Submetering

Smart und umweltfreundlich

Digitale Innovationen schaffen neue Möglichkeiten für das Energiemanagement der Zukunft. Der Trend geht in Richtung Smart Metering und Automated Meter Reading. Grund hierfür sind auch zwei regulatorische Treiber: das Messstellenbetriebsgesetz und die EU Energieeffizienz-Richtlinie. Es profitieren Ablesedienste, Vermieter und Mieter. Ein Branchen-Update von Volker Eck, Geschäftsführer des Messgeräteherstellers und Systemanbieters QUNDIS.

Aktuelle Gesetzgebung verfolgt klare Ziele

Mit dem Messtellenbetriebsgesetz (MsbG) wurde 2016 Smart Metering für Strom und
Gas geregelt. Die im §6 des MsbG beschriebenen Bündelangebote für weitere Sparten wie Wasser und Wärme ab 2021 bieten die Möglichkeit, das Submetering mit dem Smart Metering zu verbinden. Hierbei könnte der CLS-Kanal der Smart Meter Gateways ein Erfolgsfaktor sein, da dieser die im Submetering vorkommenden großen Mengen an Geräten abbilden kann. Am 31. Januar 2020 erfolgte durch das BSI die Markterklärung was den flächendeckend Rollout von Smart Meter Gateways zur Folge hat.

Ende 2018 trat die novellierte Energieeffizienz-Richtlinie (EED 2012/27/EU) in Kraft. Für die Energiebranche wurden neue Anforderungen für die „Fernablesung“ und „Verbrauchsinformationen“ definiert. So fordert die EED bereits ab dem 25. Oktober 2020 die Ausstattung fernauslesbarer Messgeräte bei Neuausstattungen – bis zum 31. Dezember 2026 müssen auch Bestandsanlagen umgerüstet werden (Art. 9c).

Ziel ist es, die Mieter durch zeitnahe Information ihrer Verbräuche beim Energiesparen zu unterstützen. Heute erhalten sie ihre Heizkostenabrechnung für die zurückliegende Heizperiode erst Monate nach Ende der Heizsaison. So haben Mieter keine Möglichkeit, ihr Heizverhalten anzupassen, den Verbrauch zu reduzieren und damit auch die Umwelt zu schonen.

Die EED-Richtlinie muss bis zum 25. Oktober 2020 in nationales Recht umgesetzt werden. Verantwortlich für die Umsetzung in Deutschland ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Es sieht die Steigerung der Energieeffizienz als eine der tragenden Säulen der Energiewende an − denn in Deutschland gibt es enorme Einsparpotenziale. Dabei fällt der Verbrauch im Wärmebereich mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent am meisten ins Gewicht und bietet somit die größten Möglichkeiten, Energie effizienter zu nutzen.

Ohne Fernablesung geht es in Zukunft nicht

So funktioniert Automated Meter Reading (AMR): Für die digitale Verbrauchserfassung von Wasser und Wärme sind ein AMR-Funksystem und eine digitale Plattform zum Monitoring der Messgeräte notwendig. Eine solche Systemlösung besteht aus den verbauten Heizkostenverteilern, Wasser- und Wärmezählern, mehreren Netzwerkknoten und einem Gateway. Sie stellt vollautomatisch alle gewünschten Zählerdaten in verschiedenen Dateiformaten und zu ausgewählten Zeitpunkten bereit − via Online-Plattform oder E-Mail. Typische Nutzer sind die Wohnungswirtschaft und Messdienstleister. Die Ablesung von Wärme- und Wasserverbräuchen ist damit ortsunabhängig möglich. Ein persönliches Ausrücken zum Gebäude ist nicht mehr notwendig.

Nachdem die Zähler die Verbräuche ermittelt haben, werden die Verbrauchswerte der Messgeräte von Netzwerkknoten erfasst und innerhalb des Netzwerkes versendet. Die Fernablesung, also die Datenübermittlung an den Nutzer, übernimmt das Gateway, auf dem zuvor alle Daten gebündelt werden. Die komplette Installation eines AMR-Mess-Systems dauert heute nur wenige Stunden und ist somit ressourcenschonend. Selbst ein fertiger Rohbau oder eine Umrüstung sind kein Problem: Da innovative Netzwerk-Knoten und Gateways mit Batterien betrieben werden, ist ein nachträgliches Kabelverlegen nicht notwendig. Durch den flexiblen Einbau und die freie Positionierung ist eine optimale Funkleistung garantiert. Ein solches System ist jederzeit um weitere Zähler und Netzwerk-Knoten erweiterbar und daher für Gebäudekomplexe in jeder Größenordnung geeignet.

