Rollläden

Der Klassiker ist ein wahres Multitalent

Der Rollladen hat sich im Zuge stetiger Weiterentwicklungen als hochfunktionelles Bauteil etabliert, das nicht nur zum Schall- und Sichtschutz, sondern auch maßgeblich zur Wärmedämmung sowie Einbruchsicherheit beiträgt.

Ob automatisch gesteuerte Sonnensegel, einbruchsichere Rollläden, Rolltore und -gitter oder lichtlenkende Jalousien und computergesteuerte Beschattungen für lichtdurchflutete Gebäude – Rollläden haben sich zu wahren Hightech-Bauteilen und Multitalenten entwickelt. Ihr Einsatz wird immer gefragter, denn: Gebäude sind offener denn je, große Glasflächen beherrschen die moderne Architektur.

Von Sonnen- bis Einbruchschutz: Moderne Rollläden sind vielseitig

Heutige Rollläden gehen auf die Römerzeit zurück. Schon damals setzten Menschen einfache Klappläden aus Holz zum Sichtschutz ein. Im 18. Jahrhundert entstanden in Frankreich zunächst starre Jalousien, die im weiteren Verlauf mithilfe von Bändern zusammenziehbar waren – sogenannte Zugjalousien. Bereits im nächsten Schritt wurden Rolljalousien gefertigt, die mittels einer Welle aufrollbar waren und aus denen schließlich unsere heutigen Rollläden entstanden. Heute bieten Rollläden weitaus mehr als lediglich Schutz vor unerwünschten Blicken: Vielmehr liefern sie zusätzlich eine beeindruckende Performance in Sachen Energieeffizienz, Wetterbeständigkeit sowie Einbruch- und Schallschutz.

PVC, Aluminium oder doch Holz?

Rollläden sind in unterschiedlichen Materialien erhältlich. Exemplare aus PVC sind leicht, günstig, einfach zu reinigen und bieten eine sehr gute Wärmedämmung. Einziger Wehrmutstropfen: Sie schützen nur bedingt gegen Einbrecher. Schön hingegen: PVC-Rollläden in Gelb, Grün, Rot oder Blau setzen farbige Akzente.

Aluminium macht Rollläden sehr witterungsbeständig – Stürme, Starkregen und Hagel, die auch in unseren Breitengraden immer häufiger werden, setzen Rollläden starken Beanspruchungen aus, mit denen das Metall ausgezeichnet zurechtkommt. Zudem ist der Werkstoff weitaus stabiler als PVC, was auch beim Einbruchsschutz Pluspunkte bringt.

Holzrollläden sind stabil, bieten guten Einbruchschutz und können für sehr breite Fenster verwendet werden. Zugleich sind sie aber vergleichsweise kostenintensiv, schwer und bedürfen intensiver Pflege gegen Witterungseinflüsse. Es gibt heute nur noch wenige Anbieter für Holzrollläden, denn diese werden fast nur noch in denkmalgeschützten Gebäuden eingesetzt, um den historischen Gesamteindruck wiederherzustellen.

Dämmspezialist bei Kälte und Hitze

Im Winter schützen Rollläden aller Materialien die Räume optimal gegen Kälte. Durch ihren Einbau lässt sich der Energieverbrauch beim Heizen reduzieren und so spielend einfach Kosten einsparen. Denn: Im Raum zwischen Rollladenpanzer und Fensterscheibe bildet sich ein schützendes, warmes Luftpolster, das wie eine Dämmung wirkt – das Eindringen von Kälte ins Zimmer und der Wärmeverlust nach außen werden einschränkt. In der Praxis bedeutet das: Ein IGLO 5-Fenster des Fenster-, Türen- und Rollladen-Her-stellers DRUTEX mit den Maßen 1.500 x 1.500 mm und Koeffizient Uw = 0,99 W/(m²K) erzielt bei geschlossenem Rollladen einen Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,75 W/(m²K). Dies haben Untersuchungen, die vom polnischen Institut für Bautechnik (Instytut Techniki Budowlanej, kurz: ITB) durchgeführt wurden, bestätigt.

Doch nicht nur im Winter eignen sich Rollläden, um das Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden zu steigern. Auch im Sommer können sie ein wahrer Segen sein. Denn wer in moderne Außenrollläden investiert, ist bei einer Hitzewelle gut gewappnet. Sie schützen optimal gegen Sonneneinstrahlung und Überhitzung, denn sie halten die Wärme draußen und sorgen so für angenehm kühle Temperaturen. Ein Hinweis: Verwendet man PVC-Rollläden als Sonnen- und Hitzeschutz, sollten diese nie völlig geschlossen werden und einige Lichtschlitze geöffnet bleiben, um die Rollläden zu hinterlüften. Einen noch besseren Schutz bei Hitze liefern Außenrollläden aus Aluminiumprofilen. Sie bewahren die Temperatur im Gebäudeinneren ähnlich gut, wie man es etwa im Haushalt von Alu-Thermoskannen kennt: Aufgrund seiner Dämmeigenschaften und seiner starken Wärmereflexion ist Aluminium ein ideales Isoliermaterial.

