Dachziegel

Spezieller First auf großem Dach

Mitten im Münsterland bietet ein neues Seniorenwohnheim betagten Bürgern ein neues Zuhause. Auf den großen Dachflächen wurde hochwertiges Material verbaut – eine langfristige Investition.

80 neue Pflegeplätze entstanden im Frühjahr 2021 in bester Lage in Velen. Das Pflegeheim in der kleinen Stadt im Münsterland ist großzügig geplant und bietet Wohnraum in Einzel- und Doppelzimmern. Das Zentrum ist mitten im Ort platziert, nah an der Fußgängerzone und den damit verbundenen Einkaufs- und Aufenthaltsmöglichkeiten. Die Architektur des Hauses ist an die traditionelle westfälische Bebauung angelehnt. Der u-förmige Baukörper ist über zwei Etagen mit einem zusätzlichen ausgebauten und bewohnten Dachgeschoss angelegt. Besondere Beachtung verdienen die gewaltigen Dachflächen des Baus. Sie erstrecken sich über mehr als 2000 Quadratmeter.

Gebäude und Dach in U-Form

Die Gebäudeerschließung erfolgt über das zentrale Bauteil, das beide Langhäuser miteinander verbindet. Im Bau verteilen sich die 80 Pflegeplätze auf mehrere größere „Wohngemeinschaften“ mit Gemeinschaftsflächen. Das Investorenmodell, das den Erwerb einzelner kleiner Wohneinheiten mit anteiligen Gemeinschaftsflächen vorsieht, ermöglicht auch kleineren Investoren langfristige Anlagemöglichkeiten. 

Der u-förmige Bau weist eine hohe Aufenthaltsqualität auf. Er umfasst einen begrünten Innenhof, der den Bewohnern zur Verfügung stehen wird. Neben den großzügigen Wohnflächen lohnt ein Blick auf das Dach ganz besonders. Die Dachflächen des Gebäudes haben die beeindruckende Fläche von 2350 m². Der Wunsch des Bauherrn bezüglich der Eindeckung gab vor, ein spezielles hochwertiges Tondachziegelmodell zu verbauen. „Das hört man als Dachdecker natürlich gern“, berichtet Dachdecker Sven Schonebeck. „Die Entscheidung fiel auf den Futura-Dachziegel in der Farbe Kupferrot von Creaton. Zusätzlich sah der Auftrag vor, das komplette System des Herstellers zu verwenden. So wurden von der Unterspannbahn bis zum umfangreichen Zubehörprogramm Produkte desselben Herstellers  verbaut“, führt der Dachdecker weiter aus.

Auch „ganz oben“ endete der Wunsch nach der Verwendung von hochwertigen Materialien nicht: So ist der First mit Firstanschluss-Lüfterziegeln realisiert worden. Die Entscheidung für ein System mit aufeinander abgestimmten Komponenten ist nicht nur für den Bauherren, sondern auch für den Dachdecker von Vorteil. So können sich beide auf die Langlebigkeit und Hochwertigkeit der verbauten Produkte verlassen und sind zusätzlich auf der sicheren Seite, was die optimale Abstimmung und Kompatibilität der Produkte betrifft.

Voll ausgebautes Dachgeschoss

Das Dachgeschoss des Gebäudes ist voll ausgebaut und bietet hochwertigen Wohnraum. Das Dach ist als Pfettendachkonstruktion angelegt. Der Spitzboden wurde in der Wohnraumnutzung nicht berücksichtigt und wird aus Konstruktiongründen nicht genutzt. „Der Spitzboden ist toter Raum“, bedauert der Dachdecker.  Auch die Zimmermannsarbeiten übernahm die Zimmerei und Dachdeckerei Schonebeck und Sohn aus dem nahegelegenen Südlohn. „Wir verfügen in unserem Betrieb über eine eigene  Abbundanlage und konnten so alle Holzbauteile in unserer Werkstatt vorfertigen“, erklärt Sven Schonebeck. Sechs Wochen vor Beginn der Eindeckungsarbeiten installierten die Zimmerer den Dachstuhl – inklusive eines ungewöhnlichen Firsts. Doch die spezielle Konstruktionslösung versteckt sich gut vor den Augen des Betrachters. Erst der Blick von oben gibt das Geheimnis des Dachs frei: Die beiden Langhäuser verfügen, streng betrachtet, jeweils nicht über einen, sondern zwei parallel liegende Firste. Zwischen den beiden Firstlinien befindet sich ein Dachgraben.

