Denkmalschutz

Es geht auch flüssig

Vorbeugen ist besser als „nachbeugen“ – gemäß dieses Grundsatzes handelte Bauherr Hans Joachim Rieseberg bei der Haubensanierung seiner denkmalgeschützten Windmühle. Noch bevor die schadhaften Stellen an den in die Jahre gekommenen Bitumenbahnen der darunterliegenden Holzkonstruktion des Mühlenkopfes keinen ausreichenden Schutz mehr vor Feuchtigkeit boten, setzte er eine Instandhaltungsmaßnahme um. 

Dafür suchte der erfahrene Architekt nach einer Bitumenalternative und einer langlebigen Lösung. Als Herausforderung dabei erwies sich vor allem die komplizierte Geometrie des Untergrundes. Fündig wurde er beim Mindener Flüssigkunststoff-Experten Triflex (www.triflex.de): Die Neuabdichtung auf Basis von Polymethylmethacrylat (PMMA) schmiegt sich nahtlos wie eine zweite Haut an den Mühlenkopf. Ein vorheriges Entfernen des Altbelags war nicht notwendig. Das Ergebnis ist dauerhaft und erfüllt auch die Anforderungen des Denkmalschutzes.

In Lavelsloh, einem Ortsteil des Fleckens Diepenau in der Samtgemeinde Uchte, gelegen an der Grenze von Niedersachsen zu Nordrhein-Westfalen, steht eine alte Galerieholländer-Windmühle aus dem Jahr 1871. Auch wenn der Mühlenbetrieb Ende der 1950er Jahre eingestellt wurde, ist dennoch nie Ruhe eingekehrt: Der Berliner Architekt und Mühlen-Liebhaber Hans Joachim Rieseberg erwarb das Objekt 1972 und sanierte es in den 1980er Jahren. Er hat beispielsweise den Unterbau zur Ferienwohnung umfunktioniert und das Äußere des historischen, heute unter Denkmalschutz stehenden Bauwerks originalgetreu erhalten. So zählt die Windmühle zu den Sehenswürdigkeiten der Gegend.

Aktiv werden, bevor großer Schaden entsteht

Im Zuge der Modernisierungsmaßnahme im Jahr 1980 hat Rieseberg auch den Mühlenkopf restauriert: Der Holzunterbau wurde erneuert und mit dreifachen Bitumenbahnen abgedichtet. Als jetzt wegen einer Sanierung der schadhaften Putzfassade ein Gerüst an der Mühle angebracht werden musste, zeigte sich, dass auch eine Instandsetzung des Mühlenkopfes erforderlich war. „Nach 40 Jahren Beanspruchung war klar erkennbar: Wenn wir nicht bald handeln, wird die Abdichtung nicht mehr halten und den Weg frei machen für Feuchtigkeit“, beschreibt Hans Joachim Rieseberg die Situation. 

Dieses Mal entschied er sich jedoch bewusst gegen Bitumenbahnen: „Den Altbelag zu entfernen ist äußerst aufwendig, die Brandgefahr bei der Anbringung neuer Bahnen groß.“ Eine Eindeckung mit Dachschindeln kam für ihn ebenfalls nicht infrage: „Die Mühlenhaube war immer schon mit Dachpappe eingekleidet. Diese diente dem wirtschaftlichen Schutz der Maschinen darunter, schließlich war die Mühle kein Schauobjekt wie heute, sondern ein Industriebau.“ Also recherchierte der Architekt Alternativen. Nachdem er Kunststoffbahnen aufgrund der komplexen Geometrie des Mühlenkopfes als ungeeignet erachtete, stieß Rieseberg auf die Möglichkeit einer Flüssigabdichtung und nahm Kontakt zu Triflex auf.

Einfache Lösung für komplexe Geometrie

„Mir wurde gleich ein kompetenter Ansprechpartner genannt, der schließlich bei einem Vor-Ort-Termin die Eignung von Flüssigkunststoff als Abdichtung für die Mühlenhaube bestätigt hat“, erinnert sich Hans Joachim Rieseberg. Dieser empfahl das Detail Abdichtungssystem Triflex ProDetail auf PMMA-Basis: „Das Material ist elastisch und, dank Vlieseinlage, dynamisch rissüberbrückend. Das macht es ideal für die sehr spezielle Form des Mühlenkopfes. Weil die Flüssigabdichtung fugenlos verarbeitet wird, gibt es keine Nähte wie bei Bitumenbahnen, die potenzielle Schwachstellen darstellen. Somit ist das Ergebnis langlebig und dauerhaft.“ Auch die Denkmalschutzbehörde war einverstanden mit der Verwendung des geprüften Systems.

Leicht verarbeitbar und flexibel im Einsatz

Letztlich erwies es sich auch als Vorteil, dass das Produkt verarbeitungssicher ist. „Der mit der Instandsetzung beauftragte Zimmereibetrieb hatte noch keine Erfahrung in der Anwendung von Flüssigabdichtungen“, erzählt Hans Joachim Rieseberg. „Aber nach einer Einweisung durch Triflex-Mitarbeiter haben sie sich die Kenntnisse schnell angeeignet.“

Bevor die Abdichtung appliziert werden konnte, wurden zunächst einzelne Bitumenbahnen nachfixiert und Schadstellen mit Triflex Cryl Spachtel ausgebessert. Anschließend erfolgte schrittweise die Abdichtung des Mühlenkopfes in Teilflächen mit Triflex ProDetail. Dabei betteten die Anwender ein Spezialvlies in zwei Schichten des flüssigen Materials ein. Danach wurden nach demselben Prinzip auch die Anschlüsse zum Umgang hergestellt.

„Vom Material begeistert!“

Das Resultat der Instandhaltungsmaßnahme stellt den Bauherrn zufrieden, schließlich konnte die ursprüngliche Ästhetik der Windmühle beibehalten werden. „Alles hat einfach wunderbar geklappt, die Neuabdichtung funktioniert einwandfrei und bewährt sich für diese Zwecke“, schließt Hans Joachim Rieseberg. „Ich bin vom Material begeistert!“

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