Multimedia

Wieso geht der Fernseher denn gerade heute kaputt?

Loriots „Fernsehabend“ ist legendär und man könnte meinen, der Sketch sei angesichts vielfältiger Medienangebote längst überholt. Weit gefehlt. Fernsehen dominiert weiterhin den Medienkonsum. Größter Wunsch hierbei: weniger Störungen.

Maria Tomaschewski aus Düsseldorf-Angermund ist das, was man eine technikaffine Verbraucherin nennt. Sie nutzt und kombiniert virtuos modernes digitales Satellitenfernsehen mit den Möglichkeiten, die ein internetfähiger Großbildfernseher bietet. Per Smartphone nutzt sie unterwegs Videoportale wie YouTube. Dabei ist sie vor allem beim Fernsehen anspruchsvoll. „Ich schätze die riesige Auswahl an Sendern und Programmen. Und alles in einer Top-Bildqualität. Das geht zu vernünftigen Preisen nur mit einer SAT-Anlage.“ Für sie ist – wie für Millionen Deutsche – der Fernseher immer noch der Dreh- und Angelpunkt der täglichen Mediennutzung. Die Medienforscher der jüngsten ARD/ZDF-Onlinestudie nennen das den „Lagerfeuercharakter“ des klassischen Fernsehens, insbesondere von fiktionalen TV-Formaten wie „Tatort“. Fernsehen werde durch starke soziale und psychologische Faktoren gesteuert, hat Medienforscher William Cooper im Auftrag von Sony herausgefunden. Das bedeutet: Man könnte online fast alles jederzeit schauen – aber um den Preis, dies höchstwahrscheinlich alleine zu tun. Die intensive Debatte um die Parallelnutzung von Fernsehen und Internet (Second Screen) ist nach den empirischen Ergebnissen der ARD/ZDF-Onlinestudie 2015 zu Gunsten des Fernsehens entschieden. Über Serien wie den „Tatort“ tauscht man sich auf Plattformen wie Facebook oder über Twitter aus, aber gesehen wird das Format fast ausschließlich auf dem heimischen Großbildschirm.

Medienforschung zeigt: Klassisches TV ganz vorn

Fernsehen dominiert weiterhin den Medienkonsum. So hat jeder Bundesbürger 2014 – unabhängig von der realen Mediennutzung – im Durchschnitt 221 Minuten pro Tag ferngesehen, 1994 waren es noch 167 Minuten. Die eigentlichen Fernsehzuschauer ließen sich sogar 325 Minuten täglich vom klassischen TV-Angebot unterhalten und informieren. Die Werte liegen nach wie vor weit vor der durchschnittlichen Internetnutzung von 108 Minuten pro Tag (ARD/ZDF-Onlinestudie 2015) bzw. bei 158 Minuten bei Nutzern von mobilen Endgeräten. Über die Hälfte aller Internetnutzer sah sich dabei 2014/2015 im Netz mindestens einmal pro Woche Videos oder Fernsehsendungen an, z.B. auf Videoportalen, in Mediatheken oder bei Streamingdiensten. Dieser Anteil lag bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen erwartungsgemäß deutlich höher (8 %). Etwas niedriger liegen die Anteile für die reine TV-Nutzung im Internet. So schauten zumindest gelegentlich 57 % der 14 bis 29-Jährigen TV live oder zeitversetzt auf diesem Übertragungsweg an (Gesamtdurchschnitt: 43 %). Täglich genutzt wurden Fernseh-Angebote im Internet dagegen im Durchschnitt aller Altersgruppen nur von 3 % (6 % der 14- bis 29-Jährigen) – weit abgeschlagen gegenüber dem klassischen Fernsehen. Dabei zeigte sich ein besonders großer Unterschied bei der Nutzungsdauer: So sahen alle Deutschen ab 14 Jahren im Schnitt sechs Minuten im Internet fern (doppelt so lange bei den 14- bis 29-Jährigen). Zum Vergleich: Allein in der gleichen – häufig für das klassische Fernsehen schon verloren geglaubten – Altersgruppe wurde im Fernsehpanel von ARD und ZDF im 1. Halbjahr 2015 eine tägliche Sehdauer beim klassischen TV von 120 Minuten gemessen. Fazit: Insgesamt nutzen Onliner aller Altersgruppen Videos und TV-Inhalte im Netz vor allem als Ergänzung zum klassischen Fernsehen. Aber im Wettbewerb mit anderen Mediennutzungen behauptet der internetfähige (smarte) Fernseher mit hoher Bildauflösung nach wie vor seine Spitzenposition.