Dieser tiefe Griff in die Trickkiste ermöglicht es, dass alle Firstlinien des Gebäudes auf derselben Höhe liegen. Gleichzeitig wirft er aber auch einige technische Herausforderungen auf, wie zum Beispiel Erstellung einer dichten, wasserführenden Schicht und die Entwässerung des Grabens. Erstere Aufgabe konnte recht einfach bewerkstelligt werden: Die gesamte Lagerkehle wurde mit Schweißbahnen abgedichtet. Die Wasserführung jedoch griff zu einem unpopulären Mittel. Das Regenwasser wird über innenliegende Entwässerungsrohre abgeführt. Pro Lagerkehle führen sechs Strangentwässerungen das Wasser sicher vom Dach durch das Gebäude ab. Die nicht alltägliche Konstruktionswahl wird jedoch durch die Verwendung der abgestimmten Dachkomponenten zusätzlich abgesichert.

Dachgauben in Serie vorgefertigt

Die Dachdeckerarbeiten begannen nach der Finalisierung der Zimmermannsarbeiten im September 2020. Bis die großen Flächen der 45° steilen Dächer eingedeckt waren, dauerte es rund zwei Monate. Einen Großteil der Zeit waren die Dachdecker mit einem Vier-Mann-Team vor Ort. „Lediglich die Restarbeiten übernahm ein kleineres Team von zwei Mann“, erklärt Sven Schonebeck. Eine Besonderheit des Dachs sind die in der Werkstatt vorgefertigten Gauben, die montagefertig auf die Baustelle gebracht wurden. „Wir haben 44 baugleiche Dachgauben vorgefertigt. Vor Ort haben wir diese dann komplett vormontiert und nur noch an ihren Bestimmungsort versetzt“, berichtet der Dachdecker Sven Schonebeck.

Bis zur äußeren Fertigstellung war es dann nur noch ein kurzer Weg: Nachdem die Unterkonstruktion für die Fassadenverkleidung aufgebracht wurde, konnten die HPL-Platten montiert werden. Eine Besonderheit der Gauben ist das Konzept der Wasserführung: „Die flachen Dächer der Dachgauben haben ein Gefälle von zwei Prozent nach hinten in Richtung Dachfläche. Hier wird das Wasser dann über einen Dachablauf im Kehlbereich auf die Dachflächen abgeführt.

Unterstützt wurde das Dachdecker-Team auch von der Herstellerseite. Die Anwendungstechniker von Creaton brachten ihre Expertise in die Windsog-Berechnung mit ein. Die Vorberechnung erfolgte über den Creaton Service-Assistent. Dieses Tool steht allen Dachdeckern zur Verfügung. Da die spezielle Dachform aber nicht direkt berechnet werden konnte, schaute der Anwendungstechniker noch einmal ganz genau selbst hin. Er berechnete erst jeden Gebäudeteil einzeln und fügte die Berechnungen dann zusammen, um dem Dachecker eine genaue Einteilung der Bereiche inklusive Befestigungsschema an die Hand geben zu können.

Keine bösen Überraschungen

Der Fortschritt der Bauarbeiten wurde durch keine unvorhergesehenen Probleme verzögert. „Alles lief nach Plan“, freut sich der Dachdecker. Einziges winziges Problem war die Nutzung des Krans. „Den Kran haben wir uns mit den Maurern geteilt. Wir konnten die Engpässe mit einem zusätzlichen Anhängerkran lösen. Das war kein ernsthaftes Problem“, lacht er.

Der u-förmige Bau weist eine hohe Aufenthaltsqualität auf.

Auch „ganz oben“ endete der Wunsch nach der Verwendung von hochwertigen Materialien nicht.

Das Dachgeschoss des Gebäudes ist voll ausgebaut und bietet hochwertigen Wohnraum.

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