Energetisch zukunftsweisendes Gebäude integriertem Wasserspeicher

Solar-Mehrfamilienhaus aus hochwärmedämmenden Ziegeln

In Solaranlagen integrierte Wasserspeicher sind auf den ersten Blick eigentlich nichts Besonderes. Der riesige Solarspeicher mit einem Fassungsvermögen von 24.000 l in einem Mehrfamilienhaus in Freilassing beeindruckt aber alleine schon aufgrund seiner Höhe von ungefähr 9 m.

Durch Solar- und Geothermie deckt das Gebäude ganzjährig nahezu 100 % des Heizenergie- und Warm­­wasserverbrauchs ab. Auch ein hoher baulicher Wärmeschutz war von großer Bedeutung.

Großflächige Solarmodule auf der Südseite des Gebäudes zeigen deutlich: Die Möglichkeiten umweltschonender Solarenergie werden genutzt.

Der hohe Nutzungsgrad der Sonnenenergie ist zentraler Bestandteil des Energiekonzeptes. Das Herzstück der Solarthermieanlage stellt dabei der im Gebäude installierte saisonale Solarspeicher dar. Im Gegensatz zu üblichen Pufferspeichern zur Warmwasserversorgung mit einem Fassungsvermögen von 300 bis 500 l sollte allein der Solarspeicher des Hauses rund 80 % des Energiebedarfes für Warmwasser und Heizung abdecken.

Der restliche Energiebedarf wird, wenn die Sonne nicht scheint, geothermisch durch eine Erdwärmepumpe abgedeckt. Eine kontrollierte Lüftungsanlage und eine wärmedämmende Dreifachverglasung minimieren zudem den Wärmeverlust durch die Fenster.

Die bisherigen Ergebnisse des im März 2013 bezogenen Gebäudes zeigen die Effizienz des Energiekonzeptes: So wurde zumindest im Jahr 2013 aufgrund der günstigen klimatischen Bedingungen fast durchgängig eine 100-prozentige Deckung des Energiebedarfs durch Sonnenenergie und Geothermie erreicht.

Wärmedämmende monolithische Ziegelbauweise

Aus Energieeffizienzgründen wünschte sich die Bauherrin ein Mehrfamilienhaus mit KfW-Effizienzhausstandard 55. Um dies zu erreichen, war ein entsprechend hoher baulicher Wärmeschutz gefordert. Ein weiteres eingrenzendes Kriterium bei der Auswahl des Wandbaustoffes ergab sich durch die geforderte massive, monolithische Bauweise. Beidseitig verputzt und mit einer Mauerwerksbreite von 36,5 cmn ermöglicht der gefüllte Mauerziegel den Bau von Außenwänden, die einen U-Wert von 0,18 W/(m2K) erreichen.

Die Bewohner können sich nicht nur über die wärmedämmenden Pluspunkte und den geringen Nebenkosten freuen: Gehobener Wohnkomfort drückt sich bei Mehrfamilienhäusern auch immer durch den Schallschutz der Wohnungstrennwände aus. Hier bot der Hersteller Leipfinger-Bader mit seinem Plan-Verfüllziegel eine Lösung. Der eingesetzte Ziegel mit seinen zwei Hohlkammern erzielt mit einer vertikalen Normalbetonverfüllung bei einer gewählten Formatbreite von 24 cm ein Schalldämm-Maß (Rw) von 60,5 dB. In einigen Trennwandbereichen wurde auch das 30 cm breite Format genutzt (Schalldämm-Maß 63,4 dB). Die vor Ort überprüften Schallschutz-Werte liegen deutlich über den empfohlenen Schalldämmwerten nach Beiblatt 2 der DIN 4109 (55 dB) für den erhöhten Schallschutz von Wohnungstrennwänden in Mehrfamilienhäusern.

Die erreichten Nebenkosten für den Energieverbrauch zeigen deutlich: Statt der üblichen Jahreskosten von durchschnittlich rund 9 € pro m² Nutzfläche liegt der entsprechende Anteil der Energiekosten beim Sonnenhaus zwischen 1,10 und 1,30 €.

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