„Smarte Thermostate leisten Beitrag zu Klimaschutzzielen“

Ein Gespräch mit Sven Gottschalk, Geschäftsführer der Peiner Heimstätte GmbH, und Rainer Detjen, Vorstandsmitglied der Spar- und Bauverein eG Hannover.

Warum haben Sie sich für den Einsatz smarter Thermostate entschieden?

Gottschalk: Zu den Folgen des Kriegs in der Ukraine zählen extreme Energiepreiserhöhungen. Dies hat im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2022 bereits zu einer Erhöhung der Bruttowarmmiete geführt und wird sich durch die zeitlich versetzte Heiz- und Betriebskostenabrechnung bei den Mietenden verstärkt im Jahr 2023 auswirken. Die Zahlungsfähigkeit einzelner könnte überstiegen werden.

Als Wohnungsunternehmen haben wir vor diesem Hintergrund verschiedene Maßnahmen zur Kostenreduzierung, wie die Optimierung der Einstellung der Heizungsanlagen, ergriffen, die unseren Mietenden direkt zugutekommen. Einen wesentlichen Anteil am Verbrauch haben sie jedoch selbst. Daher waren wir auf der Suche nach geeigneten Werkzeugen, um den Bewohnenden weitere Einsparungen zu ermöglichen.

Detjen: Bei uns war es ähnlich. Gerade in der Situation des vergangenen Jahres war es entscheidend, unseren Mietenden die Möglichkeit zur Energieeinsparung zu geben und Erkenntnisse für die zukünftige Dimensionierung unserer Heizungsanlagen zu gewinnen.

Wie verlief die Kommunikation mit den Bewohnenden?

Detjen: Die Mietenden wurden von uns schriftlich über den geplanten Verlauf und die Ziele des Pilotprojekts informiert. Die Kommunikation mit den Teilnehmenden war sowohl vorab als auch im weiteren Verlauf des Projekts sehr gut.

Gottschalk: Wir haben über denselben Weg informiert. Teilweise wurde von Bewohnerseite Skepsis geäußert und eine Überwachung sowie ein Eingriff in die Autonomie befürchtet. Durch Gespräche der KALO-Außendienstmitarbeiter, die aufgezeigten Einsparpotenziale und Rückfragen bei dem für das Projekt zuständigen Mitarbeiter der Peiner Heimstätte, ließ sich diese jedoch schnell beseitigen.

Detjen: Interessant. Bei uns haben anfangs auch einige Bewohnende verhalten bis abweisend reagiert. Eine Mehrzahl konnte den Start des Projekts jedoch gar nicht abwarten.

Wie fällt Ihr Zwischenfazit aus?

Detjen: Die erzielten Einsparungen können wir aktuell noch nicht beziffern. Es ist aber davon auszugehen, dass die Teilnehmenden durch den Einsatz der smarten Heizkörperthermostate Energie gespart haben. Der zeitliche Aufwand für die Teilnehmenden war überschaubar.

Gottschalk: Einzelheiten zu den Energieverbräuchen liegen uns ebenfalls noch nicht vor. Die eingesparte Energie wird erst mit der Betriebskostenabrechnung für das Jahr 2023 erkennbar. Es lässt sich aber festhalten, dass die Abwicklung und Zusammenarbeit zwischen KALO, der Peiner Heimstätte und den Bewohnenden zielorientiert und problemlos verlief. Der für uns als Wohnungsunternehmen benötigte Aufwand verhielt sich in einem vertretbaren Rahmen.

Was planen Sie als nächstes?

Gottschalk: Nach Vorliegen der Messergebnisse und deren Auswertung ist bei positiven Effekten eine Ausstattung weiterer Liegenschaften und auch eine weitergehende zentrale Heizungssteuerung denkbar.

Detjen: Wir haben bereits vor Beginn der Heizperiode damit begonnen, in unseren Heizungszentralen nach und nach ein Monitoringsystem zu etablieren, mit dem zukünftig eine kontinuierliche Optimierung der Heizungsanlagen ermöglicht wird.

Wie wichtig sind aus Ihrer Sicht die smarten Thermostate auf dem Weg zur Klimaneutralität 2045?

Detjen: Die smarte Heizungssteuerung ist zum Einsparen von Energie sehr gut geeignet, komplette Klimaneutralität jedoch erreichen wir nur über den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen.

Gottschalk: Neben der Preissteigerung stellt die Klimaschutzgesetzgebung und die damit einhergehenden Anforderungen und Verpflichtungen für den Gebäudesektor bzw. die Wohnungswirtschaft erhebliche Herausforderungen auch für uns auf dem Weg zur Klimaneutralität dar. Der Einsatz smarter Thermostate kann einen Betrag leisten, die Klimaschutzziele zu erreichen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Peiner Heimstätte GmbH

Die Peiner Heimstätte blickt auf eine über 90jährige Tradition zurück. Sie verfügt über einen eigenen Wohnungsbestand mit 1.461 Wohn- und 20 Gewerbeeinheiten. Darüber hinaus verwaltet sie rund 650 Wohnungen für Dritte nach dem Wohnungseigentumsgesetz und ist als Dienstleister für Dritte im Bereich der Immobilienverwaltung tätig. Alleinige Gesellschafterin des Unternehmens ist die Stadt Peine.

Spar- und Bauverein eG

Die Spar- und Bauverein eG ist mit mehr als 27.000 Mitgliedern und über 8.000 eigenen Wohnungen die älteste und größte Wohnungsgenossenschaft mit Spareinrichtung Hannovers. Jährlich investiert sie Millionen, um ihre Häuser und Wohnungen auf dem neuesten Stand zu halten und modernen Wünschen anzupassen. Darüber hinaus bietet sie mit ihren Tochtergesellschaften eine Vielzahl von Dienstleistungen rund ums Wohnen.

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