Lieferengpässe und steigende Preise: Holzwirtschaft ruft zur Geschlossenheit auf

Angesichts anhaltender Lieferengpässe und in Teilen unkalkulierbarer Preissituationen bei vielen Bauprodukten appellieren die Branchenverbände des deutschen Holzwirtschaftsrates an alle Marktpartner, der besonderen Situation Rechnung tragend umsichtig und mit Rücksicht zu agieren.

Die derzeitige Lage der Rohstoff- und Materialversorgung ist für viele Unternehmen herausfordernd und stellt die Betriebe vor ein großes Problem. Preise für diverse Vorprodukte, Rohstoffe, Materialien und viele Holzprodukte ziehen in einem bisher nicht gekannten Tempo an; teilweise werden nur noch Tagespreise bekannt gegeben. In einem Nachfragehoch und in einer Zeit der Bewältigung der wirtschaftlichen Verwerfungen der Corona-Pandemie trifft diese Situation die Holzbau-Branche ebenso wie die gesamte Bauwirtschaft zu einer Unzeit. Die Unkalkulierbarkeit der Materialpreise stellen insbesondere Unternehmen vor große Herausforderungen, die größere Projekte mit langen Preisbindungen durchführen. Der Kunde erwartet kalkulierbare Kosten.

Der Deutsche Holzwirtschaftsrat (DHWR, www.dhwr.de) und seine Branchenverbände betonen, dass jedes Unternehmen frei und individuell am Markt agieren können muss. Sie lehnen Beschränkungen des freien Marktes grundsätzlich ab. Im Bewusstsein dieser außerordentlichen Dimension der aktuellen Marktsituation richten sie gemeinschaftlich folgenden Appell an alle Marktpartner:

1. Wir rufen alle Unternehmen und Verbände unserer Branche zur Geschlossenheit auf.

2. Wir werben für einen fairen Umgang zwischen allen Marktpartnern und betonen die Bedeutung von langjährigen Partnerschaften und Geschäftsbeziehungen.

3. Die Hersteller und Lieferanten unternehmen alle zumutbaren, wirtschaftlich vertretbaren Anstrengungen, um ihre vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen, Lieferketten aufrecht zu erhalten und mögliche Versorgungslücken so gering wie möglich zu halten.

4. Alle Marktpartner sollten Hamsterkäufe in der derzeitigen Situation vermeiden, da diese der ganzen Branche schaden können.

5. Ziel sollte sein, die Auswirkungen bei der Warenversorgung für den privaten Endverbraucher und den sich so positiv entwickelnden klimafreundlichen Holzbau so gering wie möglich zu halten.

Der Appell richtet sich an jedes Unternehmen in der Wertschöpfungskette Holz, die unvorhersehbare Krisensituation im fairen und besonnenen Umgang miteinander gemeinschaftlich zu bewältigen und die eigene, ökonomische Gewinnorientierung in dieser besonderen Marktsituation verantwortungsvoll abzuwägen. Ein offener und partnerschaftlicher Dialog entlang der Lieferkette stellt auch weiterhin sicher, zusätzliche negative Auswirkungen in der Warenversorgung und unerwünschte Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.

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