BDB-Mitgliederumfrage: Corona steigert Digitalisierung, führt zu Auftragsverzögerungen und pessimistischeren Umsatzprognosen

Wie die meisten Berufsstände sind auch Architekt*innen und Bauingenieur*innen von den wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie betroffen. Im Oktober hat der BDB Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure (www.baumeister-online.de) seine Mitglieder zu den Auswirkungen der Krise auf ihre berufliche Situation und wirtschaftliche Zukunftsperspektive befragt.

Erste Erkenntnis: Die Kontakt- und Reisebeschränkungen zwingen auch Bauplaner*innen, ihr Arbeitsleben zu digitalisieren. Je nach Beruf und Größe des Büros gaben zwischen 35 und 70 % der Befragten an, seit Beginn der Krise digitaler zu arbeiten und zu kommunizieren.

Darüber hinaus vermelden gerade selbstständige Planungsbüros Schwierigkeiten bei der Auftragsabwicklung. Über 40 % der befragten Architekt*innen und 30 % der Bauingenieur*innen gaben an, unter Corona-bedingten Verzögerungen bei der Bearbeitung von Aufträgen zu leiden. Betrachtet man nur Büros mit mindestens vier Angestellten, sind es jeweils über 50 %.

Zudem blickt jedes vierte Planungsbüro den nächsten Monaten mit Sorge entgegen. Gaben zum Zeitpunkt der Umfrage mehr als 16 % der Befragten an, bereits aktuell von Auftragsstornierungen betroffen zu sein, erwarten rund 25 % der Architektur- und Bauingenieurbüros einen weiteren Umsatzrückgang in den nächsten sechs bis zwölf Monaten. In Planungsbetrieben mit vier oder mehr Angestellten rechnen 30 % der Architekt*innen und sogar 40 % der Ingenieur*innen damit.

BDB-Präsident Christoph Schild fordert deshalb die Politik dazu auf, auch die selbstständigen Planungsbüros in der Krise nicht zu vergessen: „Je länger die aktuelle Situation anhält, desto größer wird der wirtschaftliche Druck gerade auch für die kleineren Büros, wie sie mehrheitlich im BDB organisiert sind. An ihnen sind die Corona-Hilfen bislang größtenteils vorbeigegangen, dabei sind auch sie Arbeitgeber, die es in der Krise besonders zu schützen gilt.“

Schild ergänzt: „Für die Vielfalt der deutschen Bauplanungslandschaft sind auch die kleinen Büros von großer Bedeutung und der BDB wird sich weiterhin für ihre Zukunft einsetzen – gerade in der Krise.“

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