Dachabdichtung

Die Sicherheit steckt im Detail

Bei Anschlüssen und Durchdringungen im Dach ist das Risiko hoch, dass durch eine Fehlstelle in der Abdichtung Feuchtigkeit eindringt. Flüssigkunststoff passt sich an komplizierte Formen an und nimmt Bewegungen aus der Konstruktion auf, wie Flachdachsanierungen eines Wohnhauses in der Berliner Hohenstaufenstraße sowie von mehrgeschossigen Wohnblöcken in der Bamberger Hans-Böckler-Straße zeigen.

Dunstrohre, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, Stützen, Lichtkuppeln, Türanschlüsse, aufgehende Wände oder Aufbauten – Diese Details haben unterschiedliche und komplexe Formen, die alle in die Abdichtung einzubeziehen sind. Nur so kann Feuchtigkeit nicht in die Konstruktion eindringen, und die Bausubstanz ist vor möglichen Schäden ge­­schützt. Die DIN 18531, Teil 3 Abschnitt 8.1.1, legt fest, dass die Zuverlässigkeit von Dachdetails wesentlich davon bestimmt wird, ob die abzudichtenden, anschließenden Bauteile eine einfache Führung und einen einfachen Anschluss selbst ermöglichen. Oft sind Elemente auf dem Dach jedoch von außergewöhnlichen Geometrien, spitzen Winkeln oder Rundungen gekennzeichnet, die mit konventionellen Technologien wie Bitumenbahnen nur mit viel Aufwand abgedichtet werden können.

Extremen Wetterlagen trotzen

Im Herbst und Winter sind Dächer extremen Witterungseinflüssen wie Stürmen, Starkregen, Hagel, Frost und Schnee ausgesetzt. Hagel kann beispielsweise zerstörerische Auswirkungen auf die Dachhaut haben und Starkregen sind viele Dächer nicht gewachsen, da sie aufgrund zu geringer Dachneigung, verstopfter Dachrinnen oder überlasteter Fallrohre die Wassermassen nicht mehr ableiten können. Insbesondere Details können oftmals großen Niederschlagsmengen ebenso wie starkem Wind bei mangelhafter Abdichtung nicht standhalten. Als Schwachstellen vergrößern sie das Risiko, dass Feuchtigkeit eindringt, ins Innere des Bauwerks gelangt, die Bausubstanz beschädigt und letztlich die Statik und die Wohnqualität einschränkt. Durch die verstärkten Witterungseinflüsse häufen sich die Schäden. Beispielsweise verursachte 2013 ein intensiver Hagelschlag im deutschen Südwes-

ten einen Ge­­samtschaden von 2,3 Mrd. €. Auf diesen Fall wies Klimaexperte Peter Höppe, Meteorologe bei der Rückversicherung Mu­­nichRe, während des 8. Extremwetterkongresses in Hamburg hin. Um die Gebäudehülle zu schützen, müssen Details zuverlässig und beständig gegen Witterungseinflüsse in die Abdichtung einbezogen werden.

Flüssige Abdichtungen passen sich an

Flüssigkunststoff bietet sich sowohl für die Flächen- als auch für die Detail- und An­­schluss-Abdichtung an, da er sich wie eine zweite Haut an den Untergrund anpasst. Kalt appliziert, müssen Türen oder Lichtkuppelelemente nicht angeflämmt werden und das Arbeiten mit offener Flamme entfällt.

Triflex, Spezialist für Abdichtungen mit Flüssigkunststoff, hat besonders für komplexe Details Abdichtungssysteme entwickelt, die eine homogene naht- und fugenlose Lösung bilden. Das Detail-Abdichtungssystem auf Basis von Polymethylmethacrylatharz (PMMA) haftet auf fast allen Untergründen und kann bei Temperaturen bis zu -5 °C verarbeitet werden. Somit ist die Verarbeitung unabhängig von der Herbst- und Winterwitterung möglich. Eine mechanische Befestigung der Abdichtung am oberen Rand ist nicht erforderlich. Die Abdichtung ist nach 30 Min. regenfest und nach 45 Min. ausgehärtet. Eine europäisch technische Zulassung (ETA) gewährleistet die Zuverlässigkeit der Abdichtungsalternative. Nach den Richtlinien der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL) ist das System wurzel- und rhizomfest, so dass es begrünte Dächer langfristig abdichtet. Zudem belegt die Hagelschlagprüfung nach DIN EN 13583, dass die Flüssigabdichtung dem Aufprall von Hagelkörnern standhält.

