Aufzüge

Nächster Halt: Penthouse

Mit dem Aufzug ohne Zwischenstopp ins Penthouse – das ist längst nicht mehr den Schönen und Reichen in Weltstädten vorbehalten. Um auch Anwohnern von Mehrfamilienhäusern diesen Komfort zu bieten, müssen Betreiber lediglich ein paar Aspekte bei der Planung beachten. Das Stadthaus „Kastanie“ in Ravensburg zeigt, wie einfach es sein kann.

Die Wohnanlage, bestehend aus drei 2017 fertiggestellten Mehrfamilienhäusern, befindet sich im Sanierungsgebiet Ölschwang inmitten der Oberschwäbischen Kreisstadt mit historischem Ambiente. Im Bestandsbau befand sich früher der Sitz der AOK-Zentrale Oberschwaben. Das ursprüngliche Gebäude wurde komplett saniert und aus Rücksicht auf die umliegenden Gebäude zum Teil rückgebaut. Heute beherbergt es 18 hochwertige Wohnungen sowie eine Büroeinheit im Erdgeschoss.

Auf der Fläche des ehemaligen Parkplatzes wurde das Gelände um einen Neubau mit neun Wohnungen, eine doppelstöckige Tiefgarage sowie um ein weiteres Mehrfamilienhaus mit drei Wohnungen ergänzt. Die neuen Gebäude stellen optisch einen Bezug zur ehemaligen Bebauung her, sodass sich das Ensemble harmonisch in das historische Stadtviertel einfügt. Trotz Zentrumsnähe sind die modernen Wohnungen nicht weit vom Naherholungsgebiet Schwarzwäldle sowie dem letzten Ravensburger Rebhang entfernt. Geplant und gebaut wurden die Mehrfamilienhäuser in Abstimmung zwischen der Stadtverwaltung, dem Sanierungsbeauftragten sowie dem Bauträgerunternehmen BTC Treubau Consult in Burladingen.

Mit dem Aufzug ins Penthouse

Die Innenräume des Stadthauses „Kastanie“ wurden mit großen Fensterfronten ausgestattet, die teilweise hohen Decken blieben erhalten. Das Tageslicht, das so ungehindert in die Räume gelangt, schafft eine helle und freundliche Atmosphäre. Um den Anforderungen modernen Wohnens um ein weiteres gerecht zu werden, wurde das Gebäude mit neuen Aufzügen ausgestattet. Hierzu wurde der ehemalige Eingangsbereich mit dem bereits im Treppenhaus integrierten Aufzug zugunsten der Modernisierung umgebaut.

Heute verfügt das Gebäude über zwei separate Eingänge mit jeweils eigenem Aufzug des Typen Haushahn Lifeline. „Dank des getriebelosen Antriebs und der innovativen Riementechnologie bringt der Aufzug Bewohner und Besucher sicher, komfortabel und geräuschlos an ihr Ziel“, erläutert Tilo Zwesper, Technischer Vertrieb Neuanlagen bei Haushahn. Da dieser Aufzug über einen kurzen Schachtkopf verfügt, war die Aufstockung des bestehenden Gebäudes ohne Dachdurchbruch und mit entsprechend niedriger Deckenhöhe möglich. In den beiden Neubauten wurde ebenfalls jeweils ein Aufzug des gleichen Typs eingebaut.

Bezüglich des Wohnkomforts bieten zwei der Standard-Aufzüge in der ehemaligen AOK-Zentrale ein weiteres Plus: Sie sind mit einer Penthousesteuerung versehen. So können die Bewohner mit einem eigenen Schlüssel ohne Zwischenhalt direkt in ihren Hausflur fahren und dadurch schnell in ihre Wohnung gelangen. Andere Fahrgäste können währenddessen nicht zusteigen. Klingelt Besuch, geben sie den Aufzug von ihrer Wohnung aus per Knopfdruck frei.

