Nicht nur optisch aufgewertet: Grotenkampsiedlung Dortmund

Vom Keller bis zur Gaube

Acht Mehrfamilienhäuser, Ende der 1960er-Jahre erbaut, bilden den Kern der Grotenkampsiedlung im Süden Dortmunds. Sie umfassen 108 Wohneinheiten in Größen zwischen 65 und 85 m². 2011 fiel die Entscheidung, das nicht nur optisch in die Jahre gekommene, sondern auch unter energetischen Gesichtspunkten nicht mehr zeitgemäße Quartier zu modernisieren – ein Langzeitprojekt für die Eigentümer, die GWG Hombruch-Barop eG aus Dortmund. Im Herbst/Winter 2014 werden die Arbeiten endgültig abgeschlossen sein.

Die Modernisierung wurde in vier Bauabschnitte unterteilt, denn das Aufgabenheft der Ge­­meinnützigen Wohnungsgenossenschaft war gut gefüllt: Die Fassaden der Mehrfamilienhäuser sollten neu gedämmt, modern gestaltet und mit Balkonen ausgestattet werden. Neue Fenster mit Dreifach-Verglasung sollten eingebaut werden, die Dachdämmung und -eindeckung warteten auf eine komplette Erneuerung und zusätzlich sollten die Dachgauben erweitert und bekleidet werden. Hinzu kam eine vollständige Neugestaltung der Eingangs- und Treppenhaussituationen sowie der Außenanlagen.

In der Tat ist die Grotenkampsiedlung im direkten „Vorher-Nachher-Vergleich“ zu einem „schmucken“ Wohnquartier geworden. Helle Fassaden mit mineralischem Edelkratzputz, hochwertige Aluminiumbalkone, zahlreiche Zinkbekleidungen und natürlich die gepflegten Außenanlagen werten das Viertel sichtbar auf. Doch auch im heute nicht mehr sichtbaren „Kern“ der Modernisierungsmaßnahmen hat die GWG auf Qualität gesetzt – auch dort, wo es eventuell günstigere Alternativen gegeben hätte.

Dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichtet

„Soweit es möglich war, haben wir auf mineralische Baustoffe gesetzt“, erläutert Dirk Scheffler, für die Modernisierung verantwortlicher Architekt bei der GWG Hombruch-Barop eG. So wurden zum Beispiel alle Fassaden mit einem vollmineralischen Wärmedämmverbundsystem ausgestattet. Zum einen leistet die nichtbrennbare Steinwolle als Dämmkern einen wichtigen Beitrag zum vorbeugenden baulichen Brandschutz. „Zum anderen wollten wir bewusst – das gilt auch für die Schrägdachmodernisierung und die Kellerdeckendämmung – diffusionsoffene Dämmstoffe einsetzen, um die nach wie vor gute Bausubstanz weiterhin zu schützen und langfristig aufzuwerten.“ Speziell an der Fassade sorge der schwerere mineralische Putz für ein zusätzliches Plus an Schallschutz. Die GWG fühlt sich heute eigenen Angaben zufolge mehr denn je dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichtet, „deshalb wählen wir bevorzugt Baustoffe aus, die auch bei der Entsorgung in der Zukunft punkten können.“

Die Außenwände der Häuser in der Grotenkampsiedlung bestehen aus 300 mm dicken Hohlraumziegeln und erhielten im Zuge der Modernisierung durchgängig eine 160 mm starke Dämmung mit der Speedrock II-Putzträgerlamelle von ROCKWOOL. Ganze 240 mm hoch wärmedämmende Steinwolle schützen das Schrägdach: Zusätzlich zu einer 140 mm dicken Zwischensparrendämmung (Klemmrock 035) wurde auf den Sparren mit 100 mm starken Masterrock 035-Platten gedämmt. Die Gauben erhielten eine Außendämmung mit jeweils 140 mm Masterrock 035. Gegen Wärmeverluste von unten schützt eine 60 mm dicke Kellerdeckendämmung (Rockfon Facett) aus ebenfalls nichtbrennbarer Steinwolle.

„Zusammen mit den anderen Modernisierungsmaßnahmen erreichen wir theoretisch KfW-70-Standard“, erläutert Scheffler. Viel wichtiger aber seien die Rückmeldungen der Mieter und die Entwicklung der Heizkosten in den bereits abgeschlossenen Bauabschnitten nach den jeweiligen Heizperioden gewesen. „Hier konnten wir uns über eine jährliche Kostenreduzierung um 40 % freuen.“

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