Die Detailabdichtung lässt sich mit einem Flächensystem kombinieren, so dass eine dauerhaft dichte Dachfläche entsteht. Abdichtungen wie Triflex ProTect eignen sich für flache und geneigte Bedachungen. Aufgrund des vollflächigen Haftverbunds verhindern flüssige Lösungen die Unterläufigkeit durch Regenwasser. Hoch elastisch und dynamisch rissüberbrückend nehmen sie Bewegungen aus den weiteren Funktionsschichten auf.

Lichtkuppeln und Rohre integrieren

Zahlreiche Anschlüsse und Details prägen das 450 m2 große Flachdach eines Wohnhauses in der Berliner Hohenstaufenstraße. Sie sollten während einer Dachsanierung in die Abdichtungsfläche integriert werden, damit das Gebäude langzeitsicher vor eindringender Feuchtigkeit geschützt ist. Versprödungen an der vorhandenen Bitumen-Abdichtung waren erste Anzeichen für Undichtigkeiten. Um diese so schnell wie möglich zu beheben, war ein System gefragt, das ohne aufwändige Abrissarbeiten aufgebracht werden konnte. Sanierungsspezialisten dichteten das Dach mit rissüberbrückendem Flüssigkunststoff ab, ohne die bestehenden Bitumenbahnen entfernen und grundieren zu müssen. Da Flüssigkunststoff schnell aushärtet, sparten die Verarbeiter zu­­sätzlich Zeit. Mit dem Abdichtungssystem sind Lichtkuppeln aus Kunststoff, Dunstrohre aus Zink sowie das angrenzende Mauerwerk nahtlos in die Flächenabdichtung eingebunden und dauerhaft dicht. Die Oberfläche ist auch gegen starke UV-Strahlung langfristig beständig. Durch die helle Farbgebung ist eine geringe thermische Belastung in den Sommermonaten gewährleistet. Außerdem markierten die Verarbeiter mit Flüssigkunststoff einen rutschsicheren Weg in gelber Signalfarbe, auf dem sich Wartungsmonteure sicher bewegen können.

Dichtigkeit und Wärmeschutz wiederherstellen

Eine ansprechende Optik und gleichzeitig eine hinterlaufsichere Abdichtung sind das Ergebnis der Flachdachsanierung mehrgeschossiger Wohnblöcke in Bamberg. Die Baugenossenschaft für den Stadt- und Landkreis Bamberg e.G. hatte Nachhaltigkeit, Qualität und Wirtschaftlichkeit von der neuen Dachabdichtung dreier parallel angelegter Gebäuderiegel in der Hans-Böckler-Straße gefordert. Diese war notwendig geworden, da infolge undichter Bitumenbahnen und durchnässter Wärmedämmung massive Schäden im Dachschichtenpaket der Häuser Nr. 2-4 entstanden waren. Un­­dichte Stellen und schadhafte Details auf den Dächern der Häuser Nr. 8-10 und 12-14 kamen hinzu. Um die Dichtigkeit und den Wärmeschutz wiederherzustellen, haben Fachverarbeiter das bestehende Dachschichtenpaket abgerissen, auf die freigelegte Fläche eine neue Wärmedämmung, Bitumenbahnen und eine Abdichtung aus Flüssigkunststoff aufgebracht. Senkrechte Detailanschlüsse wie Kamine, Lüfter, Gullys, Sekuranten, Dachausstiege sowie Brandwand und Dachrand wurden mit dem Abdichtungssystem langzeitsicher abgedichtet. Auf schadhaften Dachflächen applizierten die Handwerker die Flächenabdichtung. Die Cryl Finish 205-Versiegelung in grau-beigefarbenen Abstufungen setzt optische Akzente. Nach der regelkonformen Instandsetzung mit Flüssigkunststoff halten die Dächer Witterungseinflüssen dauerhaft stand.

Herausforderung souverän meistern

Details stellen als anspruchsvollste Bereiche der Abdichtung eine Herausforderung dar. Die Einhaltung der Vorgaben in Regelwerken und der Empfehlungen der Hersteller von geprüften Produkten gewährleistet eine Dachabdichtung, die dicht bis ins kleinste Detail ist. Um die Abdichtungsqualität seiner Systeme sicherzustellen, bietet der Hersteller des Flüssigkunststoffs diese ausschließlich im Direktvertrieb an und schult seine Kunden in der Verarbeitung der Produkte.

Richtig verarbeitete Flüssigabdichtungen mit entsprechender Untergrundbeurteilung und -vorbehandlung sichern die Leistungsfähigkeit. Je nach Komplexität des Bauvorhabens sollte ein Planer hinzugezogen werden. So halten Detailabdichtungen auf genutzten und ungenutzten Dächern mechanischen sowie thermischen Einflüssen stand und schützen die darunterliegenden Räume langzeitsicher vor eindringender Feuchtigkeit.

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