Ostdeutsche Baukonjunktur setzt Abwärtstrend fort

Im Zeitraum Januar bis September 2023 lag die Nachfrage nach Bauleistungen in Ostdeutschland insgesamt unter der von 2022. „Die seit Jahresbeginn feststellbare Eintrübung der Baukonjunktur hat sich per September 2023 zwar nicht weiter verstärkt, aber eine Trendwende ist nicht in Sicht“, erklärte Dr. Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Ost (BIVO, www.bauindustrie-ost.de) nach Bekanntgabe der Septemberergebnisse im Bauhauptgewerbe für Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten durch das Statistische Bundesamt.

Auftragseingang: Nachfrage sinkt im Vorjahresvergleich real um 16 Prozent

Das Gesamtauftragsvolumen des ostdeutschen Bauhauptgewerbes belief sich im Zeitraum Januar bis September 2023 auf insgesamt 14,6 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutete das einen nominalen Rückgang um 4,1 Prozent.  Am dramatischsten war die Lage im Wohnungsbau. Hier sank das Auftragsvolumen nominal um 29,2 Prozent auf knapp 2,2 Mrd. Euro. Im Öffentlichen Bau bezifferte sich der Auftragseingang auf 5,5 Mrd. Euro und verfehlte damit das Vorjahresergebnis nominal um 2,7 Prozent. Dabei stiegen die Aufträge im Straßenbau nominal um 2,4 Prozent auf 2,7 Mrd. Euro an. Im Wirtschaftsbau betrug das Auftragsvolumen 6,9 Mrd. Euro.  Das entsprach gegenüber 2022 einem nominalen Plus von 6,3 Prozent.

„Unter Berücksichtigung der im Vorjahresvergleich deutlich gestiegenen Baupreise ergibt sich für das ostdeutsche Bauhauptgewerbe per September 2023 ein realer Rückgang des Auftragswertes um 16 Prozent in Relation zu 2022, wobei sich die Abwärtsbewegung gegenüber dem Stand im ersten Halbjahr etwas verlangsamt hat, aber zugleich weiterhin spürbar hinter der Entwicklung in Westdeutschland verbleibt“, merkte Momberg an.

Umsatz: Erlöse gehen real um 7,1 Prozent zurück

Das Bauhauptgewerbe in Ostdeutschland erzielte von Januar bis September 2023 Umsatzerlöse in Höhe von insgesamt 16,1 Mrd. Euro. Der Vergleichswert 2022 wurde damit nominal um 4,7 Prozent übertroffen, preisbereinigt dagegen um 7,1 Prozent verfehlt. Das Umsatzaufkommen im Wohnungsbau sank nominal um 2,5 Prozent auf 3,6 Mrd. Euro. Der Umsatz im Öffentlichen Bau betrug 5,6 Mrd. Euro (+ 6,8 %). Darunter verzeichnete der Straßenbau mit Erlösen in Höhe von 2,5 Mrd. Euro einen nominalen Zuwachs von 5,2 Prozent. Ein nominaler Anstieg wurde auch im Wirtschaftsbau erfasst. Sein Umsatz betrug 6,9 Mrd. Euro (+ 7,3 %).

„Mit Blick auf die negative Auftragsentwicklung am Ende des dritten Quartals 2023 und dem Ausbleiben von spürbaren Anreizen zur Ankurbelung der Baukonjunktur müssen wir davon ausgehen, dass bis zum Jahresende nicht mehr mit einer positiven Trendwende bei der Entwicklung des Baugeschehens in Ostdeutschland zu rechnen ist“, so Momberg abschließend.
 

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