Energetische Stadtsanierung: BMI und KfW erhöhen Zuschuss auf bis zu 75 Prozent

Im Rahmen des KfW-Förderprogramms „Energetische Stadtsanierung – Klimaschutz und Klimaanpassung im Quartier“ werden ab dem 1. April 2021 neue Themenfelder im Auftrag des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) gefördert: Grüne Infrastruktur und wassersensible Quartiersgestaltung, Digitalisierung und Klimafreundliche Mobilität. Zudem werden höhere Förderzuschüsse und zinsgünstige Förderdarlehen gewährt.

Die Zuschussförderung (Programm 432) wird von 65 auf 75 % erhöht, Kommunen müssen dann statt 15 % nur noch 5 % kommunalen Eigenanteil nachweisen. Diese Änderungen sind zunächst befristet bis zum 30. Juni 2022. Die Sachmittelzuschüsse, die u.a. für digitale Bürgerbeteiligungsangebote genutzt werden können, wurden dauerhaft von 10 auf 20% erhöht.

Im Bereich der Förderkredite (Programme 201/202) sind die Fördermöglichkeiten und Tilgungszuschüsse mit bis zu 20 % ebenfalls ausgeweitet und verbessert worden. Kommunen, die diese Kredite auf Basis eines Quartierskonzeptes beantragen, werden sogar mit besonders hohen Tilgungszuschüssen von bis zu 40 % belohnt.

Seit dem Programmstart am 15. November 2011 bis zum 31. Dezember 2020 wurden in dem Programm über 2.000 Förderzusagen erteilt (davon Konzepte ca. 1.100; Sanierungsmanagements: ca. 450; Quartiersversorgung: 515). Dadurch wurden Fördermittel mit einem Darlehensvolumen von 1,22 Mrd. € für die Quartiersversorgung und einem Zuschussvolumen von 101 Mio. € für Konzepte und Sanierungsmanagements ausgereicht. In diesem Jahr stehen rund 70 Mio. Euro für das Programm zur Verfügung.

Dazu Baustaatssekretärin Anne Katrin Bohle: „Wir stärken den Klimaschutz im Quartier und gehen damit auf die Bedürfnisse der Kommunen ein. Klimaschutz und Klimaanpassung können jetzt gemeinsam geplant und umgesetzt werden. Wir haben die Zuschüsse erhöht und die Anforderungen an den kommunalen Eigenanteil gesenkt. Damit berücksichtigen wir die schwierige Haushaltssituation vieler Kommunen. Auch die Bürgerbeteiligung bleibt ein wichtiges Thema. Daher werden wir auch ver-stärkt Online-Angebote fördern.“

Und Dr. Ingrid Hengster, für das inländische Fördergeschäft zuständiges Vorstandsmitglied der KfW, ergänzt: „Mit der Energetischen Stadtsanierung leisten wir seit Jahren einen wichtigen Beitrag für mehr Klimaschutz und Energieeffizienz in Kommunen. Der Quartiersansatz erlaubt es, zusätzliche Effizienzpotenziale zu erkennen und diese zügig zu realisieren. Mit den Produktverbesserungen setzen wir neue Impulse, um diesen erfolgreichen Ansatz noch attraktiver zu machen.“

Thematisch passende Artikel:

1000 Konzepte für den Klimaschutz im Quartier: Bundesinnenministerium unterstützt „Energetische Stadtsanierung“

Im Rahmen des vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) unterstützten KfW-Programms „Energetische Stadtsanierung“ wurde jetzt die 1000. Konzeptzusage übergeben. Mit Mitteln des...

mehr

BMUB: Energetische Stadtsanierung hilft Kommunen und dem Klima

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und die KfW haben 2011 das Programm „Energetische Stadtsanierung“ aufgelegt. Nach vier Jahren Evaluierung zieht die...

mehr
2012-1-2 Energiekonzepte für Stadtquartiere

Förderung für integrierte Quartierkonzepte

Mit dem neuen KfW-Programm „Energetische Stadtsanierung“ sollen Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz der Gebäude und der Infrastruktur insbesondere zur Wärmeversorgung im Quartier...

mehr

Förderung für energetische Stadtsanierung wirkt: Forschungsbericht lobt integrierte Konzepte für Sanierungs- und Versorgungsaufgaben im Quartier

Das KfW-Programm 432 (www.kfw.de), mit dem das Bundesbauministerium quartiersbezogene Konzepte für die Energetische Stadtsanierung fördert, hat sich bewährt. Zu diesem Ergebnis kommt ein...

mehr
5 Jahre KfW-Programm Energetische Stadtsanierung

Vom Gebäude zum Quartier

Im Gebäudebestand liegen erhebliche Potenziale zur Energieeinsparung. Ausschließlich auf das Einzelgebäude bezogene Ansätze reichen aber heute nicht mehr aus, um die ehrgeizigen Klimaschutzziele...

mehr