Was wollen die Mieter?

Das hat Konsequenzen für die Bewertung der einzelnen Medien und ihrer Übertragungswege bei der technischen Ausstattung von Wohngebäuden. Das Fernsehen genießt Priorität in der allgemeinen Bewertung der multimedialen Qualität einer Wohnung. Internet und Telefonie sind auch dank leistungsstarker alternativer Provider und Übertragungswege nicht unwichtig, aber nachrangig. Fernsehen ist laut Freizeitmonitor 2015 mit 97 % unangefochten die liebste Freizeitbeschäftigung. Entsprechend hoch ist die Zahlungsbereitschaft für neue und komfortable Technik. So standen bereits 2014 in 85 % der deutschen Haushalte hochauflösende HDTV-Geräte, bei der Anschaffung neuer Fernseher wird mittlerweile überwiegend auf den Ultra HD-Standard geachtet, mit dem man TV fast in Kinoqualität genießen kann. Laut Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung (GfK) stehen mittlerweile über 20 Millionen internetfähige Smart-Fernseher bzw. entsprechende Digitalreceiver, DVD- und Blue-Ray-Player in deutschen Haushalten.

Überraschenderweise spielt die TV- und Medienversorgung in vielen Mieterzufriedenheitsstudien kaum eine Rolle. Das mag daran liegen, dass die Fernsehversorgung in ihrer jeweiligen technologischen und vertraglichen Situation als gegeben und – zumindest kurzfristig – nicht beeinflussbar angesehen wird. Eine Ausnahme ist eine Befragung von Bewohnern eines Wohngebietes in Hamburg-Barmbek, die die F+B Forschung und Beratung aus Hamburg 2014 durchgeführt hat. Von den 570 Haushalten (Miete und Eigentum) war z.B. rund ein Fünftel mit dem Kabelfernsehangebot und den anderen Multimediadienstleistungen nicht vollends zufrieden. Und das, obwohl es sich bei den Wohnungen um Neubauten oder kurz zuvor umfassend sanierte Bestände handelte. Insbesondere gab es kritische Stimmen wie:

– „Die Kabelanschlüsse sind unzureichend.“ (Neubau)
– „Kabelanbieter im Mietvertrag aufgezwungen.“ (Neubau)
– „Anbieter wurde zunächst vorgeschrieben vom Verkäufer.“ (Neubau)
– „Besonders abends Bild- und Tonstörungen auf allen HD-Programmen.“ (Neubau)
– „Kabel Digital wird nicht angeboten.“ (Neubau)
– „Hätte lieber SAT-Anschluss gehabt.“ (Bestand)
– „Kabelanschluss von Anbieter XY schlecht.“ (Bestand)
– „Keine Multimedia-Ausstattung.“ (Bestand)

