Balkon- und Terrassenabdichtungen

Kurze Wartezeit, gutes Ergebnis

Fliesen- oder Natursteinbeläge im Außenbereich setzen eine funktionierende Abdichtungsebene voraus. Für deren Herstellung stehen verschiedene Methoden zur Verfügung: Verbundabdichtung oder Verlegung im Mittel- oder Dickbettverfahren. Ein Überblick über die verschiedenen Anwendungsfälle. 

Verlege- und Abdichtungsarbeiten von Bodenbelägen auf Balkonen und Terrassen stellen hohe Anforderungen an das Material und den Aufbau. Schon kleine Fehler können dazu führen, dass später Bauschäden auftreten. Oftmals lässt sich dann der Grund für den Schaden nicht mehr einwandfrei ermitteln, da nur in seltenen Fällen präzise Bautagebücher vorliegen, die nachvollziehbar erklären, unter welchen Wetterbedingungen die Arbeiten ausgeführt wurden.

Konstruktion unter enormer Belastung

Die Belagskonstruktion ist diversen Belastungen ausgesetzt: Starke Temperaturschwankungen, das Zusammenspiel aus Schnee, Eis und Frost im Winter sowie starker Sonneneinstrahlung, hohen Temperaturen und Regen im Sommer setzt dem Material zu. Unterschiedliches Dehnungsverhalten der verschiedenen Werkstoffe leistet zum Beispiel feinen Rissen Vorschub, durch die wiederum Feuchtigkeit in die Konstruktion eintritt.

Hinzu kommen die Bedingungen beim Aufbau der Unterkonstruktion und der Verbundabdichtung sowie beim Verlegen der Oberbeläge. Denn die Wetterverhältnisse bieten nur selten die in den Verarbeitungshinweisen angegebene, stabile optimale Temperatur und Luftfeuchtigkeit während des Abbindens der eingesetzten Materialien. Da schon kleinere Abweichungen zu einer signifikant schlechteren Performance des Baumaterials führen können, ist die richtige Materialwahl für den Aufbau der Unterkonstruktion entscheidend.

Lange Abbindephasen

Sieht man sich die Verarbeitungsdaten handelsüblicher Verlegemörtel an, erkennt man, dass sie zur vollständigen Abbindung eine lange Ruhephase benötigen. Bei normalabbindenden Produkten werden im Regelfall 28 Tage, bei schnellabbindenden rund sieben Tage veranschlagt. Die meist mineralischen Verlegemörtel benötigen zur optimalen Abbindung und Vernetzung der Mörtelmatrix gleichbleibende äußere Umstände. Ideal sind durchgehend 23° Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von 65 %.

Doch die durchschnittlichen Wetterbedingungen in Deutschland sind selten so stabil: Schon ein nächtlicher Temperaturabfall oder Regen können dazu führen, dass die einwandfreie Vernetzung dauerhaft gestört wird. In der Folge kann der fertig gestellte Balkon- oder Terrassenbelag den späteren thermischen Herausforderungen deutlich schlechter standhalten. Weitsichtige Immobilienbesitzer greifen auf Produkte mit möglichst kurzer Abbindezeit zurück und minimieren so die Wetterrisiken.

Untergrund und Belag harmonieren

Der Untergrundaufbau richtet sich maßgeblich nach der Wahl des Oberbelags. Beispielsweise benötigen Natursteinplatten einen anderen Aufbau als keramische Beläge. Verbundabdichtungen, die mit einer Dünnbettverlegung kombiniert werden, sind ein seit Jahren bewährtes Konstruktionsprinzip für Balkone. Sie kommen vor allem im Neubau zum Einsatz. Doch auch bei Sanierungen ist die Verbundabdichtung erste Wahl, solange es sich nicht um dickschichtige bzw. unkalibrierte Beläge oder besonders kritische Untergründe handelt.

Die hochflexible 2K-Reaktivabdichtung 

weber.xerm 844 beispielsweise schützt ein Bauvorhaben bei Verlegung von Standard-Außenbelägen optimal und sicher vor Durchfeuchtung. Das Produkt ist bauaufsichtlich zugelassen und verfügt über entsprechende Prüfzeugnisse für die Ausführung von Verbundabdichtungen. Da das Material reaktiv, d.h. unter Luftabschluss abbindet, ist es innerhalb kürzester Zeit unabhängig von Wettereinflüssen und bietet so Planungssicherheit.

