In herausfordernden Zeiten: Bundesverband der deutschen Ziegelindustrie feiert 125-jähriges Jubiläum

Erstmals seit 1997 konnte die Mitgliederversammlung der Ziegelindustrie wieder eine eigenständige Bauministerin begrüßen: das BVZi-Präsidium (Hans Helmuth Jacobi, Stefan Jungk und Johannes Edmüller) mit Klara Geywitz.
Foto: BVZi / Jakob Tillmann

Erstmals seit 1997 konnte die Mitgliederversammlung der Ziegelindustrie wieder eine eigenständige Bauministerin begrüßen: das BVZi-Präsidium (Hans Helmuth Jacobi, Stefan Jungk und Johannes Edmüller) mit Klara Geywitz.
Foto: BVZi / Jakob Tillmann
„Die Lage ist mehr als außergewöhnlich“, eröffnete Präsident Stefan Jungk die Jahrestagung des Bundesverbands der deutschen Ziegelindustrie (BVZi, www.ziegel.de) in Berlin. „Wir können ökonomisch hervorragende Ergebnisse konstatieren, unsere Produktionslinien laufen unter Volllast und wir haben uns als Branche auf den Weg in die Klimaneutralität gemacht. Doch zugleich stehen wir alle mit der Ausrufung der Alarmstufe des Gas-Notfallplans vor ungewissen Zeiten. Es gibt nichts zu beschönigen, die Folgen eines Gasembargos wären nicht nur für uns Ziegler dramatisch, sondern für die gesamte deutsche Industrie.“

In ihrem Grußwort gratulierte Bundesbauministerin Klara Geywitz dem Bundesverband zum 125-jährigen Jubiläum und skizzierte die baupolitischen Aufgaben in der aktuellen Legislaturperiode. Am politischen Versprechen von 400.000 Wohneinheiten pro Jahr hielt sie ausdrücklich fest, „auch wenn das keine einfache Aufgabe ist.“ Geywitz verwies auf das größte Investitionsvolumen in den sozialen Wohnungsbau aller Zeiten. Zudem stünden die Neuordnung der Wohnungsbauförderung, eine Erhöhung der Recyclingquote und die Digitalisierung am Bau auf der Agenda ihres Hauses. Mit Blick auf die Ziegel-Roadmap zur Klimaneutralität sagte Ministerin Geywitz der Branche ihre volle Unterstützung bei der Umsetzung der politischen Rahmenbedingungen zu. Für die anstehende Reform der Förderprogrammatik kündigte Geywitz seitens der Bundesregierung Baustoffneutralität und Technologieoffenheit an.

Präsident Jungk richtet seinen Blick trotz aller Herausforderungen nach vorne: „Das 125-jährige Verbandsjubiläum steht selbstverständlich im Zeichen von Tradition und Verbandshistorie. Gleichwohl geht es uns darum, die Weichen für die Zukunft jetzt richtig zu stellen. Das heißt für uns als Ziegelindustrie: Wir brauchen langfristige Planungssicherheit bei den politischen Rahmenbedingungen, um gezielt in die Dekarbonisierung unserer Produktion zu investieren. Nachhaltiges und bezahlbares Bauen funktioniert nur mit einer konsequenten Förderung von Neubau- und Sanierungsmaßnahmen. Und letztlich steht für uns außer Frage, dass der Schlüssel für eine funktionierende Bauwende Technologieoffenheit sein muss.“

Einen Blick über die Grenzen hinaus richtete die begleitende Fachtagung „Green Deal and decarbonisation of the Brick and Roof Tile Industrie“, die der europäische Fachverband Tiles and Bricks Europe (TBE) gemeinsam mit dem deutschen Verband ausrichtete.

Wechsel an der Spitze 

Nach fünf Jahren engagierter Arbeit verlässt der bisherige Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Frederichs Ende Juli den Verband, um diese Funktion beim Bundesverband Baustoffe - Steine und Erden (bbs) zu übernehmen. Präsident Stefan Jungk würdigte das gemeinsam Erreichte: „Mit Matthias Frederichs haben wir Ziegler den Umzug von Bonn nach Berlin erfolgreich vollzogen und unseren Verband zukunftsgerichtet aufgestellt. Es ist nicht zuletzt sein Verdienst, dass der Verband heute mit einem großartigen Team schlagkräftig agieren kann und in Brüssel und Berlin gleichermaßen geschätzter Gesprächspartner ist. Wir danken für die engagierte Arbeit und blicken voller Zuversicht auf die Fortsetzung mit seinem Nachfolger Attila Gerhäuser.“

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