Barrierefreies Bauen und Wohnen

Torantriebe als Alltagshilfe

Die elektrische Steuerung von Hof- und Garagentoren trägt dazu bei, das Umfeld von Wohnungen barrierefrei zu gestalten. Außerdem: Fernbedienung schafft insbesondere in der dunklen Jahreszeit Sicherheit.

Gebäudeautomation unterstützt Wohnungsunternehmen dabei, den Bestand marktfähig zu halten, denn diese Art der Modernisierung kann sukzessive erfolgen und ist vielfach umlagefähig. Außerdem helfen im Hintergrund arbeitende, ganzheitliche Assistenzsysteme Mietern, Energie zu sparen und Alltagsaufgaben einfacher zu bewältigen, wie folgendes Beispiel zeigt: Die erste Begegnung mit dem Zuhause haben Bewohner, die gleichzeitig ein Auto besitzen, wenn sie auf die Garage zufahren. Hier mit der Gebäudeautomation zu beginnen, hat viele Vorteile: Es ist eine für den Mieter augenfällige Modernisierung mit sofortigem Komfortgewinn, die zudem einfach und kostengünstig zu realisieren ist.

Angetriebene Tore erhöhen Sicherheit

Nach Auffassung des Bundesverbandes An­­triebs-, Steuerungstechnik. Tore“ (BAS.T) wird der mit Torantrieben verbundene Sicherheitsgewinn vielfach unterbewertet. Dazu zwei Beispiele: Am häufigsten kommt es in geschlossenen Ortschaften zu Verkehrsunfällen. Typisch sind hier Auffahrunfälle; oft, weil wartende Autos übersehen werden, bestätigt ein Bericht der ADAC-Unfallforschung. Ohne auf der Straße anhalten zu müssen, das Auto in der Garage zu parken, verringert gerade in verdichteten Siedlungsbereichen dieses Risiko deutlich.

Eine weitere Gefährdung, die leider in der dunklen Jahreszeit zunimmt, ist Opfer von Überfällen und Einbrüchen zu werden. Es ist deshalb sicherer, nicht aus dem Wagen steigen zu müssen, um das Tor zu öffnen. Wird der Torantrieb zusätzlich mit dem Außenlicht vernetzt, schreckt das außerdem lichtscheue Gestalten ab – und spart Energie. Denn die Beleuchtung ist nur dann angeschaltet, wenn sie auch tatsächlich benötigt wird – das erhöht vor dem Hintergrund der umlagefähigen Kosten die Akzeptanz auch der Mieter, die diesen „Service“ nicht nutzen.

Je nach Ortslage werden Grundstücke von Wohnkomplexen auch durch Einzäunungen geschützt. Dann ist es sinnvoll, nicht nur das Garagentor mit einem fernsteuerbaren An­­trieb auszustatten, sondern auch das Grundstückstor.

Realisieren lässt sich die vernetzte Automation von Grundstückstor, Garagentor und Beleuchtung laut Bundesverband Antriebs-, Steuerungstechnik. Tore“ (BAS.T), sehr einfach. Wichtig sei, so die Empfehlung, auf Qualität und Ausstattung der Funkfernbedienung zu achten. Ein Handsender, in der Regel Bestandteil eines nachrüstbaren Antriebs, sollte über mehrere, erlernbare Funkkanäle verfügen. Auf diese Weise können beispielsweise gleichzeitig mit dem Tor für die Zufahrt und/oder die Garage auch Funkempfänger für das Außenlicht angesteuert werden.

Barrierefrei für seniorengerechtes Wohnen

Um Mietgebäude für Senioren alltags- und alterstauglich zu gestalten, gilt Barrierefreiheit mit als das wichtigste Kriterium. Das umfasst natürlich mehr als lediglich bodengleiche Duschen einzubauen. Garagentore automatisch zu betätigen, ist dabei ein ebenso wichtiger Aspekt. Denn Kraftaufwand und Bewegungsablauf beim Öffnen eines Tors von Hand sind selbst für manch jüngere Menschen beschwerlich – für ältere jedoch nahezu unmöglich.

Wichtig bei technischen Modernisierungen im Bestand sind zwar die Investitionskosten, aber um die Nebenkosten als „zweite Miete“ nicht in die Höhe zu treiben, müssen ebenfalls die Verbrauchskosten im Rahmen bleiben. Wie schneiden da Torantriebe ab? Markenantriebe sehr gut, wie ein Blick auf die Stromkosten zeigt. Beispielsweise liegen die bei üblicher Nutzung eines Garagentors unter zwei Euro im Jahr. Dreimal den Wäschetrockner laufen lassen, kostet in etwa genauso viel. Ausschlaggebend dafür ist eine geringe Leistungsaufnahme im Stand-by-Betrieb. „Markenhersteller setzen eine intelligente Elektronik ein, die im Stand-by-Modus den Antrieb vollständig vom Netz nimmt. Erst wenn der Handsender betätigt wird, verbindet die Steuerung den Motor wieder mit der Stromversorgung“, erklärt ein Experte des BAS.T die Energiespartechnik moderner Antriebe. Damit liegt der Stromverbrauch im Stand-by-Modus in der Regel bei etwa 0,5 W/h.

Ganz ohne Stromkosten, so der Tipp vom BAS.T, lässt sich der Komfort eines Antriebs mit einem kleinen Photovoltaik-Modul samt Akku realisieren. Viele Markenhersteller bieten das als Komplettpaket an. So ist auch das einfache Nachrüsten möglich, wenn in der Garage oder an der Grundstücksgrenze eine Versorgung mit Hausstrom fehlt.

Fazit

Die einhellige Meinung von Experten ist, dass der Gebäudeautomation die Zukunft gehört. Der Primärenergiebedarf eines Gebäudes kann durch Gebäudeautomation nahezu halbiert werden, sagt beispielsweise eine Studie der Hochschule Biberach aus. Die Bundesregierung sieht daher in dieser Technik einen Schritt, die gesteckten Klimaziele zu erreichen und hat zahlreiche Förderprogramme gestartet. Das Nachrüsten von Hof- und Garagentoren mit Antrieben wird beispielweise über die KfW-Bank staatlich gefördert. Mit dem Programm 159 „Altersgerecht Umbauen“ ist die Finanzierung solch einer Modernisierung ab einem Prozent effektiver Jahreszins möglich.

Die jährlichen Stromkosten bei typischer Garagennutzung liegen unter zwei Euro.

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