Holzpellets versorgen Wohngebiet mit Erneuerbarer Wärme

Eine ganz schön saubere Sache

Wenn die Anlieger im Eppelheimer Wohn­gebiet „Lisgewann II“ ihre Heizung aufdrehen, haben sie die Gewissheit, dass ein moderner und umweltfreundlicher Brennstoff ihre Häuser mit Wärme versorgt.

Die neue Holzpelletsanlage wird von German Pellets Wärme im sogenannten Contracting betrieben. Bei diesem in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft häufig genutzten Modell übernimmt ein Energiedienstleister sämtliche Leistungen – von der Finanzierung der Anlage bis zum Betrieb. „Der Vorteil für den Kunden ist, dass er die Heizung nicht finanzieren muss, das macht der Contractor“ erläutert Annette Richter, Geschäftsführerin der German Pellets Wärme. Er kümmere sich außerdem um Betrieb, Brennstoffversorgung und Wartung. Der Kunde zahle lediglich für die verbrauchte Wärme.

Fünf Holzpelletkessel – in Kaskade geschaltet – stehen im umgebauten Heizhaus. 2700 l Pufferspeicher können die erzeugte Wärme zwischenspeichern, bevor diese über ein Nahwärmenetz an die 34 Einfamilienhäuser im Wohngebiet „Hintere Lisgewann II“ verteilt wird. Die vorhandene Heizzentrale wurde für den Umbau erweitert.

Die eingebauten Pelletkessel entsprechen Unternehmensangaben zufolge höchsten technischen Standards, u.a. hinsichtlich der Bundes-Immissions-Schutz-Verordnung (BImSchV). Holzpellets sind ein umwelt- und klimafreundlicher Brennstoff. Sie verbrennen CO2-neutral. Das heißt, es wird nur so viel Kohlendioxid bei der Verbrennung freigesetzt, wie der Baum zuvor im Laufe seines Wachstums gebunden hat. Damit leistet die Heizzentrale einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz. Im Vergleich zu Erdgas werden jedes Jahr rund 85 t klimaschädliches CO2 eingespart.

Holzpellets bieten für die Bewohner des Wohngebietes „Hintere Lisgewann II“ weitere Vorteile: Der Brennstoff ist preiswerter als fossile Energieträger. So sind Pellets im Vergleich zu Heizöl aktuell rund 40 % günstiger und langfristig verfügbar, weil der Rohstoff für die Pellets – Holz – nachwächst.

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