QUNDIS bietet bereits seit Jahren komplette AMR-Lösungen bestehend aus Verbrauchserfassungsgeräten, Sensoren, Fernauslesetechnik und einer cloudbasierten AMR-Plattform. Diese sind in ganz Europa erfolgreich im Einsatz und werden schon heute den EED-Anforderungen zur „Fernablesung“ gerecht. Zudem basieren die Geräte auf dem „Open Metering System“-Standard.

Erfassen & Abrechnen so einfach wie nie

Die Erfassung von Wasser- und Wärmeverbräuchen sowie deren Abrechnung mit einem AMR-System sind leichter denn je: Die Werte aller Messgeräte werden je nach Wunsch, zum Beispiel zweimal monatlich, per E-Mail an den Nutzer des Erfassungssystems gesendet. So entfällt etwa das Ausrücken zum Objekt, wie es bei einem walk-by-System noch notwendig ist. Damit spart sich der Messdienstleister oder die Wohnungsbaugenossenschaft nicht nur den Aufwand für die jährliche Hauptablesung: Die automatisierte Datenübertragung ermöglicht ebenso eine sehr flexible Abrechnung bei Zwischenablesungen und Mieterwechseln.

AMR-Systeme verarbeiten eine Vielzahl von Daten. Deshalb haben Datensicherheit und Datenschutz höchste Priorität und spielen auch bei der Auswahl der Technik eine entscheidende Rolle. Bei einer Cloud-Lösung ist es ein großer Vorteil, wenn sich die zugehörigen Server in Deutschland befinden. Denn nur so werden höchste deutsche Datensicherheitsanforderungen erfüllt. Alle Daten werden anonym erhoben und versendet – also ohne direkten Personenbezug. Die Verknüpfung von Verbrauchs-, Personen- und Kostendaten werden erst bei der Abrechnung durch den Messdienstleister vorgenommen werden. Kurz und knapp: Hersteller und Plattform-Betreiber haben keinen Zugriff auf persönliche Daten von Mietern.

Eine der etablierten Lösungen am Markt bietet QUNDIS mit der cloudbasierten QUNDIS Smart Metering Plattform Q SMP. Diese Lösung nutzen bereits mehr als 100 Großkunden − darunter Messdienstleister und Unternehmen der Wohnungswirtschaft.

Mehr Informationen, mehr Nutzen – auch für Mieter

Nach EED wird die monatliche Bereitstellung der Verbrauchs- oder Abrechnungswerte ab dem 1. Januar 2022 zur Pflicht. Derzeit werden die AMR-Informationen nur von Ableseunternehmen für die Heiz- und Wasserkostenabrechnung genutzt. QUNDIS arbeitet darauf aufbauend an einem eigenen Verbrauchsdatenportal für Mieter. Haushalte sollen damit die Möglichkeit haben, ihre Verbräuche und zugehörige Statistiken zeitnah einzusehen und daraufhin ihr Verhalten anzupassen – für den Geldbeutel und die Umwelt.

Darüber hinaus soll die Anwendung zukünftig um weitere Funktionen für Smart Home- und Smart Building-Anwendungen erweitert werden. Dies wäre nach der automatisierten Fernablesung der Messwerte ein weiterer Schritt zur klimaintelligenten Steuerung von Immobilien: Wenn das Gebäude von selbst Einsparpotenzial erkennt und beispielsweise die Heizung eigenmächtig runter regelt. Das Portal wird als App für Google Android und Apple iOS, sowie in den gängigen Browsern nutzbar sein. Pilotprojekte starten bereits im Jahr 2020. Ziel ist es, eine Lösung parat zu haben, mit der Messdienste und Unternehmen der Wohnungswirtschaft einen Service zur Verbrauchsdatenvisualisierung anbieten können.

Der Trend zur automatisierten, unterjährigen Verbrauchserfassung betrifft alle Medien. Voraussetzung hierfür sind System-offene Messgeräte, Smart Meter und AMR-Systeme sowie Portale, welche zukünftig die Daten aller Verbrauchsmedien sammeln und die nötige Verbrauchstransparenz schaffen, um das erklärte Ziel der Energieeffizienz weiter voranzutreiben.

Ziel ist es, den Mietern durch zeitnahe Information ihrer Verbräuche beim Energiesparen zu unterstützen.

Die Erfassung von Wasser- und Wärmeverbräuchen sowie deren Abrechnung mit einem AMR-System sind leichter denn je.

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