Trotz Corona: Förderung für Erneuerbare Heizsysteme ist Konjunkturmotor

Dank hoher staatlicher Zuschüsse und ausgereifter Technologien interessieren sich Verbraucher trotz Corona-Krise ungebrochen stark für den Austausch fossiler Heizungen: Im Vergleich zum Vorjahr wurden im ersten Quartal 2020 deutlich mehr Förderanträge für Erneuerbare Wärmesysteme gestellt. Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV, www.depv.de) sieht in der Energiewende am Wärmemarkt einen der Motoren, um der deutschen Wirtschaft nach der Flaute wieder Schwung zu verleihen. Die Installation einer Heizungsanlage wie auch die Belieferung mit Holzpellets ist jederzeit möglich. Hierzulande werden mittlerweile über 500.000 Pelletfeuerungen betrieben. Mit der weltweit drittgrößten Pelletproduktion ist Deutschland Selbstversorger.

Das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) hat jüngst die 500.000ste Pelletheizung in Deutschland vermeldet. Diese modernste Form der Holzfeuerung gibt es seit Ende der 1990er. Die Verdopplung des Bestands und somit die Installation der millionsten Anlage soll aus Verbandssicht deutlich schneller gehen. DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele ist zuversichtlich: „Trotz der sich abzeichnenden Wirtschaftsflaute berichten die Kesselhersteller von einer fast ungebrochenen Nachfrage. Es scheint, als ob Heizungsbesitzer die Corona-Zeit nutzen, um sich über die Fördermöglichkeiten zum Austausch alter fossiler Heizkessel zu informieren. Da statt in Urlaubsreisen dieses Jahr wahrscheinlich in die eigenen vier Wände investiert wird, rechnen wir mit einer anhaltend hohen Nachfrage.“

Auch das Heizungsbauerhandwerk sei beispielhaft als wirtschaftlicher Aktivposten tätig und bewerkstellige die aktuellen Einschränkungen professionell, so dass kaum Auftrags-rückgänge zu spüren seien, so der Verbandsgeschäftsführer weiter. „Die Bundesregierung tut gut daran, die Energiewende am Wärmemarkt als Konjunkturmotor zu nutzen und die Investitionen in klimafreundliche Maßnahmen im Gebäude und bei der Industrie weiterhin zu unterstützen.“

Bis zu 45 Prozent Zuschuss beim Heizungstausch

Die Bundesregierung fördert über das Marktanreizprogramm (MAP) den Einbau von Erneuerbaren Wärmeerzeugern wie modernen Holz- und Pelletfeuerungen seit Januar 2020 mit mindestens 35 Prozent der dabei anfallenden Investitionskosten. Falls eine alte Ölheizung ausgetauscht wird, bekommt der Betreiber sogar 45 Prozent zurück. Das hat im ersten Quartal bereits zu 150 Prozent mehr Förderanträgen für Holzfeuerungen, Wärmepumpen, Solarthermie- und Erneuerbaren Hybridanlagen geführt. „Die sehr ho-hen Zuschüsse gleichen die höheren Investitionskosten für Pelletheizungen aus und ma-chen sie gegenüber fossilen Systemen von Beginn an rentabel“, betont Bentele. Dazu kommt der günstige Pelletpreis: In den letzten zehn Jahren waren Pellets im Schnitt 30 Prozent günstiger als Heizöl und 25 Prozent günstiger als Erdgas.

Brennstoffversorgung sicher: Sägerestholz als große Rohstoffbasis

Die Holzindustrie (AGR) rechnet generell nicht mit Versorgungsproblemen und auch der Großteil der Produzenten und Händler von Holzpellets sieht laut einer aktuellen Umfrage des DEPV unter 66 ENplus-zertifizierten Unternehmen keine negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Lieferfähigkeit. Mit 2,8 Mio. Tonnen wurden hierzulande noch nie so viele Pellets hergestellt wie im Jahr 2019. Seit Jahren ist Deutschland Nettoexporteur der Presslinge. Holzpellets werden in Deutschland fast komplett aus den in Sägewerken anfallenden Resthölzern wie Sägespänen und Hackschnitzeln hergestellt. Als Land mit dem höchsten Holzvorrat in der Europäischen Union ist Deutschland damit zur Herstellung der kleinen Holzpresslinge prädestiniert – auch in der Corona-Krise.

Thematisch passende Artikel:

Wärme aus kleinen Kapseln: Holzpellets finden guten Absatz

Mit rd. 1,65 Mio. Tonnen Holzpellets blickt man in Deutschland in den ersten neun Monaten des Jahres 2017 auf eine sehr große Produktionsmenge zurück. „Nachdem der Markt im letzten Jahr aufgrund...

mehr

Verhaltene Marktentwicklung für Holzpellets

Die Pelletbranche blickt auf ein turbulentes Jahr 2016 zurück, das hinter den Erwartungen zurückblieb. Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) bilanziert wie schon im Vorjahr, dass der...

mehr
2016-06 Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband und der BV Wärmepumpe arbeiten enger zusammen

Holzpellets und Wärmepumpen bringen die Energiewende voran

„Wärmepumpen und Pelletfeuerungen sind die wesentlichen Technologien zur vollständigen Umsetzung der Energiewende am Heizungsmarkt“, betonen die Vorsitzenden des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP)...

mehr

Mehr als 1,5 Mio. Tonnen im 1. Halbjahr 2020: Rekordproduktion von Pellets in Deutschland

In Deutschland wurden im 1. Halbjahr 2020 mit 1,502 Mio. Tonnen (t) so viele Holzpellets wie noch nie produziert. Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort. Der Deutsche Energieholz- und...

mehr
Interview mit der neuen DEPV-Vorsitzenden Beate Schmidt-Menig

„Deutschland ist ein richtiges Pelletland“

Frau Schmidt-Menig, wenn man aktuell den Markt für Pelletheizungen betrachtet, sind Sie genau zum richtigen Zeitpunkt zur DEPV-Vorsitzenden gewählt worden. Schmidt-Menig: Ja, die Dynamik ist enorm...

mehr