Die Immobilienwirtschaft übernimmt Verantwortung

Der ehrenamtliche BFW-Präsident Andreas Ibel bezieht Stellung.

Jetzt ist es offiziell: Das Thema „Heimat“ ist ministrabel geworden. Der SPD-Mitgliederentscheid hat den Weg frei gemacht für die Erweiterung des Bundesministeriums für Inneres um die Ressorts Bau und – eben – Heimat. Damit folgt die Bundesregierung den Vorreitern aus Bayern und NRW, die bereits auf Landesebene ein Heimatministerium etabliert haben.

Kommt jetzt die Lederhosen-Pflicht für alle? So und ähnlich lauteten die ersten, oft humorigen Medienreaktionen auf den neuen Ressortzuschnitt des CSU-geführten Ministeriums. Vielfach wichen diese aber nach kurzer Zeit einer differenzierteren Debatte um den Begriff „Heimat“. So kam auch die taz jüngst zu dem Schluss: „Wenn es (…) um den Wiederaufbau der Gesellschaft gehen soll, geht uns das alle an.“ Richtig! Denn angesichts der unübersichtlichen, gesellschaftlichen Umbrüche wie der Globalisierung und der Digitalisierung spielt das Thema „Heimat“ für viele Menschen eine immer wichtigere Rolle.

Für den BFW ist dabei klar: Heimat ist nicht Herkunft, Religion oder Nationalität – Heimat ist in erster Linie ein Gefühl, eine Sehnsucht nach Halt, Orientierung und regionaler Verbundenheit. Deshalb hat der BFW das Thema „Heimat“ bereits nach der Bundestagswahl als zentralen Schwerpunkt für das neue Jahr und den Deutschen Immobilien Kongress 2018 gesetzt.

Denn unsere mittelständischen, oft seit Generationen familiengeführten Mitgliedsunternehmen nehmen hier eine ganz zentrale Verantwortung wahr. Sie schaffen nicht nur Gebäude – sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass dort eine Heimat für die Menschen entstehen kann! Als regional verankerte Unternehmen wirken sie an der Gestaltung des eigenen Umfelds, der eigenen Heimat mit. Da ist Entwickeln und Bauen von Gebäuden weit mehr als ein Broterwerb  – hier wird regionale Verbundenheit gelebt.

Dabei stehen die Immobilienunternehmen vor der Herausforderung, verschiedene Anforderungen wie Kosten, Klimaschutz und Komfortansprüche, Integration ins Quartier oder in die Nachbarschaft so zusammen zu denken, dass die Nutzer sich wohlfühlen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass das Ordnungsrecht entschlackt und flexibilisiert wird. Denn wenn sich Unternehmen bei der Planung von Neubauten oder Sanierungen nur noch darauf fokussieren können, wie die ausufernden ordnungsrechtlichen und energetischen Vorgaben erfüllt werden können - dann läuft etwas falsch!

Vor allem aber brauchen wir politische Rahmenbedingungen, die stabil, verlässlich und langfristig gültig sind. Von der Idee bis zur Fertigstellung dauern Quartiersentwicklungen heute mindestens fünf, manchmal sogar über zehn Jahre. In einem solchen Zeittraum werden die energetischen Vorgaben, das Mietrecht, das Bauvertragsrecht, die Anforderungen an Schall- und Brandschutz und die steuerliche Förderung meist mehrfach geändert. Dies steht individuellen, genau abgestimmten Konzepten oftmals im Wege und macht Bauen immer teurer und komplizierter.

Kurzum: Die Themen Bauen und Heimat müssen miteinander gedacht werden. Mit der Bündelung der beiden Ressorts in einem Ministerium wurde deshalb ein richtiger und wichtiger erster Schritt getan. Jetzt müssen viele weitere folgen.  
 

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