Darüber hinaus kann das multifunktionale Produkt auch als Verlegemörtel und Entkopplungsschicht eingesetzt werden. Vor seinem Einsatz müssen Fehlstellen ausgebessert und die gesamte Fläche grundiert werden. Nach Einbettung der Dichtbandkomponenten in weber.xerm 844 als flexible Dichtungsschlämme erfolgt der Auftrag der Abdichtungslage in den erforderlichen Schichten. Nach der Durchtrocknung der Abdichtungsebene kann weber.xerm 844 auch als hochflexibler Fliesenkleber eingesetzt werden. Fliesen-Abschluss-Profile stellen einen perfekten Fliesenabschluss her.

Abdichtung mit Dränagesystem

Verbundabdichtungen eignen sich nicht, wenn unkalibrierte oder dickschichtige Materialien, wie Natur- oder Betonwerksteinplatten, auf einem Balkon verlegt werden. In diesen Fällen empfehlen sich dickschichtige Dränmörtel oder dünnschichtige Dränagesysteme, die Feuchtigkeit aus dem System nach unten ableiten. Die darunterliegende Abdichtungsebene führt das Wasser dann sicher nach außen ab. Dränmörtel und Dränsysteme können auch miteinander kombiniert werden. Die darauf auszuführenden Dick- und Mittelbettmörtel sind auf das Verlegegut abzustimmen.

Was tun im Sanierungsfall?

Eine Balkonsanierung legt oft die längst vergessenen Maßnahmen mehrerer Dekaden frei. So weisen ältere Immobilen nicht selten durchfeuchtete Konstruktionen oder Untergründe mit unzureichender Haftfestigkeit auf. In solchen Fällen ist in der Regel ein Rückbau erforderlich, bevor eine neue Grundkonstruktion auf Basis eines Entkopplungs- und Abdichtungssystems für ein neues funktionierendes Gesamtgefüge sorgt. Die Entkopplungsschicht kompensiert Verformungen im Untergrund und schützt die Abdichtungsebene wie auch den keramischen Belag zusätzlich vor Schäden. Dies gilt insbesondere, wenn Großformate verlegt werden sollen.

Grundsätzlich werden Entkopplungssysteme für Balkone anhand Ihrer Entkopplungswirkung unterschieden. Systeme mit einer 100%igen Entkopplungsleistung setzen eine funktionstüchtige Flächenabdichtung, wie eine Verbundabdichtung, voraus. Bei bahnenförmigen Entkopplungssystemen wie weber.tec 826 ist die Abdichtungsebene direkt integriert. Auf diese Weise können Abdichtung und Entkopplung in einem Arbeitsgang vorgenommen werden. Wie bei der Verbundabdichtung sollte auch hier ein kristallin oder reaktiv abbindendes, schnelles Klebersystem mit Kunststoffvergütung verwendet werden, da die Entkopplungsschicht, Naht- und Stoßverbindungen sowie keramische Beläge möglichst rasch verklebt werden sollten, um störende Witterungseinflüsse auszuschließen.

Fazit

Schnell abbindende Verbundabdichtungen sind eine sichere Abdichtungsvariante für Außenbeläge. Besondere Oberbeläge und Sanierungsfälle verlangen aufeinander abgestimmte Grundkonstruktionen, wie Dränmörtel oder Dränagesysteme, die eine Dick- oder Mittelbettverlegung für z.B. Naturwerksteinbeläge ermöglichen. Der Sanierungsfall setzt in der Regel eine neue Grundkonstruktion auf der Basis von Abdichtungs- und Entkopplungsbahnen voraus. Flexible Entkopplungsschichten kompensieren Verformungen zwischen Untergrund und Keramik, so dass die neue Abdichtung und der neue, pflegeleichte keramische Belag schadensfrei bleiben und dem Nutzer über Jahre Freude bereiten.

Schnell abbindende Verbundabdichtungen sind eine sichere Abdichtungsvariante für Außenbeläge.

Die richtige Materialwahl ist für den Aufbau der Unterkonstruktion entscheidend.

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