Steildach

Dämmung spart CO2 und wird gefördert

Energieeffizienz ist ein Muss in Neubau und Sanierung, nur so können die gesteckten Umweltziele erreicht werden. Das Rechenbeispiel einer Aufdachdämmung mit hocheffizientem PU-Hartschaum zeigt, wie sich durch die Förderung mit staatlichen Geldern die Investition in eine hochwertige Dämmung lohnt.

Über Gebäude geht derzeit sehr viel Energie unnötigerweise verloren und das obwohl die energetischen Anforderungen in den letzten Jahren ständig verschärft wurden, zuletzt zum Januar 2016 für Neubauten durch neue, schärfere Festlegungen in der Energieeinsparverordnung (EnEV).

Klare Ziele Umweltschutz

Die Ziele der Energieeinsparverordnung sind die Reduzierung des CO2-Ausstoßes und die Schaffung eines klimaneutralen Gebäudebestandes bis 2050. Die Bundesregierung hat im Integrierten Energie- und Klimaprogramm das Ziel ausgegeben, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 % im Vergleich zu 1990 zu senken. Gegenwärtig wird diesen Herausforderungen in Deutschland mit einer moderaten Klimaschutzstrategie begegnet, die auf schrittweise Anpassungen setzt und tiefgreifende Veränderungen der Rahmenbedingungen im Gebäudesektor, insbesondere ökonomische Belastungen der Eigentümer oder des Steuerzahlers, vermeidet. Zwar haben die CO2-Emissionen durch Verordnung und Förderung zwischen 1990 um 2016 um 27 % abgenommen, doch dies reicht nicht, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG)

Warum werden die Energiesparregeln erneut geändert? Deutschland hat mit der aktuellen EnEV 2014, die ab 2016 geltende europäische Richtlinie für Gebäude von 2010 nur teilweise umgesetzt. Diese verlangt den Niedrigstenergie-Standard für Neubauten, ab 2019 für öffentliche und ab 2021 für privatwirtschaftliche Gebäude. Bei dieser Gelegenheit vereinfacht der Bund die Energie-Vorgaben und führt die noch parallel laufenden Regeln Energieeinsparungsgesetz (EnEG), Energieeinsparverordnung (EnEV) und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) bis Ende des Jahres zum GebäudeEnergieGesetz (GEG) zusammen. Planer, Bauherren, Investoren und Verwalter müssen die kommenden Anforderungen rechtzeitig kennen und erfüllen.

Wie sollen die Ziele erreicht werden?

Im Rahmen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms hat der Bund die KfW-Förderprogramme zum energieeffizienten Bauen und Sanieren aufgelegt. Sie unterstützen Eigentümer und Bauherren bei der Finanzierung energiesparender Baumaßnahmen. Für den Gebäudebestand gibt es einen Sanierungsfahrplan, der aufzeigt, mit welchen Sanierungsmaßnahmen der Niedrigstenergie-Standard bis 2050 erreicht werden kann. Bestandsgebäude aber auch Neubauten des Bundes sollen bei der Reduzierung des Energieverbrauchs eine Vorbildfunktion einnehmen.

Fordern und fördern

Energieeinsparverordnung (EnEV) und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) sind Vorschrift. Wer entsprechend den KfW-Richtlinien höherwertiger und damit energetisch deutlich besser saniert, erhält einen Zuschuss von bis zu 10 % auf die Gesamtsanierungssumme. Gefördert werden private Bauherren, Wohnungseigentümergemeinschaften und Kommunen. Damit wird vor allem die anspruchsvolle energetische Sanierung von Wohngebäuden, Gebäuden der kommunalen und sozialen Infrastruktur sowie kommunaler Unternehmen erleichtert. Hier liegen große Potenziale für Energieeinsparung und Klimaschutz.

Bessere Dämmung für weniger Geld

Die Dämmung von Dachflächen bietet große Einsparungspotenziale, denn hier geht die meiste Energie verloren. Mit einer effizienten Dämmung lassen sich 30 bis 40 % Energie einsparen. Bei entsprechender Beratung und Planung beteiligt sich der Staat über das KfW-Zuschussprogramm 430 ‚Energieeffizient sanieren‘ an den Sanierungskosten und macht so eine hochwertige Dämmung günstiger im Vergleich zu einer weniger effizienten Dämmung (z.B. nach EnEV) – bei jahrzehntelanger Energieeinsparung und bei gleichzeitiger Steigerung des Immobilienwerts sowie Erhöhung des Wohnkomforts.

