Renovierung

Für mehr Lebenfreude: Ein Update fürs Bad

Ein großer Teil der Renovierungen findet im Bad statt. Bei den Gründen liegt neben dem Wunsch nach einer größeren Wohlfühloase sowie der allgemeinen Renovierungsbedürftigkeit das Interesse an altersgerechten Bädern weit vorn. Dabei erweist sich die bodengleiche Dusche als praktische und beliebte Option. Geeignete Lösungen entwickelt und produziert zum Beispiel das sauerländische Unternehmen Dallmer.

Die Entwässerungsleitungen

Die Position der Entwässerungsleitungen entscheidet darüber, wie Sanitärobjekte (Dusche, Badewanne, Waschbecken) angeordnet werden können und hat somit erheblichen Einfluss auf die Möglichkeiten der Renovierung. Im Idealfall befinden sich die Leitungen bereits an der passenden Stelle und sind weder beschädigt noch zu alt – im Durchschnitt halten Entwässerungsleitungen 40 Jahre. Oft trifft man bei der Badsanierung aber eine der folgenden Situationen an:

Szenario 1: Fallrohre intakt, Anschluss passt nicht

Bei neuen, intakten Fallrohren, die lediglich ungünstig platziert sind, kann der Installateur das Problem mit Anschlussleitungen vom Sanitärobjekt zum Fallrohr relativ schnell lösen.

Szenario 2: Fallrohre nicht mehr intakt

Neue Entwässerungsleitungen müssen her. Diese können als Vorwandinstallation verlegt werden. Dann werden sie vor der Wand angebracht und hinter einer Ständerwerkskonstruktion verborgen. Die Alternative ist die Unterputz-Installation, bei der die gesamte Wand aufgestemmt und die alte Entwässerungsanlage komplett entfernt wird.

Rohrbelüftung

Im Zusammenhang mit der Entwässerungsleitung darf die ausreichende Belüftung der Rohre nicht vergessen werden: Läuft das gebrauchte Wasser ab, entsteht ein Unterdruck in der Leitung. Wird dieser nicht durch nachströmende Luft ausgeglichen, saugt es das Sperrwasser aus dem Siphon und vernichtet damit die Barriere zwischen Kanalisation und Bad, so dass unangenehme Gerüche aufsteigen können.

Als günstige Lösung haben sich Rohrbelüfter bewährt. Diese mechanischen Ventile gleichen den Druck im Rohrsystem aus, indem sie bei Unterdruck öffnen. Herrscht Druckausgleich, bleibt das Ventil geschlossen. Bei Überdruck im System dichtet es ab. Rohrbelüfter wie der DallVent Maxi von Dallmer gewährleisten eine langjährige und störungsfreie Funktion.

Bodengleiche Duschen im Bestand: Das richtige Entwässerungssystem

Entwässerungssysteme für bodengleiche Duschen gibt es viele. Welches System sich im konkreten Fall eignet, hängt von den Gegebenheiten vor Ort ab. Gewisse Grundanforderungen müssen jedoch immer erfüllt werden. So muss die Ablaufleistung den voraussichtlichen Wassermengen entsprechen (gewöhnliches Durchlaufvolumen: 0,15 bis 0,2 l/s) und das System verfügt über einen – idealerweise zur Reinigung herausnehmbaren – Geruchsverschluss.

Besonders wichtig beim Einbau im Bestand ist die Bauhöhe der Ablauflösung. Sie muss zur vorhandenen Aufbauhöhe passen und das nötige Duschgefälle aufnehmen. Da die Duschentwässerung nach dem Prinzip der Schwerkraft funktioniert, braucht die Duschfläche immer ein gewisses Gefälle. Die Aufbauhöhe zeigt an, wie viel Spielraum im Boden vorhanden ist und entscheidet darüber, ob der Platz für die Gefällekonstruktion ausreicht und welche Entwässerungssysteme überhaupt in Frage kommen. Auskunft über die Aufbauhöhe geben die Bauzeichnungen oder notfalls eine Probebohrung. Da in älteren Bädern oft weniger Platz im Bodenaufbau zur Verfügung steht, sind bei der Renovierung Systeme mit niedrigen Bauhöhen gefragt.

