Hauses kann vieles sein: flach und unbewirtschaftet, ein begehbarer Dachgarten, ein Gründach, ein architekturbestimmendes Schrägdach oder eine „Farm“ zur Erzeugung von grünem Strom. Dass das keinesfalls nur ein Thema für den Einfamilienhausbau ist, weiß jeder, der einmal die riesigen Stalldachflächen gesehen hat, die nicht nur dazu dienen, den Tieren ein Dach über dem Kopf zu geben, sondern auch ein handfester wirtschaftlicher Faktor für den Landwirt sind.

Warum also sollte etwas dagegensprechen, auch die Dächer von Mehrfamilienhäusern oder anderen Objekten zur Stromproduktion zu verwenden? Rechtlich ist dies möglich, wenn auch etwas aufwendiger zu realisieren. Doch gerade im hochwertigen mehrgeschossigen Wohnbau kann die eigene Stromproduktion auch ein Pluspunkt für das Objekt sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn sie unauffällig in die Dachflächen integriert ist.

Modulares Konzept

Ein ästhetisch ansprechendes geneigtes Dach kann auch größere Wohnanlagen zieren. In diesem Fall bietet es sich an, zur Stromerzeugung auf ein dachintegriertes Photovoltaiksystem zu setzen. Grundsätzlich kann so eine Anlage, wie jede andere PV-Anlage auch, auf jedem Steildach eingebaut werden. Um eine gute Ausbeute zu erzielen, spielt die Ausrichtung der Dachflächen eine entscheidende Rolle. Optimal ist eine Südwest-Ausrichtung, um möglichst viel Sonnenlicht in Strom umzuwandeln. Für die grundsätzliche Entscheidung zur Photovoltaik spielt das Ausmaß der Anlage oder die Wahl der Dachziegel keine Rolle: Dank eines modularen Konzepts ist das System von Creaton (www.creaton.de) fast beliebig skalierbar und für alle Tondachziegel und Betondachsteine geeignet.

„Die neue PV-Anlage zeichnet sich durch niedrige Anschaffungs- und Montagekosten aus und eignet sich somit auch für größere Dachflächen. Die schwarzen PV-Module lassen sich in das Dach integrieren und sorgen so für eine einheitliche ästhetische Dachoberfläche. Das ist vor allem im gehobenen Wohnbau interessant, da die Photovoltaikanlage sich optimal in das architektonische Konzept einfügt, anstatt als optischer Störfaktor aufgeständert auf der Dachfläche installiert zu werden“ erläutert Markus Saliger, Anwendungstechniker Photovoltaik bei der Creaton GmbH. Allerdings sind der Größe der Gesamtanlage doch ein paar technische und regulative Grenzen gesetzt.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen richten sich zunächst danach, ob das Gebäude gemeinschaftliches Eigentum oder ein Mietobjekt ist. Die zumindest in Mietshäusern lange unklare rechtliche Situation ist inzwischen durch das Gesetz zur Förderung von Photovoltaik-Mieterstrom geklärt. Auf den Strom für die Mietwohnungen fällt zwar volle EEG-Umlage an, Netzentgelte und Stromsteuer hingegen fallen weg. Mieterstrom wird, abhängig von der Größe der PV-Anlage, mit 2,1 bis 3,8 Cent pro Kilowattstunde gefördert. Damit sind aber zusätzliche Stromzähler erforderlich, um diesen Strom zu erfassen.

Dennoch ist diese Methode in den meisten Fällen für beide Seiten profitabel. Der Vermieter kann einen höheren Erlös als durch eine Einspeisung des Stroms erzielen, der Mieter hingegen zahlt einen niedrigeren Preis als bei externem Strombezug denn für ihn ist der Bezugspreis auf maximal 90 Prozent des Preises des örtlichen Grundversorgers festgelegt. Der Vermieter trägt allerdings ein gewisses Risiko, weil die Mieter weiterhin frei in der Wahl des Stromanbieters sind und das Angebot des Vermieters nicht annehmen müssen. Um Strom auf dem eigenen Vermietungsobjekt zu erzeugen, muss aber der Vermieter nicht einmal der Anlagenbetreiber sein. Diese Funktion kann zum Beispiel auch der örtliche Stromversorger übernehmen.

Ab 70 % wird abgeriegelt

Auch der Größe der Photovoltaikanlage auf Wohnhäusern kann nicht völlig frei gewählt werden. Das EEG 2021 setzt eine Grenze bei einer Leistung von 30 kWp. Dazu kommt, dass die Einspeisemenge des erzeugten Stroms auf 70 % reguliert wird. Diese Abriegelung bei 70 % verhindert, dass das lokale Stromnetz an besonders sonnigen Tagen nicht überlastet wird, wenn viele Anlagen ihren Strom in das Netz einspeisen. Ausgenommen von dieser Regelung sind nur Anlagen, die über ein ferngesteuertes Dateneinspeisemanagement verfügen.