Lärmschutz erhöhen

Neben umfangreicher Dämmfunktion können Rollläden auch den Lärmschutz erheblich verbessern. Gerade für Wohnungen, die an stark befahrenen Straßen oder in der Nähe von Bahntrassen liegen, lässt sich so der Geräuschpegel deutlich senken. Damit der Rollladen eine möglichst optimale Luftschalldämmung erreichen kann, ist der Abstand des Rollladenpanzers zum Fenster wichtig: Ist dieser zu gering, kann der Schall durch den Rollladen sogar noch verstärkt werden. Für einen guten Lärmschutz ist es daher wichtig, dass sowohl das Fenster als auch der Rollladen unabhängig voneinander schwingen können, was auch als Doppelwandeffekt bezeichnet wird. Dies wird erst ab einem Abstand von fünf Zentimetern zwischen Rollladenpanzer und Fenster erreicht. Zehn Zentimeter Abstand erzielen so eine maximale Dämmwirkung von zehn Dezibel. Beispiel: Bei einem Schallschutzfenster der Klasse III kann der Dämmwert so von 38 auf 48 Dezibel verbessert werden.

„Schon durch die Installation von äußeren Aufsatzrollläden oder Unterputzrollläden mit Aluminiumkasten an handelsüblichen Kunststofffenstern wird es im Raum um vier bis fünf Dezibel leiser“, weiß Mirosław Furtan, Produktionsleiter bei DRUTEX S.A. Weitere wichtige Punkte sind das Material und die Masse des verwendeten Rollladenpanzers. Dabei gilt: Je schwerer der Panzer, desto höher der mögliche Lärmschutz. „Um Schallbrücken zu verhindern, sollte auch der Rollladenkasten mit einer passenden Dämmung ausgestattet werden, wie beispielsweise das neue System mit EPS-Kasten von DRUTEX“, so Furtan weiter. „Allein der Kasten sorgt für eine standardmäßige Lärmreduzierung von 45 Dezibel.“

Sicherheit ohne Wenn und Aber

Ein weiterer Pluspunkt: Rollläden sind ein guter Schutz gegen Einbrecher. Zwar kann ein Rollladen das Eindringen ins Haus oder die Wohnung nie gänzlich verhindern, jedoch zeitlich verzögern – und genau diese Zeitfrage ist bei einem Einbruch wichtig. Denn je länger die Einbrecher zum Einsteigen benötigen, desto größer ist die Chance, dass sie erwischt werden. Ist das Risiko zu hoch, werfen viele das Handtuch und suchen das Weite. Statistiken zeigen: Einbruchsversuche werden durchschnittlich nach drei bis fünf Minuten abgebrochen, daher sollten zertifizierte Rollläden dieses Zeitfenster überstehen.

Doch nicht jeder Rollladen stellt für Langfinger eine echte Barriere dar. Insbesondere ältere und meist einfache Modelle lassen sich leicht hochschieben oder aus den seitlichen Führungen ziehen – gerade an gefährdeten Einbruchstellen wie Fenstern im Erdgeschoss und Terrassentüren kann ein Austausch daher sinnvoll sein. In diesen Bereichen sollten geprüfte einbruchhemmende Rollläden zum Einsatz kommen. Empfehlenswert sind hier Rollläden ab der Klasse RC 2, ausgehend von einer Unterteilung in sechs Widerstandsklassen. Diese Klassenangabe ist bei schon eingebauten Modellen übrigens auch ein Hinweis auf ihre Belastbarkeit. Soll nachgerüstet werden, muss nicht zwangsläufig direkt der ganze Rollladen ausgetauscht werden. Die automatische Hochschiebesperre lässt sich bei manchen Modellen auch nachträglich installieren.

Innovative Steuerungssysteme – nichts leichter als das!

Wer Rollläden modernisiert oder nachrüstet, setzt am besten auf moderne Antriebe und Steuerungen. Ein Elektromotor sorgt dafür, dass sie sich automatisch betätigen lassen – ganz einfach auf Knopfdruck, per Zeitschaltuhr oder über Sensoren. Letztere erfassen beispielsweise den Sonnenstand und lassen den Rollladen automatisch herunterfahren, um ein Aufheizen der Räume zu verhindern. Eine Zeitschaltuhr kann hingegen eingesetzt werden, um entweder die Anwesenheit der Bewohner zu simulieren, selbst wenn diese beim Einkaufen oder im Urlaub sind, oder um im Winter abends alle Rollläden automatisch zu schließen und somit Heizkosten zu sparen. Im Sommer kehren die Bewohner dank Zeitschaltuhr so in ein Zuhause zurück, in dem angenehme Temperaturen herrschen.

