Neue Trends, Innovationen und Technologien

Dr. Imad Abdallah, Vorstandsmitglied und Chief Digital and Ventures Officer der Aareon AG, blickt in die Zukunft. Diesmal geht es um die „digitale Immobilienwirtschaft“.

Selbstzweck oder Mittel zum Zweck? Natürlich darf die Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft nur Letzteres sein – jetzt und in Zukunft! Ausgangspunkt können daher nicht die digitalen Technologien sein – auch wenn sie noch so faszinierend und innovativ sind –, sondern vielmehr die gesamte Wertschöpfungskette eines Unternehmens. Ganze Prozesse müssen dazu analysiert werden. Erst wenn feststeht, wo sich ungenutztes Wertschöpfungspotenzial verbirgt, geht es um die Auswahl der passenden digitalen Technologie. Diese vernetzt das Unternehmen mit seinen Stakeholdern und unterstützt dabei, Prozesse effizienter zu gestalten, Kosten einzusparen, mehr Service zu bieten oder neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Hierbei stehen viele neue Technologien zur Verfügung: ob Virtual oder Augmented Reality, Big Data, Internet der Dinge, künstliche Intelligenz oder die Blockchain. Aktuell beobachten wir eine stark zunehmende Automatisierung vieler Prozesse der Immobilienwirtschaft basierend auf Plattformkonzepten wie beispielsweise Kundenportalen mit Selfservice-Angebot, Chatbots und virtuellen Assistenten. Davon profitieren Immobilienunternehmen, Kunden und Geschäftspartner.

Ohne einen „Mittels-mann“ lassen sich so etwa persönliche Daten schnell und effizient ändern – unabhängig von Ort und Zeit. Je smarter dabei die Plattform, desto effizienter der Prozess. Maschinelles Lernen mit Algorithmen kann zum Beispiel bei der Auswahl von Mietern helfen, um als Wohnungsunternehmen gerade bei einer hohen Nachfrage und einem großen Angebot die richtigen Angebote zu unterbreiten. Gleichzeitig ist es ein Service für potenzielle Mieter.

Aber auch das Internet der Dinge, das über Sensoren Gebäude und ganze Städte vernetzt, bietet viel Potenzial. Die Instandhaltung von Immobilien, kurz gesagt die „Gebäude-Fitness“, lässt sich dadurch optimieren. Bestimmte Reparaturen, zum Beispiel von Aufzügen, sind so besser vorherzusehen und können schon angegangen werden, bevor sie überhaupt auftreten und zum Stillstand führen.

Zentraler Aspekt bei der Auswahl aller Technologien: Jedes Unternehmen braucht ein digitales Ökosystem, das eine technische Basis schafft und sich problemlos erweitern lässt – egal mit welcher Technologie. Darüber hinaus müssen sich über das digitale Ökosystem verschiedene digitale Technologien kombinieren lassen – gerade weil die Wertschöpfungskette in der Immobilienbranche sehr lang sein kann. Das zeigt schon das Beispiel der Schadensmeldung eines Mieters – selbst hier sind mindestens drei Parteien in den Reparaturprozess involviert.

Blickt man in die Zukunft, erscheint vor allem die Blockchain als besonders vielversprechende Technologie. Durch sie lassen sich sogenannte „Smart Contracts“ schließen – und damit komplexe Kollaborationen und Transaktionen zwischen Immobilienunternehmen und ihren Stakeholdern absichern, die ein hohes Maß an Vertrauen fordern.

Darüber hinaus können in Zukunft auch ganze Gebäude – besonders große Wohnanlagen – dahingehend smart sein, dass sie über digitale Tools die Gemeinschaft fördern und Menschen verbinden. Beispielsweise indem sie dafür sorgen, dass Menschen, die im selben Haus wohnen, mehr voneinander wissen und sich gegenseitig unterstützen können – ob beim Babysitten, Carsharing oder beim Einkaufen mit bzw. für Senioren.

Letztendlich muss die digitale Transformation immer ganzheitlich betrachtet werden, also auch hinsichtlich Ethik und der Einhaltung von Sicherheit sowie Datenschutz. Das ist essenziell! Denn je mehr mit digitalen – oft persönlichen – Daten gearbeitet wird, umso mehr Vertrauen ist im Spiel. Datensicherheit und Datenschutz müssen gewährleistet sein.

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