Wer AAL sagt, muss auch BDM sagen

Immer mehr Wohnungsunternehmen bieten „Ambient Assisted Living“ an, um älteren Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Mit integriertem Bestandsdatenmanagement lässt sich dieser Service  professionell vermarkten.

Mit zunehmendem Alter ändern sich die Bedürfnisse eines Menschen an seine Wohnsituation. Eine vertraute Umgebung und eine gute Infrastruktur mit nahgelegenen Einkaufsmöglichkeiten gewinnen genauso an Relevanz wie das Thema Barrierefreiheit.

Zudem haben viele ältere Menschen einen Wunsch gemein: möglichst lange in den gewohnten vier Wänden zu leben. So gaben zum Beispiel 59 % der Teilnehmer der Generali Altersstudie 2013 an, dass sie gern mit Unterstützung eines Pflegedienstes weiter in ihrer eigenen Wohnung leben würden, wenn sie einmal nicht mehr alleine leben können.

Die niedrige Geburtenrate bei gleichzeitig hoher Lebenserwartung führt dazu, dass die Bevölkerungszahl in Deutschland in den kommenden Jahrzehnten zahlenmäßig abnehmen wird. Gleichzeitig wächst der Anteil der älteren Bevölkerung im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung merklich an.

Mehr Angebote für ältere Menschen

Bedingt durch den demografischen Wandel entwickelt sich die Generation 65 plus mehr und mehr zu einer besonders wichtigen Zielgruppe für die Immobilienwirtschaft. Eine Entwicklung, die viele Wohnungsunternehmen bereits erkannt haben – und deshalb ihre Angebote für ältere Menschen deutlich ausbauen.

Nicht zuletzt dank neuer, technischer Möglichkeiten können Wohnungsunternehmen ältere oder auch behinderte Mieter heute auf vielfältige Weise darin unterstützen, möglichst lang und selbstständig in ihrer Wohnung zu leben. „Ambient Assisted Living“ (kurz AAL) nennt sich dieses Konzept: AAL „bezeichnet die Unterstützung meist älterer oder benachteiligter Menschen im täglichen Leben durch intelligente Technik.

Die Anwendungsgebiete reichen dabei von reinen Bequemlichkeitsfunktionen wie z.B. automatisch abschaltende Küchengeräte oder Beleuchtungen über die Unterstützung im Alltag, um Menschen ein selbstständiges Leben im eigenen Wohnraum zu ermöglichen, bis hin zur Überwachung von Vitalfunktionen und der automatischen Benachrichtigung von Hilfskräften im Notfall“, heißt es im Gabler Wirtschaftslexikon.

Vom Notrufassistenten bis zum Mobilgerät

Eine AAL-Wohnung verfügt gewöhnlich über deutlich mehr Ausstattungsmerkmale als eine herkömmliche Wohnung. Gängige Beispiele dafür sind Notrufassistenten, zentral gesteuerte Feuer- und Rauchmelder, Kameras mit Gegensprechanlagen, ein Sicherheitsmanagement für Türen und Fenster oder auch mobile Geräte für die Kommunikation mit dem Vermieter.  „Je mehr Ausstattungsmerkmale eine Wohnung hat, desto aufwändiger ist ihre Verwaltung und Instandhaltung“, erklärt Patrick Heinerich, Solution Manager Mobile Services, New Digital Solution bei Aareon. „Wohnungsunternehmen, die AAL anbieten, sollten unbedingt ein professionelles Bestandsdatenmanagement (BDM) betreiben. Wer hier also auf ein BDM setzt statt auf Excel-Tabellen oder das Wissen einzelner Mitarbeiter, behält in jedem Fall den Überblick.“

BDM hilft bei der Vermarktung

Die übersichtlich aufbereiteten Bestandsdaten können Wohnungsunternehmen zur zielgruppengerechten Vermarktung einsetzen: Wer zum Beispiel damit werben möchte, dass eine Wohnung barrierearm, altersgerecht und mit AAL-Systemen ausgestattet ist, muss diese Informationen nur aus dem Bestandsdatenmanagement auslesen, um sie für das Portfolio zu nutzen.

So lassen sich die AAL-Ausstattungsmerkmale besonders hervorheben – ohne zusätzlichen Zeitaufwand. Damit können Wohnungsunternehmen schon in der Vermarktung demonstrieren, dass sie besonders auf die Bedürfnisse älterer Mieter eingehen.

So geht’s: Datenstruktur als Auftakt

Wenn sich ein Wohnungsunternehmen für ein professionelles Bestandsdatenmanagement-System entscheidet, sollte es zunächst eine für seine Bedarfe sinnvolle Datenstruktur entwickeln und sie im ERP-System anlegen. Dann müssen die Daten initial eingepflegt werden. Es lassen sich sowohl Daten zur Wirtschaftseinheit und auf Objektebene hinterlegen als auch für jede einzelne Wohnung: Ist die Wohnung saniert? Gibt es ein zweites WC? Ist die Wohneinheit barrierearm?

Von nun an gilt es, die Bestandsdaten aktuell zu halten. Das kann entweder ein Mitarbeiter im Büro übernehmen – oder der Hauswart oder Techniker direkt vor Ort. Aareon bietet dafür ein mobiles Bestandsdatenmanagement an. Damit kann zum Beispiel der Hausmeister während der Abnahme die Wohnungsdaten über sein Tablet aktualisieren.

Das spart nicht nur Zeit, sondern vermeidet gleichzeitig Fehler. Ungenauigkeiten und Übertragungsfehler, die zum Beispiel dann passieren, wenn ein Mitarbeiter im Büro die Schrift des Handwerkers nicht lesen kann, gehören mit mobilem Bestandsdatenmanagement der Vergangenheit an.

Wer werben will, muss die Ausstattung kennen

„Wohnungsunternehmen, die auf Ambient Assisted Living setzen, sollten diese Serviceleistung unbedingt auch in einem integrierten Bestandsdatenmanagement abbilden“, erklärt Patrick Heinerich abschließend. „Damit eröffnen sie sich die Möglichkeit, diesen Service sichtbar zu machen und ihre besonderen Angebote adäquat an ihre Zielgruppen heranzutragen.“

Bedingt durch den demografischen Wandel entwickelt sich die Generation 65 plus mehr und mehr zu einer besonders wichtigen Zielgruppe für die Immobilienwirtschaft.

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