Badsanierung

Seriell und schnell zum barrierearmen Bad

Der erzielbare Mietzins von Wohnungen ist nicht nur von der Ortslage abhängig. Das bestätigt sich sowohl in Regionen mit Wohnungsüberhang als auch mit Wohnungsdefizit: Neben den Energiekosten spielt für immer mehr Mieter beispielsweise auch die Funktionalität und das Erscheinungsbild des Bades eine entscheidende Rolle.

Hier gibt es nach wie vor einen beträchtlichen Sanierungsstau – vor allem aus vier Gründen: hohe Kosten, hohe Belastungen für die Mieter, fehlende Fachhandwerker und fehlender Platz. Mit digitalen Planungswerkzeugen und einer entsprechenden Vorwandtechnik, wie dem System „Prevista“ von Viega, steht selbst für herausfordernd geschnittene Schlauchbäder für alle diese Punkte ein Lösungsansatz zur Verfügung, der insbesondere Wohnungsunternehmen mehr Gestaltungsraum und Wirtschaftlichkeit bietet.

Durch die Knappheit an Wohnraum in Ballungszentren schrauben potenzielle Mieter ihre Ansprüche an Wohnungen zwar vielfach herunter. Aber ein altes Bad mit unansehnlichen Fliesen und Sanitärgegenständen schreckt doch so manche Interessenten ab. Schließlich ist dieser Raum besonders intim. Zu viele Barrieren und zu wenig Platz im Bad sind außerdem für ältere Menschen und Familien mit Kindern ein K.O.-Kriterium bei der Wohnungssuche.

Die Hindernisse einer sinnvollen Badsanierung – Kosten, Mieterbelastung, Fachkräftemangel und kleine Räume – lassen sich jedoch mit Kreativität überwinden. Systemanbieter Viega hat dafür ein Vorwandprogramm („Prevista“) entwickelt, mit dem sich selbst auf wenigen Quadratmetern und in schlauchförmigen Grundrissen moderne und barrierearme Bäder gestalten lassen.

Raum intelligent schaffen

Die konstruktive Grundvoraussetzung für eine platzschaffende Badsanierung liefert Viega dabei schon über die Programmbreite mit den Serien „Prevista Dry“ und „Prevista Dry Plus“, beide für den schnellen Trockenbau. Die Systemvariante „Prevista Dry“ steht für die Befestigung einzelner Vorwandelemente am Mauerwerk und Boden sowie im Metall- beziehungsweise Holzständerwerk. Mit ergänzenden Zwischenkonsolen lassen sich so auch auf engstem Raum zum Beispiel halbhohe Vorwände herstellen. Zusätzliche Möglichkeiten bietet mit „Prevista Dry Plus“ die Schienenmontage: Sehr flexibel können wahlweise halbhohe, raumhohe und freistehende Vorwandkonstruktionen aus den Montageschienen erstellt werden. Die Vorwandelemente einschließlich des WC-Spülkastens sind – wie im gesamten „Prevista“-System – im Übrigen identisch. Das vereinfacht die Installation zusätzlich.

An der Wand montiert beanspruchen beide „trockenen“ Systemvarianten bei einer Entwässerungsleitung DN 90 (ohne Dämmung) nur ca. 145 mm Bauraum. Das ist gerade bei Sanierungen entscheidend, da die Rohrleitungsinstallation in der Vorwand wesentliche Vorteile bietet: So lassen sich zum einen die Sanitärobjekte unabhängig von der Position der Anschlüsse platzieren, wenn die Verlegung von Rohrleitungen für neue Anschlüsse aus statischen Gründen im Mauerwerk nicht zulässig ist.

Zudem ist es generell sinnvoll, im Zuge einer Badsanierung, alle Rohrleitungen auf der Etage zu erneuern. Dabei kann gleichzeitig die Dimensionierung der Trinkwasserleitungen an die tatsächlichen Bedarfe angepasst werden. In der Regel sind kleinere Rohrleitungsdurchmesser erforderlich. Das begünstigt den regelmäßigen Wasserwechsel – ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Trinkwassergüte. Neue Rohrleitungen aus flexiblem Kunststoff, wie zum Beispiel aus dem Rohrleitungssystem „Raxofix“ von Viega, in der Vorwand zu verlegen, ist dabei sehr wirtschaftlich. Ein zusätzlicher Pluspunkt: Liegen die Rohrleitungen nicht mehr im Mauerwerk, werden Fließgeräusche in angrenzenden Räumen deutlich reduziert

