BID

Digitalisierung: Herausforderung oder Chance?

„Moment mal!“:  Der Vorsitzende der BID Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland spricht Klartext.

Die Megatrends Klimaschutz, demografischer Wandel und die wachsende Mobilität unserer Gesellschaft verlangen immer stärker nach innovativen technischen Lösungen, die ein vernetztes, mobiles und energieeffizientes Leben erleichtern. Die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft setzt sich daher seit Jahren intensiv mit den Chancen und den Herausforderungen der Digitalisierung auseinander. In der so genannten „25-Stunden-Gesellschaft“ werden Smartphones und Tablet-PCs zunehmend zum Hüter und Verwalter des Hauses und ermöglichen eine Kommunikation „rund um die Uhr“, beispielsweise mit dem Vermieter.

Die Digitalisierung bietet ein enormes Potenzial für innovativeres, vernetztes und damit zukunftsfähiges Wohnen. Besonders gefragt sind konkrete Lösungen, um die Sicherheit und den Komfort der Wohnung weiter zu erhöhen. Smart Home-Anwendungen gibt es mittlerweile für nahezu alle Bereiche „rund ums Haus“: Elektronischer Gebäude- und Wohnungszutritt, Heizungsregelung und Visualisierung des Energieverbrauchs, technische Assistenzsysteme bis hin zur zentralen Wohnungssteuerung sind einige der derzeitigen Anwendungsfelder.

Um die digitale Revolution im Bereich Wohnen langfristig zum Erfolg zu führen, sind aber noch einige Hürden zu bewältigen, die insbesondere in punkto Sicherheit und Kosten bestehen. Hier gilt: Innovative Haustechnik muss bezahlbar sein, denn ansonsten kann sie nur einem kleinen Teil der Bevölkerung dienen, der sich kostspielige Ausstattung auch leisten kann. Der effektive Nutzen smarter Technik muss dabei stets im Vordergrund stehen, denn nicht alles, was technisch machbar ist, ist für den Mieter auch sinnvoll.

Beim Thema Datenschutz muss ein gangbarer Mittelweg zwischen Datennutzung bei gleichzeitiger Datensicherheit gefunden werden. Die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft steht dabei in einem ganz besonderen Vertrauensverhältnis gegenüber ihren Kunden, den Mietern. Denn eine Wohnung ist eben nicht nur ein Wirtschaftsgut, sondern ein sicherer Rückzugsort für die Menschen, in dem der Schutz der Privatsphäre von großer Bedeutung ist. Vermieter und Mieter müssen Herr ihrer eigenen Daten bleiben und darüber bestimmen können, welche dieser Daten an wen übermittelt werden.

Gerade zur Prozessoptimierung und Kundenbindung bietet die Digitalisierung enorme Chancen. Diese müssen in Zukunft noch stärker als bisher erkannt – und ihre Herausforderungen noch stärker gemeinsam von Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, den Anbietern von digitalen Services und dem Gesetzgeber angegangen werden. Nur dann wird es möglich sein, auf lange Sicht zeitgemäße Wohnungen anbieten zu können und dabei die großen Potenziale der digitalen Revolution erfolgreich zu nutzen.

x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 2012-7-8 Dichtheitsprüfung

Mieterbund und Vermieter gegen Koalitionspläne

Mieter und Vermieter kritisieren die in den Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen geplante Regelung zur Dichtheitsprüfung. Nach Informationen vom Mieterbund NRW und dem Verband der...

mehr
Ausgabe 2009-05 Energieverbrauch

Vernetztes Wohnen

Mit dem Energiesparsystem „adapterm“ von Techem kann bereits heute ein Vermieter über das Internet seine Energieersparnis und die Verringerung des CO2-Ausstoßes tagesaktuell nachvollziehen....

mehr

BFW zu Mietendeckel-Urteil: Wichtiges Signal für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums

Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen begrüßt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Berliner Mietendeckel. Das oberste deutsche Gericht hat die spezielle...

mehr

BID-Jahresempfang: Neubau-Motor jetzt starten und bloß nicht die Digitalisierung verschlafen!

Den Wohnungsbau in den deutschen Ballungszentren anzukurbeln, sei das Gebot der Stunde, erklärte Axel Gedaschko beim Jahresempfang der BID Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland...

mehr
Ausgabe 2010-03

Steigerung der Geräuschimmissionen durch bauliche Änderungen

BGB § 535 Abs. 1 Satz 2, § 536 Abs. 1 Mietvertragliche Abreden zur Beschaffenheit der Mietsache können auch konkludent in der Weise getroffen werden, dass der Mieter dem Vermieter bestimmte...

mehr