Abseits der Abriegelung besteht bei Anlagen mit einer Leistung zwischen 7 und 25 kWp auch die Möglichkeit, einen Rundsteuerempfänger einzubauen. Dieser wird vom Netzbetreiber bezogen und regelt dann die Anlage selbst. Soll eine Anlage mit über 25 kWp Leistung betrieben werden, muss der Rundsteuerempfänger zwingend eingebaut werden. Bei all diesen Überlegungen sollte man stets im Hinterkopf behalten, dass aufgrund der Regelungen der Netzbetreiber der Herr auf der PV-Anlage ist. Daher kann es langfristig nur das Ziel sein, den eigenen Strom selbst zu verbrauchen. Dafür bietet das dachintegrierte Photovoltaiksystem von Creaton mehrere Speichervarianten an. Aus dieser Perspektive ist es sinnvoll, die Anlage nicht von Vornherein zu überdimensionieren, sondern dem voraussichtlichen Bedarf anzupassen.

Unkomplizierte Abstimmung

Längere Bauzeiten oder Bauverzögerungen und damit einen späteren Bezugstermin aufgrund des zusätzlichen Elements müssen Investoren nicht befürchten. Wählt man eine dachintegrierte Anlage, die auch der Dachdecker einbauen kann, so wird der Bauherr von dem zusätzlichen Aufwand kaum etwas bemerken.

Im Normalfall sitzen meist mehrere Gewerke bei der Installation einer Photovoltaikanlage mit im Boot. Bis sie sich untereinander koordiniert haben, um einen reibungslosen Bauablauf zu ermöglichen, ist beträchtlicher Aufwand zu betreiben. Kann der Dachdecker diese Arbeiten selbst erledigen, ist der Abstimmungsbedarf deutlich geringer: Er installiert alle dachseitigen Elemente und muss sich nur mit dem Elektriker koordinieren, der seinerseits den hausseitigen Anschluss vornimmt. Der Einbau der Anlage im Einfamilienhausbereich ist mit etwas Routine in einem Tag zu schaffen, entsprechend mehr Aufwand muss bei einer größeren Anlage kalkuliert werden. Baut der Dachdecker das System zum ersten Mal ein, besteht bei Creaton die Möglichkeit, Unterstützung durch das Anwendungstechnik-Team des Herstellers zu erhalten.

Für Dachhandwerker ist das ins Dach integrierbare System die Chance, sich als der eine Ansprechpartner für alle Themen am Dach zu positionieren, denn die Anlage kann auch ohne weitreichende elektrische Kenntnisse installiert werden. Dank eines modularen Konzepts ist das System beliebig skalierbar und für alle Tondachziegel und Betondachsteine von Creaton geeignet. Die PV- Anlage zeichnet sich durch günstige Anschaffungs- und Montagekosten aus und eignet sich somit auch für größere Dachflächen auf Ein- und Zweifamilienhäusern. Auch die optisch hochwertige Integration in die Dachfläche ist ein Pluspunkt der Anlage.

Einfaches Monitoring

Die gesamte Anlage lässt sich später per App überwachen. Dazu ist jedoch während der Installation ein Schritt unabdingbar: Die Dokumentation der Wechselrichternummern. Die Seriennummern jedes einzelnen Wechselrichters werden bei der Installation vom Produkt abgezogen und auf das Montageprotokoll geklebt. So lässt sich später per App nachvollziehen, ob alle Module störungsfrei funktionieren. Sollte doch einmal ein Fehler auftreten, ist der Übeltäter dann schnell gefunden und ausgetauscht.

Der Anwendungstechniker Markus Saliger ist überzeugt, dass das System auch auf Mehrfamilienhäusern vorteilhaft ist. „Alle Komponenten der Anlage sind optimal aufeinander abgestimmt und auch bei Reparaturen und Austausch leicht zugänglich.“ Die Systemsoftware kann per Fernwarte aktualisiert werden, ein integriertes Energiemanagement und Monitoring in Echtzeit machen das System besonders kundenfreundlich. So ist der Betrieb einer PV- Anlage auch für die Hausverwaltungen gut zu managen.

Und wie stellt sich diese Investition wirtschaftlich dar im Vergleich zu herkömmlichen, aufgeständerten Anlagen? Auch dazu gibt Markus Saliger einen guten Überblick: „Der Bauherr und der Dachdecker können auf einen enormen Vorteil während der Installation bauen: Die Montage ist einfach, auf die Unterstützung durch einen Elektriker kann verzichtet werden. Der Elektriker erledigt lediglich den ordnungsgemäßen Anschluss im Haus. Auch auf lange Sicht ist die Installation der PV-Anlage sicher. Die Leistungsgarantie auf die PV-Module gilt für 25 Jahre und umfasst eine Effizienz von bis zu 80 % über diesen Zeitraum. Auch auf die Mikrowechselrichter gilt eine Produktgarantie über 25 Jahre. Sie gilt für die Kosten des Wechselrichters im Falle eines Austauschs. Das ist für den Bauherren auf lange Sicht eine interessante wirtschaftliche Perspektive hinsichtlich der Betriebskosten der Anlage.“

Der Betrieb einer Photovoltaikanlage im Mehrfamilienhausbereich ist also durchaus möglich und wird in den kommenden Jahren durch den Umbau des Energiesektors voraussichtlich immer häufiger anzutreffen sein. Vorausschauende Bauherren können durch die Integration von PV in den Planungsprozess einen Trend setzen, anstatt ihm später hinterherzulaufen.

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