Aufzugfahren wie im Film

Diese Art von Penthousesteuerung ist in Deutschland mittlerweile häufiger vertreten. Zudem kann der Aufzug aber auch so eingebaut werden, dass er – wie im Film – direkt von der Tiefgarage oder dem Eingangsbereich im Erdgeschoss in die Wohnung fährt. Ein derartiger Luxus ist nicht nur in Metropolen wie New York oder London möglich, sondern in jedem Mehrfamilienhaus. Bisher wurde dies indes nur selten umgesetzt. Schuld daran sind vermutlich die Auflagen, die beim Einbau der Anlage berücksichtigt werden müssen und zunächst abschreckend wirken. Zwesper betont: „Mit der richtigen Beratung schon während der Planung, ist aber alles gar nicht mehr so kompliziert, wie es zunächst scheint.“  So verlangt das deutsche Baurecht, dass zwischen einer Aufzugstür und einer Penthousewohnung eine Tür vorhanden ist, die den Brandschutzauflagen entspricht. „Diese hält nicht nur Feuer ab, sondern isoliert den Schall, schützt vor Zugluft und vermeidet, dass Wärme aus der Wohnung über den Aufzug entweicht“, erklärt Zwesper. Auch geben Versicherungen eine verschließbare Tür für jede Wohnung vor. Des Weiteren muss bei der Planung beachtet werden, dass der Abstand zwischen beiden Türen kleiner ist als 150 Millimeter. Andernfalls muss ein Notrufsystem eingebaut werden.

Individueller Code schützt Bewohner

Im Hinblick auf die Sicherheit spielt auch die Zutrittskontrolle eine große Rolle. Zwesper erläutert: „Damit sichergestellt ist, dass keine unbefugten Personen über den Aufzug in die Wohnungen gelangen, verfügen die Bewohner bei dieser Art der Penthousesteuerung über individuelle Codes.“ Der Aufzug erkennt diese und fährt direkt die gewünschte Wohnung an. Kommt Besuch, wird er auch bei dieser Variante durch das Fahrtkommando des Anwohners über eine Gästesteuerung bereitgestellt.

Sicherheit geht vor

Muss der Aufzug gewartet, repariert oder eine Person befreit werden, ist es wichtig, dass Service-Techniker einen Zugang zur Wohnung haben. Deshalb gibt der Gesetzgeber vor, den Wohnungsschlüssel so zu hinterlegen, dass der zuständige Techniker darauf zugreifen kann. Trifft dies nicht zu, wird der Aufzug nicht freigegeben. Aus Angst vor Einbrüchen, scheuen sich jedoch viele Penthousebewohner davor, den Schlüssel zu hinterlegen. Zwesper hat auch dafür eine Lösung: „Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann den Wohnungsschlüssel in der Schachtgrube aufbewahren. So hat lediglich der Techniker Zugang.“ In dem Fall muss sich entweder ein weiterer Tresor mit dem Haustürschlüssel außerhalb des Gebäudes befinden oder es wird ein Schlüsseldienst hinzugezogen. Dieser muss rund um die Uhr besetzt sein, da sich Schlüsseldienst und Service-Techniker im Notfall vor Ort treffen, um eingeschlossene Personen zu befreien. Wo der Schlüssel aufbewahrt wird, muss im Notfallplan vermerkt werden.

Bezüglich des Brandschutzes gelten die gleichen Bestimmungen wie für jede andere Aufzugsanlage auch. Wichtig ist, dass ein Treppenhaus als zweiter Rettungsweg vorhanden ist. Zudem ist eine Entrauchungslüftung im Schacht vorgeschrieben. Damit nicht zu viel Wärme entweicht, gibt es Systeme, bei denen der Schacht geschlossen ist. Die Brandklappen öffnen sich zwischendurch zur Belüftung, wenn der CO2-Gehalt im Schacht zu hoch ist oder wenn es brennt.

Fazit

Egal auf welche der beiden Varianten der Penthousesteuerungen die Entscheidung fällt – aus baurechtlicher Sicht spricht grundsätzlich nichts dagegen. Aufzugsunternehmen wie Haushahn unterstützen und beraten Betreiber gerne, sodass der Aufzug problemlos freigegeben wird.

Dank der Penthousesteuerung können die Bewohner mit einem eigenen Schlüssel ohne Zwischenhalt direkt in ihren Hausflur fahren und dadurch schnell in ihre Wohnung gelangen.

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