Konzept mit Schieflage: VWE kritisiert neue Eigentumsförderung für Familien

Der Verband Wohneigentum (VWE, www.verband-wohneigentum.de) begrüßt die Ankündigung von Bundesbauministerin Klara Geywitz, dass Familien beim Erwerb von Wohneigentum ab Juni 2023 wieder unterstützt werden sollen. Gleichzeitig kritisiert der bundesweit größte Verband für das selbstgenutzte Wohneigentum aber eine „Schieflage des Konzepts“.

„Es ist erst einmal gut, dass bauwillige Familien nach dem Durcheinander in der KfW-Förderung des Bundes im vergangenen Jahr nun wissen, wie es ab dem Sommer weitergeht“, sagt VWE-Präsident Manfred Jost, „das erfolgreiche Baukindergeld-Programm findet damit eine Nachfolgeregelung. Diese ist aber leider unzureichend“.

Der VWE-Präsident unterstreicht: „Wir brauchen die Initiative privater Eigentümerinnen und Eigentümer für den Wohnungsbau dringend, um den dramatisch angespannten Wohnungsmarkt zu entlasten.“ Dank des so genannten Sickereffekts profitiere auch der Mietmarkt davon.

Ein Tropfen auf dem heißen Stein

Es sei klar, so Jost, dass für Menschen mit geringem Einkommen ausreichend Wohnraum zur Verfügung stehen müsse. Mit dem neuen Förderprogramm stünden jetzt allerdings gerade einmal 350 Mio. Euro pro Jahr für die Wohneigentumsförderung für Familien den 14,5 Mrd. Euro gegenüber, die bis 2026 für den sozialen Wohnungsbau bereitgestellt werden.

„Für Familien, die nur mit Unterstützung den Sprung ins eigene Häuschen schaffen, ist das ein Tropfen auf dem heißen Stein. Zumal nur energetisch anspruchsvoller Neubau im Hochpreisniveau gefördert wird. Die bereitgestellte Summe wird bloß einen Bruchteil des Bedarfs decken können.“

An der Realität vorbei

Ein weiterer Kritikpunkt des VWE ist, dass die neue Förderung anders als das Vorläuferinstrument Baukindergeld den Kauf gebrauchter Immobilien nicht berücksichtigt. „Das geht an der Realität vorbei“, sagt der VWE-Präsident. Zahlen aus einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt und Raumforschung (BBSR) zeigten, dass der Bedarf an Wohneigentum mittlerweile zu mehr als Dreiviertel aus dem Bestand gedeckt wird.

Eigentumsförderung ausweiten auf Bestand

„Wer Wohneigentum ermöglichen, aber aus Gründen des Klimaschutzes Fläche und Ressourcen sparen möchte, muss wie bisher auch den Erwerb bestehender Häuser unterstützen“, plädiert Jost für eine Ausweitung der Eigentumsförderung. Dies sollte mit einer Förderung energetischer Sanierungen kombinierbar sein. Jost: „Das muss sowohl als auch möglich sein, nicht entweder oder“.

Bundesbauministerin Klara Geywitz hatte in einem Interview die neue Eigentumsförderung für Familien vorgestellt. Ab Juni 2023 können demnach Familien mit einem maximalen zu versteuernden Jahreseinkommen bis 60.000 Euro zinsverbilligte Kredite bei der staatlichen Förderbank KfW beantragen. Pro Kind erhöht sich die Förderung um 10.000 Euro.

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