Mehrwert durch den SiGeKo

Der Sicherheits- und Gesundheitsschutz-koordinator sorgt dafür, dass auf der Baustelle niemand zu Schaden kommt

Der Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator (SiGeKo) auf Baustellen ist mehr als eine gesetzliche Pflicht des Bauherren: Der SiGeKo trägt dafür Sorge, dass niemand zu Schaden kommt, und er leistet damit einem wertvollen Beitrag zum reibungslosen Projektablauf. Vor allem bei komplexen Vorhaben bringen erfahrene, gut vernetzte Experten dem Bauherrn einen wesentlichen Mehrwert.

Bauherren sind als Initiator eines Bauvorhabens gesetzlich verpflichtet, sich um den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Arbeiter zu kümmern. Sobald mehr als ein Gewerk auf einer Baustelle ausgeführt wird oder wenn besondere Gefährdungen bestehen – beispielsweise Absturzgefahren oder Altlasten – muss der Bauherr einen SiGeKo bestellen. Er ist der Organisator und die Schaltstelle für den Arbeitsschutz auf der gesamten Baustelle.

Auf Baustellen besteht bundesweit das höchste Risiko, einen Arbeitsunfall zu erleiden: Eine Baustelle ist ein dynamischer Arbeitsplatz, auf dem viele verschiedene Unternehmen und Lieferanten parallel arbeiten und sich gegenseitig beeinflussen. Durch eine sich ständig verändernde Arbeitsumgebung, Witterungseinflüsse sowie Termin- und Kostendruck, ergeben sich besondere Gefahrensituationen.

So verzeichnete die Berufsgenossenschaft Bauwirtschaft 2018 wieder über 100.000 Unfälle, davon 88 tödliche Unglücke.  Mit etwa 53 Unfällen pro 1000 Beschäftigte hat die Bauwirtschaft mit Abstand die höchste Unfallquote. Außerdem: Auf Baustellen passieren auch vergleichsweise viele schwere Arbeitsunfälle.

In der Praxis zeigt sich: Je komplexer das Projekt, desto größer ist die Herausforderung für den SiGeKo. Bei Bedarf muss er andere Spezialisten zur Analyse der Gefährdungen hinzuziehen, sei es bei Altlasten, Biostoffen oder technischen Anlagen. Bauherren ist deshalb zu raten, dass der SiGeKo über ein entsprechendes Experten-Netzwerk verfügt, beispielsweise von einer Expertenorganisation wie DEKRA. Andererseits muss der SiGeKo über Arbeitsschutz-Fachwissen in dem betreffenden Umfeld verfügen.  Er muss auf der Baustelle die typischen Gefährdungen kennen und erkennen, die sich je nach Projekt – zum Beispiel Hoch- oder Tiefbau – unterscheiden.

Bereits in der Planungsphase kann der SiGeKo mit seinen Empfehlungen entscheidend dazu beitragen, die Unfallgefahr bei der späteren Ausführung zu reduzieren. Während der Bauphase ist es seine Aufgabe, die Einhaltung der Sicherheitsstandards zu koordinieren und zu überwachen. Er erstellt die erforderlichen Unterlagen wie Vorankündigung, Baustellenordnung, Fahrordnung sowie SiGe-Plan.

Darüber hinaus beraten Arbeitsschutzexperten bedarfsgerecht und effizient bei der Vermeidung und Minimierung von Gefahren durch Sicherheitsdokumentationen, Arbeits- und Sicherheitspläne sowie sicherheitstechnische Stellungnahmen und Begutachtungen

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