Wohnquartier Schlesisches Viertel

Ein Beispiel aus Düsseldorf für eine erfolgreiche Bestandsersatzmaßnahme, eines der zentralen Zukunftsthemen der Wohnungswirtschaft.

Im Jahr 2006 fand ein Architektenwettbewerb im Zusammenhang mit der zukunftsorientierten Entwicklung der Wohnungsbestände im Schlesischen Viertel statt. In einer zweistufigen Entscheidungsphase wurden zwei Siegerbüros gekürt. Das Grundstück an der Breslauer Straße, auf dem das bis Anfang 2008 mittlerweile ungenutzte ehemalige Stadtwohnheim stand, wurde nach den Plänen des Architekturbüros Druschke & Grosser aus Duisburg entwickelt. Dort entstanden ab Ende 2008 in einem fünf- ge­­schossigen Punkthaus zehn Dreiraumwohnungen mit je rund 80 m² Wohnfläche. Daran schließen sich 14 Einfamilienhäuser, davon acht Doppelhäuser und sechs Reihenhäuser mit Wohnflächen von jeweils rund 140 m² an. Den Abschluss dieses ersten Baufeldes bildet ein viergeschossiges Gebäude, in welchem erstmals ein Angebot im Segment Betreutes Wohnen für ältere und auch behinderte Menschen geschafft wurde. Hier entstanden 27 barrierefreie Wohnungen für ein und zwei Personen, davon 15 rollstuhlgerecht. Alle Wohneinheiten wurden gefördert mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

Autofreie Zone für Familien

Die 14 Einfamilienhäuser auf dem Grundstück waren nach vielen Jahren der Abstinenz die erste Bauträgermaßnahme der Rheinwohnungsbau GmbH und fanden schnell Käufer. Das Angebot richtete sich ganz gezielt an junge Familien, die im Stadtgebiet von Düsseldorf Eigentum bilden wollten, aber noch nicht das richtige Angebot gefunden hatten. Dies lag sicherlich in erster Linie daran, dass der Düsseldorfer Markt für bezahlbare Einfamilienhäuser aufgrund der exorbitant hohen Grundstückspreise sehr übersichtlich ist und hier die Nachfrage das An­­gebot bei weitem über­­­­­­­­­steigt. Ein be­­sonderer Clou dieser Planung bildet die zentrale Tiefgarage für Punkthaus und die 14 Einfamilienhäuser, die direkt über die jeweiligen Kellergeschosse erreicht werden können. So entstand eine kleine autofreie Zone und die Grundstücke konnten ob der nicht erforderlichen oberirdischen Garagen optimaler und ansprechender gestaltet werden.

Diese Baumaßnahme beinhaltet selbstverständlich ein modernes Energiekonzept. So werden sämtliche Gebäude über ein Nahwärmenetz von Gebäude Betreutes Wohnen kostengünstig mit Wärme und Warmwasser versorgt. Ein hoher Dämmstandard sorgt ebenso wie die mechanischen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung für dauerhaft geringen Energiebedarf. Das Gebäude mit den 27 Wohnungen für betreutes Wohnen hat sogar Passiv-Haus-Standard. Die 14 Einfamilienhäuser erreichen KFW 60 Standard und das sogenannte Punkthaus KFW 40 Standard (nach EnEV 2007).

 

Neues Leben im Quartier

Auf dem zweiten Baufeld im Dreieck Schlesische Straße/Liegnitzer Straße/Breslauer Straße wurden im Sommer 2011 insgesamt 71 Wohnungen im  Zuge dieser Bestandsersatzmaßnahme abgebrochen. Vorher bedurfte es der Umsetzung der dort bisher wohnenden Mieter in andere Wohnungen des Wohnungsbestandes. Mit allen Bewohnern konnten aufgrund individueller und intensiver Gespräche Lösungen gefunden werden, ohne dass es zu streitigen Auseinandersetzungen kam.

Für den zweiten Bauabschnitt hatte das Düsseldorfer Planungsbüro HGMB Architekten den überzeugendsten Entwurf vorgelegt. Hier entstehen ab Herbst diesen Jahres 45 neue Mietwohnungen, davon 27 Einheiten mit öffentlicher Förderung des „Typ B“. Elf neue Mietwohnungen wurden bereits mit dem ersten Bauabschnitt fertig gestellt. Ergänzt werden diese beiden Neubauabschnitte durch die Modernisierung- und den Umbau der Bestandszeile Breslauer Straße 24 – 36. Aus dieser Zeile wurde das Mittelhaus mit sechs Kleinstwohnungen abgebrochen, um nach den Vorstellungen der Architekten die absperrende Wirkung dieses Gebäuderiegels aufzulösen. Weiterer Bestandteil ist der Ausbau der Dachgeschosse der verbliebenen sechs Häuser mit je einer Wohnung. Abgerundet wird diese Bestandsmaßnahme mit der Vervollständigung bereits früherer energetischer Verbesserungen der Fassade einschließlich Balkonerneuerung, Um­­bau der Hauseingangsbereiche sowie ergänzenden Instandhaltungsarbeiten. Inzwischen sind alle fertig gestellten Wohnungen und Häuser bezogen und in das Quartier ist neues Leben eingekehrt. Mit Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes Ende nächsten Jahres findet diese städtebauliche Erneuerungsmaßnahme ihren Abschluss.


Es entstand eine kleine autofreie Zone und die Grundstücke konnten optimaler und ansprechender gestaltet werden.
Abgerundet wird diese Bestandsmaßnahme mit der Vervollständigung bereits früherer energetischer Verbesserungen der Fassade einschließlich Balkonerneuerung, Umbau der Hauseingangsbereiche sowie
ergänzenden Instandhaltungsarbeiten.
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