Platz kreativ nutzen

Das konstruktiv flexible Vorwandsystem ist umso zielführender bei der Badsanierung, wenn gleichzeitig auch kreativ Grundrisse ausgenutzt werden. Der Hintergrund: Die meisten Bäder in deutschen Wohnungen sind nur sechs bis neun Quadratmeter groß. Deutlich zu wenig, um ein barrierefreies Bad gemäß der dafür gültigen DIN 18040-2 zu planen. Eine komfortable Bewegungsfreiheit lässt sich aber mit intelligenten Raumspar-Lösungen dennoch herstellen:

– Für kleine, quadratische Grundrisse empfiehlt sich beispielsweise eine bodengleiche Dusche mit einklappbarer Duschwand, gegenüberliegend dem Waschtisch angeordnet. So steht mehr Bewegungsfläche für die jeweilige Nutzung zur Verfügung. Das WC-Vorwand-element „Prevista Dry“ wird dabei vielleicht in einer Raumecke platziert.

– Für Schlauchbäder sind raumhohe Vorwände aus den Montageschienen „Prevista Dry Plus“ in der Breite des WCs ein Gestaltungselement. An der Vorderseite lässt sich das WC-Vorwandelement platzieren und die Rückseite als Duschabtrennung nutzen. Hier können sogar Ablageflächen eingelassen werden. Alternative: eine halbhohe Vorwand bauen und den oberen Bereich mit einer Duschwand aus Glas abtrennen.

– Für Bäder im Dachgeschoss kann das WC-Vorwandelement „Prevista Dry“ mit einer reduzierten Bauhöhe von 820 mm unter einer Dachschräge angeordnet werden.

Das sind nur wenige Punkte aus dem breiten Spektrum an kreativer Gestaltung und Platzausnutzung mit Vorwandtechnik. Um die jeweils optimale Lösung zu finden, ist es jedoch angeraten, im Vorfeld entsprechend abgestimmte Softwaretools zu nutzen. So ist es möglich, verschiedene Gestaltungsvarianten durchzuspielen. Vor allem aber lässt sich das Ergebnis direkt in Form von Stücklisten und Montagepläne ausgeben. Das spart nochmals Zeit und Geld.

Digitale Planungswerkzeuge

Eine schnelle Visualisierung der Einbausituation inklusive Materialauszug bietet Viega dabei über den „Prevista“-Online-Konfigurator an (prevista-dry-plus.viega.de). Umfangreicher ist das ebenso einfach zu bedienende und kostenlose Softwaretool „Viptool Assistent“. Darin sind die Maße aller „Prevista“-Elemente hinterlegt. Die Raumabmessungen werden einfach per tabellarischer Dateneingabe erfasst. So lassen sich Bäder mit Schrägen, Vorwände als Ecklösungen und Vorwandkonstruktionen als halb- oder raumhohe Raumteiler darstellen. CAD-Kenntnisse sind für diese Auslegung der Vorwand nicht erforderlich. Ist der passende neue Badgrundriss gefunden, wird das Ergebnis in Form von Materiallisten zur Kalkulation sowie Montagezeichnungen ausgegeben – für die Installation vor Ort genauso wie für die handwerkliche Vorfertigung.

Eine umfassende dreidimensionale Badgestaltung mit einer CAD-Planung der Vorwandkonstruktion im Grundriss bietet die Planungssoftware „Viptool Engineering“. Durch die manuelle Detaillierung von Schienen und Verbindern kann die Vorwand mit Ablagen, Einbauten und Nischen zusätzlich individualisiert werden.

Auf Grundlage einer solch detaillierten Badplanung können zudem die Vorwandregister im Handwerksbetrieb vorgefertigt werden. Das bringt insbesondere bei der seriellen Sanierung von Mehrfamilienhäusern mit baugleichen Badgrundrissen entscheidende Vorteile. Die Bauzeit ist deutlich kürzer und damit natürlich auch der Zeitraum, in dem der Mieter das Bad nicht nutzen kann.

Außerdem lässt sich die Badsanierung nochmals beschleunigen, wenn die Vorwand mit Kunststoffverbundplatten, wie dem reversiblen System „MuroLive!“, verkleidet wird. Abstimmungen mit den Gewerken für die Beplankung mit Gipsfaserplatten und das Fliesen sowie die Trocknungszeiten erübrigen sich dann. Später eventuell notwendige Reparaturen sind durch die abnehmbaren Platten ebenfalls deutlich einfacher und kostengünstiger.