Vor der Montage sollte man sich jedoch gut überlegen, welche Steuerungsweise individuell am günstigsten ist: Die Nachrüstung von Motor und Steuerung kann sowohl kabelgebunden als auch drahtlos per Funk erfolgen. Besonders einfach ist die Nachrüstung per Kabel, wenn es an der gewünschten Stelle schon eine Stromversorgung gibt. Leerrohre können dann die Steuerleitungen aufnehmen. Ist dies nicht der Fall, setzen Hausbesitzer am besten auf Funktechnik.

Übrigens: Argumente für eine Rollladen-Automatisierung sind nicht nur Energieeinsparung und mehr Sicherheit, sondern auch mehr Komfort. Denn insbesondere bei großen Fenstern oder weitläufigen Glasflächen sind sehr große Rollläden erforderlich. Diese manuell zu bedienen, kann jedoch höchst kräftezehrend sein. Zum einfachen Öffnen und Schließen sind daher elektrische Antriebe die ideale Lösung – sie garantieren Funktionalität und Anwenderfreundlichkeit. „Eine wirklich bequeme Option ist die RTS-Funksteuerung. Dank dieser können Rollläden zentral oder einzeln bedient werden. Dabei können Gruppen gebildet und Rollläden zum Beispiel an der Ost- und Westseite des Gebäudes jeweils separat betätigt werden. Außerdem kann die Steuerung vorprogrammiert werden, damit die Rollläden zu bestimmten Uhrzeiten automatisch heruntergelassen oder hochgezogen werden“, erklärt DRUTEX-Produktionsleiter Furtan.

Fazit

So unscheinbar die Klassiker unter den Bauelementen auch sein mögen, für Hausbesitzer werden Rollläden schnell unentbehrlich und entpuppen sich als wahre Multitalente – daher sollten sie sowohl bei der Planung eines Neubaus als auch bei der energetischen Gebäudesanierung bedacht werden: Hervorragende Dämmeigenschaften sparen spielend einfach Heizkosten ein und verbessern den Lärmschutz, Hochschiebesicherung und stabile Rollpanzer schrecken Langfinger ab. Welches Material schließlich verbaut wird, hängt sowohl von individuellen Bedürfnissen als auch vom Geldbeutel ab. Zu empfehlen sind Rollläden von bewährten Herstellern – denn Erfahrung geht oft Hand in Hand mit Innovation und Produktqualität, so erweisen Rollläden viele Jahre gute Dienste.

Durch den Einbau von Rollläden lässt sich der Energieverbrauch beim Heizen reduzieren und damit Kosten sparen.

Neben umfangreicher Dämmfunktion können Rollläden auch den Lärmschutz erheblich verbessern.

Ein weiterer Pluspunkt: Rollläden sind ein guter Schutz gegen Einbrecher.

x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 2012-1-2 Wärmeschutz

Dämmung im Rollladenkasten

Der Energiesparrollladen Termo.R von Roma isoliert die Mauerkäs-ten und schließt eine der größten energetischen Schwachstellen in der Gebäudehülle. Ein gleichzeitiger Austausch der Fenster ist...

mehr
Ausgabe 2009-06 Rollladen-Sicherheitssystem

Einbruchschutz

Alle zwei Minuten wird in Deutschland in ein Haus eingebrochen. Dabei ist der Weg über Fenster und Gartentüren für Diebe nach wie vor sehr beliebt. Ein widerstandsfähiges Rollladensystem kann hier...

mehr
Ausgabe 2020-1-2 Rolladensystem

Hürde für Einbrecher

DRUTEX hat ein neues Rollladensystem mit EPS-Kasten auf den Markt gebracht. Das neue Produkt zeichnet sich eigenen Angaben zufolge durch ausgezeichnete Parameter in puncto Wärme- und Schalldämmung...

mehr
Ausgabe 2008-10 Rollladendichtung

Lärm verringern

Mit dem Dichtungssystem HS1 der Dichtungs-Specht GmbH lässt sich der Lärmpegel bei herabgelassenem Rollladenpanzer um bis zu 8 dB reduzieren Dies entspricht ungefähr einer Halbierung des Lärms. Im...

mehr
Ausgabe 2019-10 Einbruchschutz

Schließzylinder trotzen roher Gewalt

Gegen Vandalismus und Einbruchsversuche sind Winkhaus Schließzylinder schon immer gut gewappnet. Jetzt bietet das Unternehmen für seine mechanischen keyTec Zylinder ein zusätzliches...

mehr