Geeignete Entwässerungssysteme

Die größte Freiheit für Gestaltung und Bemessung der Duschfläche ermöglichen Ablaufgehäuse zum Einbau in den Estrich. Um ein solches System zu installieren, wird die Duschfläche im Badezimmerboden ausgespart und das Ablaufgehäuse in dieser Aussparung platziert. Diese „tiefergelegte“ Positionierung ist nötig, damit später der Estrich mit ausreichendem Gefälle ausgeführt werden kann. Vorher verschraubt der Installateur das Ablaufgehäuse mit der Rohdecke und schließt es an die Entwässerungsleitung an. Danach bringt der Estrichleger/ Fliesenleger den Estrich vollflächig ein und stellt das Gefälle her. Es folgt der Anschluss an die Verbundabdichtung und das Verfliesen der Boden- und ggf. Wandflächen. Hohe Flexibilität bietet das DallFlex-System von Dallmer. Es kommt mit extra niedrigen Bauhöhen ab 65 mm aus, kann dank drei Anschlussmöglichkeiten für den Ablaufstutzen frei in der Duschfläche platziert werden und kombiniert neun verschiedene Duschrinnen mit einem Ablaufgehäuse oder alternativ mit einem Duschelement.

Der Vorteil von Systemen mit Duschelement besteht darin, dass sie keinen Gefälleestrich brauchen. Die vorgefertigten Duschelemente bestehen üblicherweise aus Hartschaum und verfügen bereits über ein integriertes Gefälle sowie über einen Ablauf. Beim nachträglichen Einbau muss unter Umständen ein Stück vom Estrich ausgestemmt werden. Duschelemente werden befliest und die Fliesen sollten auf den restlichen Bodenbelag abgestimmt werden. 

Ist die Aufbauhöhe zu gering für das notwendige Gefälle, empfiehlt sich eine Lösung mit Pumpe. Solche elektrisch betriebenen, sensorgesteuerten Installationen transportieren das Wasser auch in höhergelegene Abwasserleitungen. Vor allem in Altbauten kommt diese Technik oft zum Einsatz.

Der Gefälleestrich

Eine funktionstüchtige Entwässerung braucht also ein gewisses Gefälle. Empfohlen wird ein Neigungswinkel von 2 % in der Fläche, wenn sich der Ablauf in der Mitte der Duschfläche befindet. Läuft die Entwässerung über eine Duschrinne an der Wand, wird bei einer Duschfläche von 1,5 m2 ein Gefälle von 2 cm veranschlagt, bei größeren Duschflächen ein Gefälle von 2 %. Das Gefälle ist so zu planen und auszuführen, dass das Wasser zum Ablauf geführt wird. Dabei muss die Gefälleplanung die anfallende Wassermenge und die voraussichtliche Anstauhöhe berücksichtigen.

Bodengleiche Duschen korrekt abdichten

Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Einbau einer bodengleichen Dusche ist die fachgerechte Abdichtung des Duschplatzes. Das gilt im Bestand genauso wie im Neubau. Darum sollte auch bei der Sanierung die Verbundabdichtung nach DIN 18534 erfolgen. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass die Dichtungsebene unterhalb des Bodenbelages und des Klebers bereits bei der Installation herzustellen ist. Bei der Abdichtung nach DIN 18534 müssen vor allem die Art der Verbindung von Flansch und Dichtmanschette, die Mindestflanschbreite und die Wassereinwirkungsklasse, also die voraussichtliche Wasserbelastung in der jeweiligen Dusche, beachtet werden.

Nach DIN 18534 gehören bodengleiche Duschen in privaten Bädern zur Wassereinwirkungsklasse W2-I, sind also einer hohen Beanspruchung durch Wassereinwirkung ausgesetzt. Darum hat die Abdichtung mit rissüberbrückenden mineralischen Dichtungsschlämmen oder Reaktionsharzen zu erfolgen, wobei die Mindesttrockenschichtstärke 2 mm beträgt. Alternativ kann auch eine bahnenförmige Abdichtung gewählt werden. Abdichtungen mit Polymerdispersionsanstrichen (Mindesttrockenschichtstärke: 0,5 mm) eignen sich nur für die Wandbereiche, die lediglich mäßigen Belastungen durch Spritzwasser ausgesetzt sind.

Die Aufgaben der Abdichtung beschränken sich aber nicht nur auf die Wand- und Bodenflächen. Gerade die Übergänge zwischen Estrich und dem Ablaufgehäuse müssen sorgfältig abgedichtet werden. Dazu kommen meist Vliese, Dichtbänder und Dichtmanschetten zum Einsatz, die in die Verbundabdichtung eingearbeitet werden. Das DallFlex-System bietet hier mit der bauseitigen Klemmverbindung einer Dichtmanschette eine besonders sichere und einfache Möglichkeit.

Speziell bei der Badsanierung gibt oft der Wunsch nach einer bodengleichen Dusche den Ausschlag.

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