Das folgende Rechenbespiel zeigt ein Zuschussdach eines Wohnhauses – ein überzeugendes KfW-Rechenbeispiel für die Steildachdämmung mit Hochleistungsdämmstoff BauderPIR: Das Musterdach eines Einfamilienhauses ist 150 m² groß. Gemäß EnEV muss ein U-Wert von 0,24 erreicht werden. Eine entsprechende durchschnittliche Steildachsanierung inklusive Wärmedämmung kostet 37.499 Euro. Um den KfW-Zuschuss zu erhalten, muss der U-Wert bei 0,14 liegen. Hierfür liegen die Kosten für die Sanierung des Daches einschließlich der höherwertigeren Dämmung und inklusive eines erforderlichen KfW-Energie-Effizienz Experten  bei 39.479 Euro.

Zieht man nun den KfW-Zuschuss ab, der im berechneten Fall bei 3.922 Euro liegt, betragen die Kosten tatsächlich nur 35.557 Euro (Bild 3).

Eindeutiges Ergebnis: Es ist zwar zunächst teurer, höherwertiger zu dämmen, doch nach Abzug des Zuschusses ist es sogar günstiger gegenüber einer durchschnittlichen Wärmedämmung. Vor allem ist eine Dachsanierung keine kurzfristige Sache, sondern eine Entscheidung für Jahrzehnte. Dies ist verbunden mit geringeren Energiekosten, höherem Wohnkomfort und gesteigertem Immobilienwert.

Doch wie lässt sich eine effiziente Steildachdämmung am wirtschaftlichsten umsetzen?

Aufdachdämmung mit PU-Hartschaum

Im genannten Beispiel entstand mit einer 160 mm BauderPIR-Aufsparrendämmung ein Musterhaus auf Neubauniveau mit großer Energieeinsparung und hervorragendem Wohnkomfort. Die Aufsparrendämmung ist eine wärmebrückenfreie effiziente Lösung, eine schützende Haube über der gesamten Dachkonstruktion, die vor Feuchteschäden schützt. Zusammen mit dem Hochleistungsdämmstoff PIR lässt sich damit jedes Haus auf Neubauniveau dämmen.

Der Hochleistungsdämmstoff PIR besitzt mit der besonders niedrigen Wärmeleitstufe WLS 023 den besten Dämmwert im Vergleich zu gebräuchlichen Wärmedämmstoffen, also höchste Dämmleistung bei geringster Dämmstoffdicke. Aufgrund der geringen Dämmstoffdicke bleiben Dachdetails schlank und dank des geringen Gewichts der Dämmelemente wird die alte Dachkonstruktion nur minimal belastet und, im Gegensatz zu sehr schweren Dämmstoffen, müssen die Sparren nicht teuer statisch verstärkt werden. Zudem sind die Wärmedämmplatten Hagelschlag- und Schlagregengeprüft. Selbst bei defektem Ziegeln schützen die Dämmplatten das Dach zuverlässig vor Hagel und Starkregen, halten das Haus trocken und sicher. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Innenräume durch die Sanierung von außen nicht beeinträchtigt werden, Bewohner müssen nicht ausziehen und Möbel nicht zwischengelagert werden.

KfW-Zuschussdächer lassen sich aber auch bei Dächern mit vorhandener, funktionstüchtiger Dämmung zwischen den Sparren in Kombination mit einer neuen Aufsparrendämmung erreichen. So bleibt der Dachaufbau noch schlanker bei noch effektiverem Schallschutz.

Mehrwert durch Dachausbau

Die Nachverdichtung im urbanen Raum ist ein wichtiges Thema in der Stadtentwicklung. Dabei versteckt sich auf den Dächern ein enormes Potenzial für neuen Wohnraum. Anspruchsvolle Dachausbauten und aufgestockte Dachgeschosse mit einer hochwertigen Aufdachdämmung schaffen relativ schnell komfortablen Wohnraum auf gleicher Grundfläche. Eine enorme Wertsteigerung und dies ohne Landschaftsversiegelung durch die Bebauung neuer Grundstücksflächen.

Fazit

Es gibt noch viel zu tun, um die gesetzten Klimaschutzziele zu erreichen. Ohne die aktive Unterstützung durch Planer, Bauherren und Verarbeiter sind diese weder im Neubau und noch in der Sanierung erreichbar. Besonderen Anreiz bieten die KfW-Förderprogramme, aber auch der hohe Wohnkomfort einer effizienten Dachdämmung, die Einsparungen und die Wertsteigerung sowie die Möglichkeiten eines Dachausbaus überzeugen. Wichtig sind gute Beratung, effizientes Material und geschulte Verarbeiter.

Deutschland hat mit der aktuellen EnEV 2014, die ab 2016 geltende europäische Richtlinie für Gebäude von 2010 nur teilweise umgesetzt.

Die Dämmung von Dachflächen bietet große Einsparungspotenziale, denn hier geht die meiste Energie verloren.

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