Vernetzte Lebenswelten

Der Immobiliendienstleister Drees & Sommer greift Themen auf, die die Branche bewegen

Der Wandel der Lebensformen, Arbeitsweisen und Mobilitätspraktiken beeinflusst und verändert bereits seit einiger Zeit viele Branchen. Gemeinschaftlich, vernetzt und flexibel scheint überall das neue Motto zu sein. Vor diesem Hintergrund sind auch die Unternehmen der Wohnungswirtschaft stark herausgefordert: Denn Eigentümer, Mieter und Nutzer wollen heute unterschiedliche Lebensbereiche gut miteinander verbinden, möglichst kurze Wege haben und dabei maximal ­flexibel bleiben. Für die Wohnungswirtschaft bedeutet das, dass es höchste Zeit ist, sich an innovative Konzepte und Ansätze zu wagen. Ein reiner Wohnungsbau reicht längst nicht mehr aus.

Entscheidend für ein lebenswertes Quartier oder eine Stadt ist, dass sich Menschen darin wohlfühlen und ihre Bedürfnisse mit möglichst geringem Aufwand erfüllen können. Dieses Ziel lässt sich langfristig nur erreichen, wenn eine Nutzungsmischung, also die Verbindung von Bereichen Wohnen, Büro, Retail, Gastronomie oder Freizeit gegeben ist. Technologische Innovationen, die steigende Anzahl an digitalen Angeboten und wachsende Mobilitätsansprüche verstärken diesen Trend zu vernetzten Lebenswelten zusätzlich. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und ein breites, zeitgemäßes Wohnangebot bereitzustellen, müssen sich die Wohnungsunternehmen daher aus ihren starren Strukturen lösen und vielmehr als Plattformanbieter und All-Round-Dienstleiser agieren.

Klüger verbinden statt neu erfinden

Die dafür notwendigen Technogien, Systeme und Infrastrukturen stehen vielerorts bereits zur Verfügung. Es muss also nicht unbedingt etwas gänzlich Neues erfunden werden. Vielmehr kommt es darauf an, bestehende Konzepte klug miteinander zu verknüpfen, Synergien besser zu nutzen und dort, wo es sinnvoll ist, strategische Kooperationen einzugehen. Hat ein Projektentwickler oder ein Bauherr früher ein reines Wohngebäude realisiert, so sollte er heute darüber nachdenken, welche Interaktionen mit anderen Bereichen möglich sind. Kann beispielsweise eine Wäscherei mit entsprechendem Service in das Quartier integriert werden? Wie sieht es mit einem Supermarkt im Erdgeschoss aus?

Genauso können gemeinsam mit Mobilitätsanbietern innerhalb der Quartiere zentrale Mobilitäts-Hubs errichtet werden, die den Bewohnern eine einfache und flexible Nutzung verschiedener Verkehrsmittel ermöglichen. Ein digitaler Concierge kann zur Erhöhung des Komforts und der Flexibilität zusätzlich beitragen und Bedürfnisse aller Generationen erfüllen. Dabei geht es nicht um Smart Home, sondern um eine intelligente und automatische Erleichterung des Alltags.

Träumst du noch oder baust du schon?

Wie vernetzte und innovative Quartiere aussehen können, zeigen Beispiele aus Hamburg und Berlin. Als Teil des aktuell größten Entwicklungsprojekts der Hauptstadt entsteht inmitten der Europacity das „Quartier Heidestrasse“. Es umfasst eine bunte Mischung an Wohn- und Bürogebäuden, Gewerbeflächen, öffentlichen Straßen und Plätzen. Insgesamt sind im „Quartier Heidestrasse“ rund 268.000 m² Bruttogeschossfläche für Gewerbe und Einzelhandel sowie rund 920 Wohnungen vorgesehen. Das Projektmanagement und Beratungsunternehmen Drees & Sommer arbeitet seit 2014 mit dem Entwickler des Quartiers, der Taurecon Real Estate Consulting GmbH, zusammen. Gemeinsames Ziel ist es dabei, einen lebendigen und zukunftsfähigen Kiez zu schaffen, der den Nutzern über Wohnungen und Büroräume hinweg vernetzte Lebenswelten bietet.

Ein weiteres gemischt genutztes Quartier entsteht zurzeit im südlichen Areal der HafenCity in Hamburg. Realisiert werden insgesamt 14 Gebäude mit vielfältigen Nutzungen auf rund 419.000 m² Fläche. So sind dort neben Büros und Wohnungen mit Wasserblick zahlreiche Gastronomie- und Kulturangebote, ein Multiplex-Kino, drei Hotels und rund 200 Shops geplant. Außerdem wird das neue Viertel über ein eigenes Kreuzfahrtterminal verfügen und auch auf dem Wasserweg erreichbar sein.

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