Richtiger Riecher

In Baden-Württemberg besteht seit Juli dieses Jahres Rauchwarnmelderpflicht. Die Baugenossenschaft Familienheim Heidelberg ließ jedoch bereits 2008 sämtliche Liegenschaften im Bestand mit Rauchwarnmeldern ausstatten.

Komfortables Wohnen mit höchsten Sicherheitsstandards zu vernünftigen Preisen: So lässt sich das Credo der Baugenossenschaft Familienheim Heidelberg zusammenfassen. Deshalb war es für den Vorstand unter Führung von Peter Stammer ein logischer Schritt, bereits 2008 Rauchwarnmelder zu installieren. Dass die Geräte in anderen Bundesländern, etwa Rheinland-Pfalz, schon damals verpflichtend waren, bestärkte Stammer in seinem Entschluss. Mitstreiter waren schnell gefunden. Auch die Baugenossenschaft Neu Heidelberg und die Wohnbau Wiesloch hatten sich vorgenommen, in den vorbeugenden Brandschutz investieren. Gemeinsam wollten die drei Wohnungsunternehmen bessere Konditionen erreichen. In einer landesweiten Ausschreibung richteten sie sich an professionelle Rauchwarnmelder-Dienstleister. „Es gibt so vieles zu beachten, was wir und unsere Mieter nicht selbst leisten können. Da wollten wir uns in guten Händen wissen“, erklärt Peter Stammer.

Rauchwarnmelder vom Energiedienstleister

Die Wahl fiel auf Minol. Für das Unternehmen sprach beispielsweise, dass die Wasser- und Heizkostenabrechnung für viele Liegenschaften der Genossenschaft seit Jahren reibungslos über die Bühne geht. So kann die jährlich vorgeschriebene Funktionsprüfung der Rauchwarnmelder nach DIN EN 14676 gemeinsam mit der Ablesung erfolgen. Die Mieter müssen sich nur einen Termin freihalten. Zur Funktionsprüfung gehören eine Alarmprüfung und eine Sichtprüfung vor Ort. Der Melder darf nicht übermalt, -tapeziert, verschmutzt oder beschädigt sein.

„Uns hatte außerdem zugesagt, dass geschulte Monteure ausschließlich neue, VdS-zertifizierte Geräte installierten, dass die Melder nicht geklebt, sondern fest in der Decke verschraubt wurden und dass die Batterie nicht herausnehmbar ist“, sagt Stammer. So lässt sich vermeiden, dass Wohnungsnutzer die Melder einfach abnehmen oder die Batterie für andere Geräte zweckentfremden. „Einige Mieter hatten bereits Rauchwarnmelder installiert. Da haben wir aber darauf bestanden, diese durch die neuen Geräte zu ersetzen“, erklärt Stammer. Nicht zuletzt war es die fachliche Kompetenz, die für den Dienstleister sprach. „Unser persönlicher Ansprechpartner hat uns sehr gut beraten. Und auch sonst nehmen wir zum Beispiel von den Hausverwalterseminaren von Minol immer sehr viel Nützliches mit.“

Aufwertung der Wohnungen

Im Oktober 2008 montierte der Dienstleister in den damals rund 800 Wohnungen der BG Familienheim 3800 Rauchwarnmelder – in sämtlichen Räumen außer Küche und Bad und in den Treppenhäusern auf jeder zweiten Etage.

80.000 € hat die Baugenossenschaft in diese Brandschutzmaßnahme investiert. „Das ist zwar ein hoher Betrag, aber das war uns die Sicherheit unserer Mieter wert“, betont Stammer. Rauchwarnmelder sind einer der Bausteine, mit denen die Heidelberger Genossenschaft ihre Liegenschaften aufwertet. „Wir halten unseren Bestand gut in Schuss. Ältere Gebäude sind umfassend energetisch modernisiert. Wir wirtschaften sorgfältig mit unseren Mitteln und konnten deshalb in jüngster Zeit einige Neubauprojekte realisieren“, sagt Stammer. 147 Neubauwohnungen umfasst beispielsweise das Wohnquartier Kranichgarten in Heidelberg. Das Projekt ist als Mehrgenerationenanlage konzipiert und bietet von der Kita bis zum Seniorenzentrum Platz für Bewohner jedes Alters. Die Vorlage dafür bot die Studie „Wohntrends 2020“ des Europäischen Bildungszentrums der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. „Wir haben die Erkenntnisse der Studie voll und ganz umgesetzt. Zentral war dabei die Barrierefreiheit“, erklärt Stammer. Auch der Komfort spielt eine wichtige Rolle: kabelloses Internet, Fußbodenheizung, Videosprechstelle, Wärmeinfrarotkabinen und ebenerdige Duschen im Bad, um nur einige Ausstattungsmerkmale zu nennen – und natürlich Rauchwarnmelder.

„Das Anspruchsdenken an Komfort, Sicherheit und Service hat sich verändert. Die Menschen wollen mehr als nur Wohnen. Als Genossenschaft ist klar, dass wir diesen Ansprüchen gerecht werden müssen“, sagt Stammer. Auch bei der Legionellenprüfung arbeitet das Unternehmen mit Minol zusammen. Wie beim Rauchwarnmelder-Service haben sich mehrere Genossenschaften zusammen gefunden, um die Kosten gering zu halten. In Verbindung mit einer sinnvollen Haushaltsführung schafft es das 13-köpfige Team von Peter Stammer, mit durchschnittlichen Mieten pro Quadratmeter unter dem Heidelberger Mietspiegel zu bleiben. Das ist Ehrensache. Schließlich kann das Unternehmen, das im Januar 2013 sein 65. Jubiläum feierte, auf eine lange Tradition zurückblicken, in der die Mieter immer an erster Stelle standen.

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