Ostdeutsche Bauwirtschaft: Corona und starker Wintereinbruch bremsen

In der Summe der ersten beiden Monate des Jahres 2021 sind im ostdeutschen Bauhauptgewerbe sowohl die Nachfrage nach Bauleistungen als auch die Bautätigkeit im Vorjahresvergleich erheblich zurückgegangen. „Während der Nachfrageeinbruch in einem direkten Zusammenhang mit der gegenwärtigen Pandemie steht, behinderte der Wintereinbruch die Bautätigkeit in Ostdeutschland erheblich“, kommentiert Dr. Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Ost (BIVO), die Februar-Ergebnisse im Bauhauptgewerbe für Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten durch das Statistische Bundesamt.

Auftragseingang: Alle Segmente vom Rückgang betroffen

Das Gesamtauftragsvolumen des ostdeutschen Bauhauptgewerbes betrug in den Monaten Januar und Februar 2021 insgesamt knapp 2,3 Mrd. Euro. Das waren 8,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Im Öffentlichen Bau sanken die Bestellungen am stärksten. Das Auftragsvolumen belief sich hier auf 759,8 Mio. Euro und lag damit um 16,1 Prozent unter dem von 2020. Der Straßenbau fuhr mit Aufträgen in Höhe von 316,3 Mio. Euro ein um 12,6 Prozent schlechteres Ergebnis ein als im Vorjahr. Im Wohnungsbau erreichten die Order einen Wert von 497 Mio. Euro und waren damit um 8,8 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Der Wirtschaftsbau verzeichnete einen Auftragseingang von 996 Mio. Euro (‑2,1 %). „Die negative Auftragsentwicklung in Ostdeutschland gibt Anlass zur Sorge, vor allem, weil sie sich momentan diametral zum Bundestrend gestaltet“, merkte Momberg an.

Umsatz: Erlöse sinken in allen Bausparten

Das Bauhauptgewerbe in Ostdeutschland erzielte zwischen Januar und Februar 2021 Umsatzerlöse von insgesamt 1,8 Mrd. Euro. Im Vorjahresvergleich bedeutete das einen Rückgang um 17 Prozent. Mit einem Umsatzaufkommen von 406,7 Mio. Euro registrierte der Wohnungsbau den stärksten Einbruch (-26,8 %). Ihm folgte der Öffentliche Bau. Hier beliefen sich die Erlöse auf 544,8 Mio. Euro (-18,2 %), darunter im Straßenbau auf 170,7 Mio. Euro (-26,4 %). Der Wirtschaftsbau verfehlte mit Umsätzen von 817,4 Mio. Euro den Vergleichswert von 2020 um 10,1 Prozent. „Angesichts der gegenwärtig schwachen Nachfrage nach Bauleistungen wird die Baukonjunktur in Ostdeutschland im ersten Quartal 2021 einen deutlichen Dämpfer erfahren“, beurteilt Momberg abschließend die unbefriedigende Gesamtentwicklung.

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