Die Frage ist, ob 23 % mit der Multimedia-Versorgung nicht zufriedene Mieter und Eigentümer in einem vollsanierten Bestand aus wohnungswirtschaftlicher Sicht akzeptabel sind? „Analyse und Konzepte“ aus Hamburg hat Mitte 2015 eine großangelegte repräsentative Befragung von 1106 Mieterhaushalten in ganz Deutschland explizit zu den Medienwünschen von Mietern und ihrem Mediennutzungsverhalten durchgeführt. Auch diese Befragung bestätigte, dass für knapp die Hälfte der Befragten das klassische lineare Fernsehen nach wie vor oberste Priorität genießt und für 35 % der Befragten zeitversetztes und klassisches Fernsehen gleich wichtig ist. Für 62 % ist die Empfangsqualität in HD wichtig bis sehr wichtig, für knapp die Hälfte steht die Anzahl der Fernsehkanäle und für jeden Fünften die Anzahl der fremdsprachigen Sender und Programme (Abb. 1) ganz oben auf der Prioritätenskala.

In der Studie zeigten sich 18 % aller Mieter mit der technischen TV-Ausstattung ihrer überwiegend mit Breitbandkabelnetzen ausgerüsteten Wohnungen teilweise bis sehr unzufrieden. Größter Wunsch war hier: „weniger Störungen“. Mit dem Service des Fernsehdienstleisters waren sogar 25 % teilweise bis sehr unzufrieden. Wichtigste Kritikpunkte: „bessere Erreichbarkeit bei Problemen“ und „schnellere Problembehebung“. Bei der Frage nach der Zahlungsbereitschaft im Zusammenhang mit dem Fernsehkonsum rangierte an zweiter Stelle mit 15 % eine „hohe Auflösung“, 11 % würden zusätzlich für ein „gutes Angebot fremdsprachiger Sender“ und sieben Prozent für „viele Fernsehkanäle“ zahlen wollen (Abb. 2).

Herunter gebrochen auf typische Wohnmilieu-Gruppen zeigte sich, dass für alle Gruppen die Bild- und Tonqualität sehr wichtig ist, während häusliche und anspruchsvolle Mieterhaushalte eine hohe Zahlungsbereitschaft für ein umfangreiches Medienangebot signalisierten.↓

SAT-Fernsehversorgung als

Schlüsseltechnik

Aus den empirischen Daten und den abgefragten Medienwünschen der Mieterhaushalte lassen sich bereits die entscheidenden Anforderungen an die Wohnungswirtschaft hinsichtlich einer zeitgemäßen und zukunftssicheren Fernseh- und Medienversorgung aus Kundensicht erkennen:

– Sendervielfalt
– Sehr hohe Empfangsqualität auch in HD- und Ultra HD
– Möglichst geringe Störanfälligkeit
– Gutes Preis-Leistungsverhältnis des Basisangebots, um sich noch Pay-TV- und HD-/ Ultra HD-Angebote leisten zu können
– Open Access, also freie Wahl des Telefonie- und Internetproviders, um den intensiven Wettbewerb der Übertragungswege und Anbieter nutzen zu können
– Anbindung der Hausverteilnetze an die be­­reits heute existierenden rund zwei Millionen Glasfaseranschlüsse, um alle Anforderungen an Bandbreite auch für die nächsten 15 Jahre erfüllen zu können

Es hat sich in einer Vielzahl von Referenzprojekten gezeigt, dass eine optische SAT-Anlage in Verbindung mit Hausverteilnetzen auf Glasfaserbasis mit Anbindung an einen überregionalen Backbone in den nächsten Jahren die technisch leistungsfähigste und aus Kundensicht auch attraktivste Fernsehsignalversorgung darstellt.

Telefonie und Internet können dann – gemäß dem Open Access-Modell – bei unterschiedlichen im Wettbewerb miteinander stehenden Providern separat beauftragt werden. Entscheidend sind also Flexibilität und Fernsehen in Top-Qualität. Nähere Informationen und Referenzen unter www.astra.de/wowi

Der Fernseher ist immer noch der Dreh- und Angelpunkt der täglichen Mediennutzung.
Im Wettbewerb mit anderen Mediennutzungen behauptet der internetfähige (smarte) Fernseher mit hoher Bildauflösung nach wie vor seine Spitzenposition.
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