Barrierearm durch Zusatzfunktionen

Selbst kleine Bäder können dank Vorwandtechnik hochfunktional sein und so viele Alltagsbarrieren reduzieren. Sinnvoll ist es etwa, zusätzliche Vorwandelemente zur Befestigung von Griffen und Stützen in die Vorwand zu integrieren. So können Stützgriffe am WC ohne Aufwand und nachträglich montiert werden, wenn ältere Mieter einziehen oder später ein solcher Bedarf entsteht. Denn vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft geht der Trend weiterhin dahin, möglichst lange und selbstbestimmt im vertrauten Umfeld zu wohnen.

Besonders bedarfsgerecht ist es, in diesem Zusammenhang auch eine Höhenverstellung für Waschtisch und WC vorzusehen. Das „Prevista“-System bietet dazu Vorwandelemente an, die eine individuelle Höhenanpassung per Gasdruckfeder ermöglichen, statt mit einem elektrischen Antrieb. Das senkt die Installationskosten insbesondere in Bestandsobjekten deutlich. Gerade für Pflegebedürftige ist jedoch ein höhenverstellbares WC eine wertvolle Funktion im Bad, kann doch die Keramik dann mit einem Toilettenstuhl überfahren werden. Am Waschtisch sorgt die Höhenverstellung wiederum für eine komfortablere Nutzung im Sitzen wie im Stehen.

Ein weiteres Merkmal, das sowohl zur Attraktivität als auch zur Reduzierung von Barrieren beiträgt, ist die individuelle Wahl der WC-Betätigungsplatte. Eine integrierte LED-Beleuchtung hilft zum Beispiel Personen mit beeinträchtigter Sehkraft, sich besser zu orientieren. Zudem gibt sie mit wenig Aufwand auch Kleinbädern ein modernes Erscheinungsbild. Dafür entsprechende Elektroleitungen mit in der Vorwand zu verlegen, ist ein unwesentlicher Kostenpunkt und macht nachträglich sogar eine Fernauslösung mit Funktaster möglich.

Für das bedarfsgerechte Baddesign bietet Viega für den „Prevista“-WC-Spülkasten deswegen rund 50 verschiedene Betätigungsplatten an – von sehr wirtschaftlichen Lösungen in der Produktlinie „Visign for Style“ bis zu individuellen Gestaltungen aus dem „Visign for More“-Sortiment.

Fazit

Die Badsanierung ist für Wohnungsunternehmen mit Herausforderungen verbunden. Deswegen wird diese auch oft aufgeschoben. Mit „Prevista“ hat Viega jedoch ein Vorwandsystem entwickelt, das einfach zu montieren ist. Dadurch wird nicht nur das unter Kräftemangel leidende Fachhandwerk entlastet. Kürzere Bauzeiten, auch durch die handwerkliche Vorfertigung von Registern für grundrissgleiche Bäder in Mehrfamilienhäusern, erhöhen gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit und senken die Mieterbelastungen während der Umbauphase. Mit Hilfe digitaler Planungstools, Ideen und den Features von „Prevista“ lassen sich selbst die typischen kleinen „Nasszellen“ im Bestand in komfortable, barrierearme Bäder verwandeln.

Mehr Infos unter www.viega.de/prevista

x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 2019-06 Vorwandsystem

Maximale Gestaltungsfreiheit

Wenn in den vergangenen Jahrzehnten eine Produktgruppe das Bauen im Allgemeinen und die Badgestaltung im Besonderen grundlegend veränderte, ist es die Vorwandtechnik. Mit „Prevista“ hat Viega...

mehr
Ausgabe 2022-09 Sanitäranschluss

Badsanierung auf engstem Raum

Der große Bestand an unsanierten Geschosswohnungsbauten in Deutschland hat mehr als nur energetische Nachteile: Viele Bewohner sind mit ihrem Bad unzufrieden – nicht nur optisch, sondern häufig,...

mehr
Ausgabe 2020-03 WC-Betätigungsplatten

Individuelles Design

Bäder sind so vielseitig wie ihre Nutzer und ebenso vielfältig sind auch die Betätigungsplatten, die in die Serien „Visign for More“ und „Visign for Style“ von Viega unterteilt sind. Trotz...

mehr

Aktuelle Updates: Viega integriert neue Produkte und Systeme in Softwarepaket „Viptool“

Die Viega-Planungssoftware „Viptool“ ist für viele tausend Fachplaner und Fachhandwerker in ihrer täglichen Arbeit ein unverzichtbares Werkzeug. Der technischen und normativen Entwicklung folgend...

mehr
Ausgabe 2019-10 TGA

Neue Produkte und Systeme in Viptool

Das Viega-Softwarepaket „Viptool“ hat aufgrund seiner Anwendungsfreundlichkeit und Praxisnähe einen festen Platz im Arbeitsalltag von Planern. Ein wesentlicher Grund dafür ist der strukturierte...

mehr