Transformation

Lebenswerte Zukunft durch vernetzte Stadtplanung

Wie ist sie wohl, die Stadt von morgen? Wie wirken sich die aktuellen Megatrends auf die Planung aus? Welche Entwicklungen müssen heute bereits berücksichtigt werden, um die Anforderungen von morgen zu erfüllen? Wer sich mit diesen Fragen beschäftigt, dem wird schnell klar: Die Stadt von morgen ist vielfältig und überlagert von unterschiedlichsten Parametern. Und genauso vielseitig sind auch die Herausforderungen, die Städte und Kommunen auf dem Weg zur lebenswerten Zukunft bewältigen müssen.

Dass die großen zukünftigen Planungs- und Bauaufgaben im Bereich der Städte liegen, verdeutlichen nicht nur die aktuellen Berichte über die zunehmende Urbanisierung, sondern auch verschiedene politische Diskussionen und Entscheidungen der vergangenen Jahre. So wurden bereits mit der 2007 von den EU-Mitgliedstaaten unterzeichneten Leipzig-Charta Grundlagen für eine nachhaltige europäische Stadt und damit auch für künftige integrierte Stadtentwicklung geschaffen. Doch die Entwicklungen und Megatrends wie Globalisierung, Digitalisierung, Klimaveränderung, Verstädterung, Migration und demografischer Wandel verstärken den Druck, bringen neue Herausforderungen mit sich und fordern rasche Handlungen für die Transformation unserer Städte.

Neue Zeiten, neue Sitten

So verändern sich beeinflusst durch diese Entwicklungen auch die Ansprüche der Menschen an Städte und Kommunen. Die neue Arbeits- und Kommunikationskultur sowie die Vermischung verschiedener Lebensbereiche bedingen eine Kombination unterschiedlichster Bereiche wie Wohnen, Büro, Freizeit, Erholung und Gastronomie. Mit Trends wie Co-Working und Co-Living gewinnen Werte wie Nähe und nachbarschaftliches Miteinander wieder an Bedeutung und die Dezentralisierung steigert die Nachfrage nach neuen Mobilitäts- und Transportangeboten. Die Überschwappeffekte aus den Innenstädten in die Randbereiche erfordern Lösungen für integrierte und angeschlossene Wohnquartiere sowie dezentrale Anlaufpunkte und Serviceangebote.

Gleichzeitig sorgen die zunehmenden digitalen Angebote und die technischen Möglichkeiten für eine Dezentralisierung weiterer Bereiche. Die besten Beispiele dafür sind Einzelhandel und Logistik. Während sich früher alles auf den Marktplatz und eine oder zwei Einkaufsstraßen in der Innenstadt konzentrierte, können Menschen heute jegliche Produkte mit ein paar Mausklicks bequem von Zuhause aus bestellen und zurücksenden. Einerseits gewinnt der Konsument dadurch an Komfort und spart Zeit. Andererseits führt dies zu mehr Lieferverkehr, CO2-Emissionen, Ressourcenverbrauch und Umweltverschmutzung.

Auch wenn nicht alle dieser Entwicklungen negativ sind, so stellen sie in ihrer Gesamtheit dennoch einen enormen Belastungstest für Städte und Kommunen dar. Um diesen zu bestehen und den gesellschaftlichen, politischen und technischen Anforderungen gerecht zu werden, sind ganzheitliche und innovative Ansätze für Flächennutzung und moderne Stadtplanung gefragt.

Nutzungen und Branchen kombinieren

Wer etwas genauer hinschaut, stellt fest: Obwohl sich die Welt schon stark verändert hat, wird vielerorts weiterhin genauso geplant und gebaut wie vor 20-30 Jahren. Dabei können durch die richtige Kombination von Nutzungen und Branchen Lösungen für die angesprochenen Probleme gefunden werden. Dabei gilt das Motto: Jeder nutzt gerade nur das, was er aktuell benötigt. Ein Wohnungsmieter, der in einer integralen und flexiblen Stadt wohnt, benötigt zum Beispiel kein Arbeitszimmer mehr, weil er sich seinen Arbeitsplatz im benachbarten Co-Working-Bereich bedarfsgerecht bucht. Das Wohnzimmer darf etwas kleiner sein, weil der Community Space angemietet werden kann. Der Parkplatz kann selbstverständlich durch Dritte genutzt werden, wenn man ihn selbst nicht benötigt.

Dabei bietet vor allem die Digitalisierung durch die Verbindung aller relevanten Dienstleister, Betreiber und Immobilien die Möglichkeit, auf die angebotenen Services und Dienstleistungen einfach zuzugreifen. Diese Beispiele zeigen, dass eine integrale Stadtplanung Auswirkungen bis in die neuen Wohnungstypen, die benötigte Wohnfläche je Einwohner und damit auch die fixe Miete pro Kopf hat und sich mit dem Zusammenspiel unterschiedlicher Nutzungen befasst.

Weitere wichtige Bereiche, die den städtischen Transformationsprozess beeinflussen und berücksichtigt werden müssen, sind Infrastruktur und Mobilität, Transport und Logistik, Energie- und Wasserversorgung, Sicherheit und Gesundheit. Um Städte fit für die Zukunft zu machen, gilt es, diese Bereiche miteinander zu vernetzten und ihre Wechselwirkungen positiv zu nutzen. Die zentrale Aufgabe der Stadtentwicklung wird in den nächsten Jahren daher sein, hierfür funktionierende Konzepte zu entwickeln, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden.

Blue City-Konzept weist den Weg

Damit das funktioniert, sind ein umfassendes Stadtentwicklungs-Know-how und eine Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen erforderlich. Zu den Experten, die über die erforderliche Kompetenz verfügen, gehört das Immobilienberatungs- und Projektmanagementunternehmen Drees & Sommer. Mit seinem Blue City-Konzept berücksichtigt das Unternehmen das Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren und Handlungsfelder, die eine nachhaltige und lebenswerte Stadt ausmachen.

Um die bestmöglichen Synergien und Mehrwerte aus der Kombination unterschiedlichster Nutzungen zu erarbeiten, bringen dabei neben den Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsprofis insbesondere auch die jeweiligen Branchenexperten von Drees & Sommer ihr umfangreiches Know-how ein. Einige deutsche und internationale Städte haben die Vorteile des Blue City-Konzepts bereits erkannt und setzen es in ihren Projekten ein. Beispiele dafür sind das Modellvorhaben ‚UrbanLife+‘ in Mönchengladbach, das ‚Quartier Heidestraße‘ in der Hauptstadt, das Quartier ‚Springpark Valley‘ in Bad Vilbel oder auch die ‚Maidar EcoCity‘ in der Mongolei.

Ob smart, nachhaltig oder digital: Entscheidend für Städte und Quartiere ist, dass sich Menschen dort wohlfühlen und im Mittelpunkt aller Überlegungen stehen. Dieses Ziel lässt sich langfristig nur erreichen, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen und interdisziplinär arbeiten – und das heißt neben Stadtplaner, Architekt, Ingenieur oder Politik auch insbesondere die Kenner der Trends und Herausforderungen der einzelnen Branchen.

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