Wohraum bleibt ein knappes Gut

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

in Deutschland wird weiter viel gebaut und renoviert. Das belegen die Baugenehmigungszahlen für 2018. Vor allem das Plus an Mehrfamilienhäusern, in denen die klassischen Mietwohnungen entstehen, stimmt hoffnungsfroh.

Dennoch „werden die Schlangen bei den Wohnungsbesichtigungen nicht kürzer“, fürchtet BFW-Präsident Andreas Ibel. Mit 347.300 genehmigten Wohnungen sei man vom eigentlichen Neubaubedarf „meilenweit entfernt“.

Immerhin fühlt sich der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie nach den Worten von Hauptgeschäftsführer Dieter Babiel durch die Entwicklung der Baugenehmigungen im Vorjahr in seiner positiven Einschätzung für das laufende Jahr bestätigt.

Ein Wermutstropfen sei zwar die unbefriedigende Entwicklung bei der Zahl der genehmigten Wohnungen. Diese hätten im letzten Jahr lediglich auf dem Niveau von 2017 stagniert. „Dazu haben aber auch die Personalprobleme in den kommunalen Bauämtern beigetragen.“ Babiel verwies zudem darauf, dass sich seit dem Wiederanspringen der Wohnungsbaukonjunktur 2009 ein Überhang von mehr als einer halben Million genehmigter, aber noch nicht fertiggestellter Wohnungen aufgestaut habe. Dies entspreche nahezu zwei Jahresproduktionen. Damit sei die Nachfrage im Wohnungsbau auf hohem Niveau gesichert.

Angesichts sinkender Baugenehmigungszahlen argwöhnt indes GdW-Präsident Axel Gedaschko, „dass der Wohnungsmangel in Deutschland zur Dauersituation wird“. Das sei besonders „für die Zukunft des bezahlbaren Wohnens kein gutes Zeichen“.

Genauso sieht es Dietmar Schäfers, Bundes-Vize der IG BAU. Gerade das bezahlbare Wohnen und der soziale Wohnungsbau blieben auf der Strecke. „2002 gab es 2,2 Mio. Sozialwohnungen – heute sind es nur noch rund 1,2 Mio.“

Trotz aller Kritik: Für Bundesbauminister Horst Seehofer bleibt 2019 ein Jahr der Umsetzung: „Nach dem erfolgreich gestarteten Baukindergeld werden wir mit den Finanzhilfen für die soziale Wohnraumförderung eine weitere Maßnahme erfüllen, die auf dem Wohngipfel im September 2018 beschlossen wurde.“ Zudem werde man  die Rechtssicherheit von Mietspiegeln erhöhen, das Wohngeld anheben und das Bauvergaberecht vereinfachen. Nicht zuletzt werde auch die Expertenkommission „Nachhaltige Baulandmobilisierung und Bodenpolitik“ im Sommer 2019 ihre Ergebnisse vorlegen. Laut Seehofer drückt die Bundesregierung damit „gemeinsam mit Ländern und Kommunen aufs Gaspedal, um Wohnungsengpässe so schnell wie möglich zu beseitigen und bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen.“

Ihr

x

Thematisch passende Artikel:

Sinkende Baugenehmigungszahlen: BFW kritisiert die fatalen Folgen einer verfehlten Wohnungspolitik

„Die sinkenden Baugenehmigungszahlen sind die fatale Folge einer verfehlten Wohnungspolitik von Bund, Ländern und Kommunen. Mit ihrem falschen Fokus auf das Mietrecht läuft die Bundesregierung aber...

mehr

Einbruch von Baugenehmigungen: BFW-Präsident fordert Taten statt Worte

„Der Einbruch der Baugenehmigungszahlen lässt befürchten: Wohnraum wird künftig noch knapper und die Schlangen bei den Wohnungsbesichtigungen noch länger. Jetzt brauchen wir Taten statt Worte –...

mehr

BFW zu sinkenden Baugenehmigungszahlen: Worten müssen endlich Taten folgen!

„Der Rückgang bei den Baugenehmigungszahlen ist ein Warnschuss für die Politik. Durch fortdauerndes Abwarten erreichen wir hier keine Trendwende. Wenn es der Politik wirklich ernst ist mit dem...

mehr

BFW-Präsident: Baugenehmigungen - Falsches Spiel mit schönen Zahlen

„Der Anstieg der Baugenehmigungszahlen um 30,4 % weckt vielerorts Hoffnungen auf ein absehbares Ende der Wohnungsknappheit. Vor dieser Fehlinterpretation kann ich jedoch nur warnen. Die...

mehr

Baufertigstellungszahlen 2018: Für BFW-Präsident ist ein Ende der Wohnungsknappheit nicht absehbar

„Die neuesten Baufertigstellungszahlen zeigen: Ein Ende der Wohnungsknappheit ist nicht absehbar. Um das von der Bundesregierung angestrebte Ziel von jährlich 375.000 Neubauwohnungen zu erreichen,...

mehr